Kann Kindesmisshandlung in späteren Jahren zu sadistischen oder Masochistischen Neigungen / Vorlieben führen?

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Jeder verarbeitet anders. Wie jemand mit Misshandlung umgeht ist von Person und Entwicklungs- und Kenntnisstand unterschiedlich.

Beispiel Borderline. Es wird angenommen, dass Borderline durch den Vertrauensbruch einer Bezugsperson entsteht, wenn man sich jahrelang auf jmd verlässt und jmd vertraut und feststellt dass man belogen, betrogen, benutzt oder ähnliches wurde.

Man verändert täglich sein Weltbild in kleinen Stücken. Doch bei einem Vertrauensbruch geraten große Teile ins Wanken. Informationen bauen ja aufeinander auf. Wenn große Teile davon hinfällig werden, wo steht man dann, woran soll man sich orientieren? Wo steht man selbst und wo die anderen. Man versucht diese Erfahrungen abzulehnen und "beschließt", die "Welt" und/oder man selbst sei schlecht.

Frauen tendieren dazu, Fehler bei sich zu suchen, Kritik und Gewalt eher auf sich zu richten. Männer tendieren dazu, Frust nach außen zu richten, Gewalt nach außen "abzugeben".

So, und gerade in jungen Jahren geht man davon aus, dass es normal ist und wird schneller überzeugt dass etwas richtig sei. Also trägt man solches Verhalten auch weiter.

Nächster Punkt sind die Emotionen. Manchmal verbietet man sich das Fühlen bei Kommunikation usw., beim Bewerten von Ereignissen, um nicht von der Erinnerung belastet zu werden und um "für die Zukunft vorzusorgen". Menschen ohne Mitgefühl sind eher sadistisch oder masochistisch als andere. Da man zum Lernen und für manche Entscheidungen heutzutage möglichst objektiv bleiben soll, ist das relativ "in", auch ohne Trauma oder schwierige Vergangenheit, sondern zur "nüchternen Betrachtung". Von den Qualitäten von Geschäftsführern oder Mobbing rede ich garnicht.

Durch lebensbedrohliche Handlungen jedweder Art wird ein sexuelles Lustempfinden ausgelöst. Das liegt noch eher in der Natur verankert und lässt sich bewusst schwerer kontrollieren. Schmerz z.B. "sendet" einen Reiz, damit man einen Anreiz hat, sich aus der Situation heraus zu begeben!!

Menschen ohne Gefühle können nicht immer Lustempfinden haben. Manche Menschen verlieren die wichtigsten sexuellen Empfindungen durch Missbrauch, dass die Erregung nicht mehr funktioniert, weil sie gelernt haben das zu unterdrücken und vergessen haben es (einfach) zuzulassen.

Das passiert wenn sie die Umstände lange Zeit läugnen und um ihre "Selbstbestimmtheit" zu retten. "[wenn] das Individuum (als sich ständig wandelnde subjektive Erfahrung) angezweifelt wird, verlieren auch diese Triebe und Neigungen jede Bedeutung."
https://de.wikipedia.org/wiki/Nihilismus

Das nächste ist die inner Scham. Wie soll man die verarbeiten. Wie soll man das wieder los werden. Wie gesagt entscheidet das jeder für sich, welche Teile man zulassen kann oder ablehnen muss. Und man kann nur ganz langsam einzelne Sichtweisen ändern. Es führt nicht das eine zum anderen.

Also zuerst wird es möglichst als Ganzes ignoriert, abgeblockt. Manchmal ohne dass man noch die Erinnerung daran hat. Dann ist die selbe "Schicht" nochmal dazwischen, dass einem Teile der Erinnerung nur zufällig klar werden. Aber das ist nochmal was anderes. Manche Teile werden dann angenommen um sie zu "verarbeiten" damit man sich damit beschäftigen und sie "einsortieren" kann.

Was man ablehnt verändert einen trotzdem in die Richtung, auch unterbewusst. Die Verbindung zu einem Gedanken wird aufgebaut, das Wörtchen "nicht" kennt unser "Unter"-Bewusstsein, unser "Gehirn" nicht. Das wird erst später irgendwie gefiltert.

Lüge und Gewalt lassen Hierarchien entstehen. Bindung wird unmöglich.

Ein Hang zu SM wird sogar von der Gesellschaft (Werbung, Geschäfts-, Berufsleben, Erziehung) provoziert, aber Missbrauch führt nicht nur zu SM, sondern auch zu Krankheiten wie Borderline und narzisstischem Verhalten.

Die Wurzel allen Übels ist die "Lüge". Aus religiöser Sicht nichts anderes als "Sünde". Und in der Religion gibt es "Vergebung" für den Sünder wie sich selbst, also eine "Befriedung" vertikal, Psychotherapie gibt es nur "Horizontal". Also SM ist irgendwie, die Fehlverhalten vertikal weiter zu verbreiten, auszuleben und damit zu "spielen".

http://www.gutzitiert.de/zitate_sprueche-schuld.html

Traumatische Erlebnisse können wohl vermutlich verantwortlich sein. Über Masochismus weiß ich nicht so viel. Es gibt bisher auch zu wenige Studien in dem Bereich. Ein erster guter Ansatz sind die Aussagen von Lydia Benecke (Kriminal-Psychologin und BDSMlerin), die aber nur über Sadismus gute Aussagen treffen kann. (Masochisten kommen wegen ihrer Neigung ja auch kaum ins Gefängnis. Sie schaden ja wenn, dann "nur" sich selbst).

Sadismus und Masochismus müssen außerdem nicht zwangsläufig sexuell motiviert sein. In den Fällen ist es keine sexuelle Neigung, aber eine Störung.

Und dann muss man natürlich zwichen Krankhaft und "normaler" Neigung unterscheiden. Ein krankhafter Sadist betreibt kein echtes BDSM, weil es keine Einwilligung von seinem Opfer will. Und ein krankhafter Masochist möchte ernsthaften Schaden erleiden. Je schlimmer ein Trauma bei einem Sadisten ist, desto höher die Gefahr, dass er ein gefährlicher, krankhafter Sadist wird. Wie es bei Masochisten ist, weiß ich nicht.

Ob es sich bei dem Trauma um Kindesmissbrauch handelt oder um etwas anderes, ist da vermutlich eher zweitrangig.

Fakt ist jedenfalls, dass es unter BDSMler nicht mehr Missbrauchs-Opfer gibt, als unter nicht-BDSMlern. So hoch, wie man meinen könnte, ist der Zusammenhang zwischen Missbrauch und BDSM-Neigung also wohl nicht.

Ja, das kann leider tatsächlich der Fall sein. So manch späterer Serienkiller hatte in seiner Kindheit Gewalt durch die Eltern oder andere Familienmitglieder erlebt (was aber natürlich nicht als Ausrede für seine späteren Taten zu verstehen ist). 

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