Kann man als Kind schon Anxiolytika nehmen?

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3 Antworten

Anxiolytika sind Benzodiazepine, desshalb nicht für eine Dauermedikation geeignet. Benzodiazepine haben ein hohen Abhängigkeitspotenzial. Ein weiteres Problem ist die Toleranzentwicklung (also dass man immer mehr bzw. höhere Dosen braucht um den gleichen Effekt zu erzielen). Aber vermutlich weisst du dies schon.

Betreffend deiner Altersfrage. Es kommt darauf an, welches Anxiolytika du meinst. Gemäss den Fachinformationen für Ärzte aus dem Arztneimittelverzeichnis ist z.B. Lorazepam (Tavor) bereits ab 12 Jahren zugelassen. Alprazolam (Xanax) hingegen erst ab 18. 

In der Praxis wird allerdings auch Alprazolam (eines der stärksten Anxiolytika welches weniger müde macht als Lorazepam) an minderjährige abgegeben. 

Dies zu entscheiden liegt  jeweils beim behandelnden Arzt. Er ist für die Medikation und deren Auswirkungen verantwortlich. 

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Man darf auch als Kind Anxiolytika aus der Gruppe der Benzodiazepine bekommen. Beispielsweise bei starken Panikattaken. Die Indikation ist aber relativ streng und viele Ärzte werden wahrscheinlich der Meinung sein, dass Benzodiazepine hier nicht angebracht sind. Alleine wegen dem Abhängigkeitspotential. Bei sozialer Phobie & Angststörung gibt man Benzodiazepine erst relativ spät oder in relativ schweren Fällen. Psychotherapie hat wahrscheinlich immer noch Vorrang.

Menschen mit Angststörung + sozialer Phobie sind extrem anfällig für Suchtverhalten, das spielt leider ziemlich ungünstig in die Karten. Ich würde darauf wetten, dass wenn man dir Benzodiazepine verschriebt, du innerhalb kürzester Zeit psychisch & körperlich abhängig bist.

Gruß Chillersun

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Anxiolytika sind in der Regel Benzodiazepine (wie Diazepam) und haben demzufolge ein hohes Abhängigkeitspotential.

Soziale Phobie behandelt man, indem man sich den angstauslösenden Situationen unter Begleitung stellt und dabei lernt und fühlt, dass nichts passiert. Man gewöhnt sich also an diese Situationen. Das wäre eine Aufgabe der Psychotherapie.

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Kommentar von birte1946
02.04.2016, 10:58

Schön und gut, nur dass ich nun seit etwa einem Monat wieder mit solchen Situationen (in meinem Fall Schule) konfrontiert werde und merke, dass trotz 8 Wochen stationärer Therapie nichts besser geworden ist.
Die Tabletten wünsche ich mir vorerst nur als Unterstützung, nicht als dauerhafte Lösung.

Mir geht es nur um das Prinzip: ob ich rein theoretisch Anxiolytika nehmen dürfte, nicht ob es sinnvoll wäre oder sonst was.

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