Kann jemand mir Kommunismus einfach erklàren?

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7 Antworten

Kann jemand mir Kommunismus einfach erklàren?

Kommunismus (= auf Deutsch: "gemeinsam") ist eine klassenlose Gesellschaft

Beispiel: Man geht einfach davon aus, dass die Putzfrau, die den OP im Krankenhaus putzt und keimfrei hält, genauso wichtig für den Erfolg der Operation ist, wie der Arzt, der die Operation durchführt, und wie die Krankenschwester, die dem Arzt die kleinen und großen Nebenaufgaben abnimmt, damit er sich besser konzentrieren und erfolgreich operieren kann.

Es gibt keinen, der "besser" ist; und keinen der "schlechter" ist. Und es gibt keinen, der "wichtiger" ist; und keinen der "unwichtiger" ist.

Es wird also nicht mehr zwischen "minderwertigen Jobs" (= Putzfrau) und "hochwertigen Jobs" (= Chirurg) unterschieden. Vielmehr kann auf niemanden verzichtet werden, denn alle tragen mit ihren Aufgaben zum Ergebnis (= Patient lebt und ist wohlauf) bei.

Deshalb gibt es in einer klassenlosen Gesellschaft auch keine Unterschiede zwischen den Menschen mehr, weil sie reiche Eltern haben; oder weil sie bessere Beziehungen haben; oder weil sie einen "besseren Job" haben, der ihnen viel Geld einbringt: 

Jeder kann Arzt werden, wenn er daran Interesse hat, die persönlichen Voraussetzungen dazu mitbringt und das Studium schafft. Und wer sich nicht dafür interessiert, der kann auch Putzfrau (naja, "Putzmann") werden, ohne dass ihn der Arzt geringschätzig anguckt...

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Zum Vergleich: Im Kapitalismus ist das in aller Regel nur Reichen vorbehalten, weil das Studium sehr viel Geld kostet. Ein Medizin-Studium in den USA kann leicht 100.000 und mehr Dollar Kosten verursachen. 

Und weil man das weiß, hat man in der Bundesrepublik eine Mischform zwischen Sozialismus (Das ist etwas anderes als Kommunismus!) und Kapitalismus probiert: Die "soziale Marktwirtschaft". 

Hier übernimmt die Gesellschaft bereits einen großen Teil der Kosten (nahezu oder gänzlich kostenfreie Bereitstellung der Hochschule, kostenfreie Schulbildung, und so weiter), um so zu ermöglichen, dass auch ärmere Leute Arzt werden können. Doch das ist nicht die Regel, sondern eine Ausnahme, die es weltweit nur in sehr wenigen Ländern gibt.

Der Kommunismus geht da noch weiter als die Bundesrepublik. Er sagt: 

"Es ist mir egal, ob deine Vorfahren mal arm oder reich waren. Und es ist auch egal, wie du deinen Beitrag zur Gesellschaft gestalten willst. Du bist es, was zählt. Nur du. Also kannst du Putzfrau oder Krankenschwester oder Arzt oder Astronaut, Maler, Buchautor oder sonstwas werden. Denn jeder ist gleich wichtig für das gute Funktionieren der Gesellschaft. 

Deshalb musst du nicht gucken, dass du dir einen Beruf oder Job aussuchst, wo du zwar 'genug Geld' verdienst; den du aber vielleicht abgrundtief hasst. Stattdessen suchst du dir einen Job aus, der dir Spaß macht. Ganz egal, was das ist: Putzfrau, Krankenschwester oder Arzt ... oder Maler, Buchautor, Musiker, Bäcker oder was-auch-immer. Und wenn du morgen Musiker und übermorgen Putzfrau werden willst, dann machst du das eben."

Kurz gesagt: Der Kommunismus guckt immer, dass es den Menschen gut geht. Und dazu baut er sich eine Wirtschaft auf, die es den Menschen gut gehen lässt.

Oder noch einfacher: Erst der Mensch, dann die Wirtschaft.

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... und vielleicht sagen was er davon hält.

Man kann vom Kommunismus persönlich halten, was man will. Aber über kurz oder lang wird man diese Gesellschaftsform anstreben müssen.

Alle vorangegangenen Gesellschaftsformen - von der Sklavenhalter-Gesellschaft bis zum Kapitalismus - haben, trotz ihrer jeweiligen Weiterentwicklung, gewaltige Probleme mit sich gebracht, weil sie stets darauf ausgerichtet waren (und sind), dass es einigen Menschen richtig gut geht, während die große Mehrheit nichts oder kaum etwas davon hat.

Beispielsweise besitzen heute 64 Menschen mehr, wie die Hälfte der gesamten Menschheit; also mehr als 3,5 Milliarden Menschen zusammen. 

Aber es ist noch viel schlimmer: Kapitalismus ist (notwendigerweise!) wie ein Heuschreckenschwarm: Er fällt irgendwo ein und frisst und frisst, bis das Feld kahl ist. Dann zieht er weiter. Und es interessiert ihn nicht, ob der Bauer hungert. 

Kapitalismus muss zwingend "immer mehr, immer mehr, immer mehr" erreichen. Sobald er still steht, stirbt er. Deshalb werden Bodenschätze geplündert, Wälder gerodet, die Atmosphäre verseucht, die Meere leer gefischt, ... kurz: Profite gemacht. 

Das funktioniert ein paar Jahrzehnte ganz gut. Doch es funktioniert nicht auf Dauer. Und der Kapitalismus kennt keine "Nachhaltigkeit". Ihm ist es egal, wenn die Wälder weg oder die Meere leer sind. Dann sucht er sich eben andere Betätigungsfelder, wo er Profit machen kann. 

Denn er MUSS Profit machen. Oder er stirbt.

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Mit anderen Worten: Die Menschheit wird über kurz oder lang "ruhiger werden" müssen. Sie wird "entschleunigen" müssen, wie es so schön heißt. 

Und das geht nur mit einer Gesellschaftsform, die das zulässt; die also nicht zusammenbricht, sobald man auf die Bremse tritt. 

... Tja, und da sind Sozialismus und Kommunismus die einzigen bekannten Gesellschaftsformen auf diesem Gebiet. Es wird also über kurz oder lang darauf hinauslaufen... 

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K. ist der Zustand der Gesellschaft, wo es keinen Kampf mehr um die materielle Existenz gibt, dank der hohen Produktivkraft der Produktionsmittel. Die Arbeitszeit ist dann stark verkürzt, es gilt der Grundsatz: "jeder nach seinen Fähigkeiten, jeder nach seinen Bedürfnissen." Die Arbeit wird zum ersten Lebensbedürfnis, dank der Beseitigung der Arbeitsteilung und stattdessen unmittelbare Beteiligung der Arbeitenden an den Arbeitsentscheidungen. Damit verliert die Arbeit ihren bisherigen Zwangscharakter und dient somit der Selbstentffaltung. Die Voraussetzungen für eine klassenlose und herrschaftsfreie Gesellschaft ist somit gegeben. Die Steuerung der Wirtschaft beruht auf einem einheitlichen kommunistischen Eigentum und erfolgt somit nicht über die Ware-Geld-Beziehung oder eine zentrale Planwirtschaft. Es herrscht eine freie Assoziation der frei Assoziierten, d.h. Räteherrschaft und Genossenschaften. Statt eines Staates gibt es nur noch eine Verwaltung, die das ausführt, was die Produzenten und Konsumenten beschlossen haben.

Der Kommunismus kann nicht mit einem Schlag eingeführt werden, sondern erfolgt über mehrere Schritte und ist somit ein kontinuierlicher Prozess, der stetig anhält und dann immer mehr sich weiterentwickelt. Wissenschaft und Technik sind dabei die treibenden Kräfte für diese ausbeutungsfreie Gesellschaft.

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Kommentar von Pr1nzAlbert
27.06.2016, 16:17

Das was du erzählst läuft unter der Bezeichnung "utopischer Kommunismus". Wurde schon öfter in Ansätzen probiert und endete immer im Desaster, weil sowas mit der egoistischen Spezies Mensch nicht funktionieren kann, selbst nicht wenn die Technik noch so ausgereift und Arbeit nahezu überflüssig wäre.

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Ich versuche es mal.
Gesellschaftsform die im Zusammenhang mit der Industrialisierung entwickelt wurde. Produktionsmittel werden in die Hände der Gesellschaft gelegt also verstaatlicht. Die Gemeinschaft produziert nach Bedarf und mehrjähriger Planwirtschaft. Jeder erhält was er zum Leben braucht, insbesondere das gleiche Gehalt ob Arzt oder Bauarbeiter. Theoretischer Ansatz, praktisch nicht funktional.

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Kommentar von voayager
27.06.2016, 11:56

dchon mal falsch erklärt, denn im Kommunismus gibt es keine Verstaatlichung mehr, sondern vielmehr Vergesellschaftung. Jeder bekommt auch nicht das gleiche Gehalt, denn die speziellen Fähigkeiten werden dann auch weiterhin berücksichtigt.

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Der Begriff Kommunismus entstand im 19.Jahrhundert(leitet sich ab aus communis gemeinsam) Es geht dabei um eine Gesellschaftsform, in der alle Mitglieder die gewissermaßen die gleichen Rechte besitzen und Besitz gerecht verteilt ist. Ganz vereinfacht gesagt, allen gehört alles, eine klassenlose Gesellschaft. Kommunistische Gesellschaftssysteme gab es bis zum Zusammenbruch der ehemaligen Sowjetunion(heute Russland). In diesen Staaten gab es quasi keinen Privatbesitz und keine Privatwirtschaft. Das war die Aufgabe des Staates.

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Kommunismus strebt eine Klassenlose Gesellschaft an 

Soll heissen: der Banker der sich um die Finanzen kümmert etc Das Geld verwalten tut und in der aktuellen Gesellschaft weit oben steht ist nun auf dem selben stand wie ein Sportler,  ein Müll-mann ein Manager etc 

Denn alle tragen dazu bei das die Gesellschaft funktioniert 

Der Müll Mann sorgt dafür das der Müll nicht überhand nimmt,  macht notwendige Arbeit die wenige machen wollen und zugleich gibt die Müll Entsorgung denen die im wirtschaftlichen Sektor,, oben " sitzen eine weitere Arbeits und Verwaltungs stelle um die sich gekümmert werden muss von,, oben " die für diese Leute und auch den Banker in anderen belangen wieder wichtig sind 

In der Theorie ( insbesondere das durchlesen was unsinkable2 schrieb)  ist es das ideale System 

Es funktioniert ( besonders nach der Entwicklung jetzt)  nicht und scheitert an der Individualität der Menschen und deren Egoismus,  also am Mensch sein selbst 

Aber eine gewisse Form des Kommunismus ist wichtig für die Zukunft,  denn der Kapitalismus ist es iwan nicht mehr 

Er kennt keine Grenzen,  die darf er nicht kennen sonst stirbt er,  raubt sich wenn eigene Ressourcen knapp werden zb wie die usa durch den nahen Osten 

Auf einem Planeten mit teils begrenzten Ressourcen funktioniert das eben nicht 

Ein andrer Faktor warum sich die Menschen eher von Kommunismus ( den es nie gab)  distanzieren sind eben die extremen die sich fälschlicherweise selbst als Kommunistisch bezeichneten 

Zb Stalin,  die RAF,  Nordkorea etc 

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Theorie -->

Jeder bekommt dasselbe an Ressourcen zum Leben zugesprochen, unabhängig davon wie viel oder was er für die Gesellschaft beiträgt.

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