Kann Kollektiverziehung zur Ausbildung einer stabilen Ich - Identität führen?

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3 Antworten

Wenn Anpassung verlangt wird und Individualismus verpönt ist, dann bestimmt nicht. Im Kollektiv geht es mitunter um das Wir-Gefühl. "Wir machen das so". "Tanz nicht aus der Reihe". Wer sich anpasst, wird als nützliches Mitglied geachtet, wer Eigenes versucht, wird sanktioniert. Solange man in diesem Kollektiv lebt, sich angepasst hat und dafür geachtet wird, geht alles gut. Ist man plötzlich auf sich allein gestellt bzw. in einer anderen Umgebung und soll Entscheidungen treffen, dann gibt es Probleme. Viele DDR-Bürger, die sich plötzlich im Westen zurechtfinden sollten, können davon ein Lied singen.

Wenn allerdings die Persönlichkeit der Kinder in diesem Kollektiv gefördert wurde und individuelle Entscheidungen und Wege akzeptiert und evtl. diskutiert wurden, dann ist das durchaus positiv und kann zu einer stabilen Ich-Identität führen. Vor allem, wenn die jungen Leute später bei Problemen jederzeit zurückkommen können, guten Rat bekommen und wieder aufgebaut werden.

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Es kommt immer darauf an, welche Zieldefinitionen es gibt und wie diese erreicht werden sollen. Sicherlich spielt der Rahmen eine Rolle, ob das nun ein Kibbuz ist oder eine öffentliche Grundschule in Deutschland oder ein Waldorfkindergarten in Skandinavien oder eine Schule in China oder was weiß ich. Wenn aber ein Ziel eine stabile Persönlichkeit ist (was natürlich sehr sehr sehr weit definiert ist), ist da vieles möglich.

Zieldefinitionen sind jedoch nur auf oberster Ebene als solche heren Ziele geschrieben. In unteren Ebenen ist das dann wesentlich konkreter. Deine Frage kann somit ganze Bücherregale füllen, weil sie einfach viel zu wenig konkret gestellt ist.

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Das kommt darauf an, was du unter stabil verstehst. In einer Gemeinschaft, kann sich durchaus ein "stabiles Ich", denke ich, aber wenn die Personen die kollektiv erzogen wurden, aufeinmal auf sich alleine gestellt sind (was in der Welt ja nunmal so ist) dann werden die sich wahrscheinlich ersteinmal nicht "stabil" fühlen. Aber wiegesagt, kommt es drauf an, was man darunter denn genau versteht.

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