Kann jermand die folgenden Sätze aus dem Buch das Heilige von Rudolf Otto möglichst einfach erklären

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2 Antworten

Otto - find ich gut!

Wenn ich mir diesen Text durchlese, dann wird mir klar, wieso die Leute damit Schwierigkeiten haben. Otto scheint zu versuchen, mit möglichst komplizierten Worthülsen sein eigenes Unverständnis vom "Heiligen" zu verbergen.

"Numinose Gemütsstimmung" heißt ja übertragen: "himmlische Gemütsstimmung". Ein Hinweis darauf findet sich in der Bibel, wo von "jubeln zufolge des guten Herzenszustandes" die Rede ist. Da es aus menschlicher Sicht kein vergleichbares Gefühl gibt, rät Otto dazu, dieses Gefühl zu übertragen auf bekannte Gefühle, passende irdische Entsprechungen ("Schmetterlinge im Bauch", "rosarote Brille", "ein Gefühl wie Verliebt sein und ein Lottogewinn"), um denen, die nicht in der Lage sind, diese Gefühle zu verstehen, weil ihnen der Zugang zum Heiligen noch nicht möglich ist.

Otto erklärt, daß dieses himmlische Gefühl in seiner Einzigartigkeit (ist wirklich ein geniales Gefühl!), wohl aus seiner Sicht überhaupt die Erklärung dafür ist, wieso Religion entstanden ist und in seiner Vielfältigkeit auf der Erde anzutreffen ist, weil dieses himmlische Gefühl tatsächlich eine Art Sucht nach mehr verursacht - und das geht nur, wenn man sich in einer Religion austobt, dem Göttlichen Raum und Zeit einräumt.

Otto versucht zu erklären, daß die menschlichen Bilder von "Götter", "Dämonen", "Engeln" etc. aus der Fantasie entspringen, in dem die Betroffenen beim Versuch, ihre Gefühle zu erklären und zu verstehen, in Bildern ausdrücken, die in den heiligen Schriften zu finden sind.

Die doppelte Beschreibung hat mit der Dualität des menschlichen Seins zu tun. Wer dieses numinose Gefühl kennt, kennt diese Zweiseitigkeit. Auf der einen Seite ist es Faszination, süchtig machen (anziehend), mit der Lust auf immer mehr und auch der Suche nach den "heiligen Geheimnissen". Andererseits kommt auch immer wieder Furcht auf, Angst, so daß man zwischen zwei Polen hängt - der inneren Harmonie aus dem Gefühl heraus und der Furcht vor Antworten oder Erkenntnissen, die man nicht haben will, die aber dazugehören.

Der Reiz, die Verlockung erklärt sich aus dem Gefühl heraus. Wunderbar - das Erleben der Sache - Wundervoll - eine Welt voller Wunder öffenet sich dem Wesen.

So in etwa würde ich es erklären und hoffe, es ist verständlich genug. Ich sag ja - Otto find ich gut.

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Kommentar von RosaBrandt
07.10.2011, 19:31

Oh Gott! Du hast mir gerade meinen Reli-Test gerettet!! Tausend Dank!!!!!

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ich weiss leider zu wenig von R.OTTO; hast du bereits gegoogelt? man müsste eventuell mehr von ihm und seinem buch lesen...

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