Kann man alle Linux-Programme auf allen Linux-Versionen installieren?

7 Antworten

Theoretisch ja. Software, die in den Repositories der jeweiligen Distribution nicht enthalten sind, kann man sich im Source ziehen, selbst compilieren und dann manuell reininstallieren. Ich habe sowas über die Jahre schon viele hunderte Male gemacht. Es ist halt mal mehr und mal weniger viel Arbeit.

Kritisch wird es, wenn man an irgendwelche Kernel-Limitierungen spezifischer Distributionen kommt. Also mit Software zu tun hat, die sehr betriebssystemnah agiert, und wo möglicherweise distro-seitig abgeklemmte Kernel-Features dann zum Problem werden. Dann darf man auch an den Kernel dran und im Zweifelsfall sogar diesen zu Fuß aufcompilieren.

Der ganze Kram ist dermaßen flexibel, dass man sogar auf einem Android-Telefon noch 80er-Jahre-Mailreaderprogramme aus der Unix-Welt im Terminalmodus compilieren kann. Nicht lachen, sowas habe ich tatsächlich auf meinem Smartphone gemacht... :-)

Na hoffen wir, dass das in den nächsten Jahren besser wird :).

Tatsächlich sind mehrere Projekte am Laufen, mit dem Ziel ein universelles "Linux-Programmformat" zu erstellen - also Alternativen zu .deb und .rpm die auf jedem Linux-System installierbar sind.

Flatpak, Appimage und Snap

Snap kommt hierbei von Ubuntu, Flatpak kommt aus der Gnome-Welt.

Das große Problem ist und war schon immer die Abhängigkeiten. Windows ist es ja so, dass jede Anwendung Abhängigkeiten selbst mitbringt. In der Linux-Welt haben wir den Packetmanager. Wenn also Programm A Bibliothek X braucht - und Programm B auch - dann muss Bibliothek X auf einer Linux-Distribution nur ein mal installiert werden. Und braucht auch nur einmal upgedated werden. 

Der Nachteil ist natürlich, dass man auf einmal nicht mehr eine ausführbare Datei hat, die auf jeder Linux-Distribution läuft.

Und ich persönlich hoffe, dass an genau diese Stelle Flatpak, Appimage und Snap rutschen - dass wenn man ein Programm sonst nicht problemlos für seine Distribution bekommen würde, man so ein Distribution-unabhängiges App-format nehmen kann.

Gegner dieser Formate gibt es nebenbei auch genug - und ich verstehe auch die Kritik. Die Ubuntu-Entwickler haben mit Snap auch mehr vor, als mir gefällt...

Wir werden sehen, was die Zeit bringt.

Gruß

Tuxgamer

@Tuxgamer

Tatsächlich sind mehrere Projekte am Laufen, mit dem Ziel ein
universelles "Linux-Programmformat" zu erstellen - also Alternativen zu .deb und .rpm

Programme kann man auch ganz ohne Paketmanager und dessen Pakete installieren - Du vergleichst Äpfel mit Birnen!

Flatpak, Appimage und Snap

Das wäre nicht das erste mal das bei der "Erfindung" eines neuen Universellen Paketformates am Ende keine Einigung stattfindet und es ab diesem Zeitpunkt dann einfach eines mehr ist.

Gegner dieser Formate gibt es nebenbei auch genug - und ich verstehe auch die Kritik.

Grundsätzlich könnte sowas auch mit Containern gelöst werden, also jede Software (wie unter Windows) immer alle Abhängigkeiten mitbringt und in einer Sandbox läuft. Nachtei →sehr viel mehr Speicherverbrauch und Zeitaufwand sowohl beim Downloaden als auch beim installieren.

Wir werden sehen, was die Zeit bringt.

Wenn man sich ansieht wie viele Android-Versionen es gibt und dennoch gibt es ein, mehr oder weniger, einheitliches Format und sogar der "Desktop" ist bei allen Herstellern nahezu identisch und kompatibel, da hat es offensichtlich geklappt eine Entscheidung zum wohle des Benutzers zu treffen.

Es ist halt so das viele Distributoren Scheuklappen auf haben und kaum ernsthaft darüber nachdenken das die Idee eines "Konkurrenten/Mitbewerbers" in Betracht zu ziehen besser wäre als wenn jeder sein eigenes Ding durchzieht. :-(

Wenn die sich mal zu einem "Standard-Desktop" durchringen würden der auf jeder Distri exakt gleich ist, dann wäre die Einstiegshürde für Umsteiger sicherlich deutlich kleiner. Es verlangt ja niemand das nun jeder diesen Benutzen muss (Wie es ja Vorgabe bei Android ist.

Linuxhase

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@Linuxhase

Wenn die sich mal zu einem "Standard-Desktop" durchringen würden der auf jeder Distri exakt gleich ist, dann wäre die Einstiegshürde für Umsteiger sicherlich deutlich kleiner. 

Was hat denn der Desktop mit diesem Thema hier zutun?

Ich verwende liebend gerne auf meiner Gnome-Oberfläche KDE-Programme. Das ist eigentlich Thema Programmkompabilität keine Sache.

Einen Standard-Desktop willst du. KDE in Ordnung? Bekommst du nahezu überall; und da wos kein KDE gibt - das braucht den Umsteiger nicht zu interessieren.

Verstehe also deine Forderung nich ganz.

Programme kann man auch ganz ohne Paketmanager und dessen Pakete installieren - Du vergleichst Äpfel mit Birnen!

Das ist richtig. Über den manuellen Weg wurde bereits geschrieben, weshalb ich darauf nicht weiter eingegangen bin.

Das wäre nicht das erste mal das bei der "Erfindung" eines neuen Universellen Paketformates am Ende keine Einigung stattfindet und es ab diesem Zeitpunkt dann einfach eines mehr ist.

Habe ich absolut kein Prolem mit, befürworte ich sogar.

Vielfalt und Alternativen - das waren schon immer der Vorteil an Linux - und solange du alle 3 Formate (wenn ich mich ganz erinnere musst du Flatpak noch icht mal unsterützen?) überall unterstütz - und das wäre durchaus ohne weiteres machbar - ist doch alles super.

Gegner dieser Formate gibt es nebenbei auch genug - und ich verstehe auch die Kritik.

Grundsätzlich könnte sowas auch mit Containern gelöst werden, also jede Software (wie unter Windows) immer alle Abhängigkeiten mitbringt und in einer Sandbox läuft. 

Psst: Genau das ist das Prinzip von Flatpak, Appimage und Snap :).

Wenn man sich ansieht wie viele Android-Versionen es gibt und dennoch gibt es ein, mehr oder weniger, einheitliches Format

Das Format ist einheitlich - das ist das einzige, was bei Android vorgeschrieben ist.

Das ist bei Android aber wieder eine GANZ andere Sache.

Android hat eine umfassende API, an die du dich zu halten hast. Da wird dir genau vorgeschrieben, was dein Programm zu machen hat, was es im Hintergrund machen darf und wie lange. Was du aufrufen darfst.

Und so etwas will ich auf keinen Fall für GNU/Linux.

Selbst so etwas wie systemd (und ich finde systemd eigentlich ziemlich cool) geht schon sehr weit.

Aber so etwas wie Android; sorry, aber nein, auf keinen Fall.

Es ist halt so das viele Distributoren Scheuklappen auf haben und kaum ernsthaft darüber nachdenken das die Idee eines "Konkurrenten/Mitbewerbers" in Betracht zu ziehen besser wäre als wenn jeder sein eigenes Ding durchzieht. :-(

Du verwunderst mich :).

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Hallo

Kann man alle Linux-Programme auf allen Linux-Versionen installieren?

Ja das kann man, solange man auch alle Abhängigkeiten dazu auflöst.¹

Linuxhase

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  1.  Wenn man also eine QT-Anwendung benutzen möchte muss auch die QT-Bibliothek installiert sein. Oder wenn man ein GTK-Programm benutzen will muss die GTK-Bibliothek isntalliert sein usw.

Hatte mal ne Linux-Distro gehabt ohne QT, es wurde aber per terminal nachgeladen.

Die Frage ist nur, ob alle Distros auch alle Abhängigkeiten unterstützen

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@EsWerdeLight

@EsWerdeLight

Die Frage ist nur, ob alle Distros auch alle Abhängigkeiten unterstützen

Da gibt es nicht zu unterstützen!

Es gibt komplexe Programme die viele Abhängigkeiten haben und solche die gar keine haben und eben alles dazwischen. Welche das sind steht meistens in der Readme.

Der Rattenschwanz an Programmen und deren Abhängigkeiten und wiederum die Abhängigkeiten der Abhängigkeiten usw. muss gelöst werden sonst geht es nicht.

Linuxhase

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