Kann jemand eine begründete Perspektive für die Zukunft der NATO entwickeln?

3 Antworten

Die gleiche Frage hast du schon mal gestellt.

Die Staaten in Zentraleuropa, hauptsächlich Deutschland, Belgien, Niederlande verlieren militärisch durch Selbstzerstörung an Bedeutung. Wichtiger werden Nationen wie die Ukraine die näher an Russland sind. Vor allem Polen wird zum neuen Kampfhund der Nato aufgerüstet.

England und Frankreich dominieren in Europa aber durch Träger, U-Boote und A Waffen weiterhin.

Ein Problem besteht mit der Türkei, dies könnte noch zu einem Konflikt mit der Nato führen.

Die Rolle der USA ist schwer vorauszusagen, je nach Regierung schwärmen sie von der Nato oder halten es für verschwendetes Geld. Vor allem der desolate Zustand der Bundeswehr ist für die USA im Vergleich zu deren Ausgaben und Bemühungen eine Beleidigung.

Das Endziel der Nato liegt natürlich auf der Hand. Eine vollständige Angliederung so vieler Staaten um Russland wie möglich.

Dominanz gegenüber Russland zu Lande, zu Wasser und in der Luft. Sowie die Bereitstellung einer Militärmacht um bei Stellvertreterkonflikten eine Gegenmacht zu stellen.

Das Hauptproblem bei der Nato sind die USA. Diese provozieren immer wieder Konflikte und fallen damit auch den schwachen Verbündeten wie Deutschland und Italien in den Rücken. Das Libyen Abenteuer und der Syrienkrieg haben Teilen Europas enorm geschadet. Aber solange Deutschland hier keine militärische Stärke (Trägerschiffe, Raketen, Leopard 3 Entwicklung, Eurofighter Nachfolger im Alleingang) hinlegt wird es innerhalb der Nato weiter ein Witz mit Ohren sein auf den man nichts gibt und der mit den Asylströmen eben leben oder untergehen soll.

Das Ziel aller Ziele wäre es natürlich Russland selbst zu spalten, einen Bürgerkrieg zu provozieren und eines Tages die eigene "Opposition" im Kreml zu installieren. Aber der Russe ist kein Anfänger und kennt das Spiel, A Waffen unterstreichen seinen Anspruch und Überlebenswillen.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Ja klar, und das wird auch getan... dass es zum Beispiel sinnvoll ist, wenn Staaten auf beiden Seiten eines Ozeans sich beraten und abstimmen, wie sie Schiffe auf dem Meer schützen können, das leuchtet sogar mir ein. Und dass man, wenn man schon die Ausstattung hat, sich verständigt, wozu man sie noch gebrauchen will und wozu nicht, das auch.

Das hängt ja stark von der Perspektive ab, die EU/ein EU Staat und die USA werden vermutlich eigene Vorstellungen haben.

Was bleibt ist das wichtigste sicherheitspolitische Forum in dem der 'Westen' sein handeln aufeinander abstimmt und Synergieeffekte nutzbar macht. Dazu gehören auch vertrauensbildende Maßnahmen innerhalb der Allianz, was häufig schnell vergessen wird.

Abgesehen davon lässt sich wohl der Zweck auf den kleinsten gemeinsamen Nenner zwischen EU/Nordamerika bringen: Die Entwicklung und Beibehaltung eines militärischen Gegengewichts zu Russland. Dazu gehören auch Governance-Maßnahmen und Ertüchtigung (bspw. P4P) nicht-Mitglieder an die NATO anzulehnen. Regional lässt sich der Nordpol hier mit einbeziehen.

EU und USA haben und werden sich ansonsten weiter auseinanderleben was einige relevante Fragen angeht. Der Mittelmeerraum/Nordafrika ist für die USA irrelevant. China/Pazifik wiederum ist ein deutliches US-Interesse welches in diesem Umfang hier nicht geteilt wird.

Was den nahen Osten betrifft denke ich, dass die NATO-Mitglieder wenig Interesse haben sich wieder in ein Afghanistan-ähnliches Szenario reißen zu lassen. Die NATO-Staaten sind was solche Maßnahmen angeht auch sehr geteilter Meinung, von daher lässt sich die Allianz auch schlecht als Vehikel verwenden. Vermutlich wird das ein Fall von Containment zur Gesichtswahrung und small footprint, so wie wir es jetzt schon sehen, mit Blauhelm-Einsatz und freundliches Händchen aufhalten bei der arabischen Liga und hoffen die übernehmen einen Teil der Last. Ggf mit zähneknirschenden Akzeptieren von stärkerem iranischen und saudischem Einfluss in Syrien.

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