kann jemand die Westbindung der Bundesrepublik Deutschland erklären, biitte?

...komplette Frage anzeigen

2 Antworten

"Westbindung" heißt die Einbindung der BRD in die westliche Staatengemeinschaft. Wichtige Verträge wären die NATO, die Euratom, die Montanunion, die EWG, die Westeuropäische Union und der Europarat.

Einige davon sind dann mit der EWG verschmolzen, die sich inzwischen zur EU weiterentwickelt hat.

Insbesondere die militärische Komponente (die EVG [die nicht zustandekam], NATO, WEU und Bundeswehr) waren damals sehr umstritten, aber auch grundsätzlich hatte die SPD damals Bedenken, dass damit die Spaltung Deutschlands vertieft und eine Wiedervereinigung unmöglich wurde.

Das sollten genug Stichworte sein, unter denen du was finden kannst.

Gute Antwort, vielleicht könnte man noch Westintegration ergänzen, vielleicht findet sich dazu ja mehr als zu Westbindung. :)

0

Die Westbindung ist im Grunde nichts anderes als eine verharmlosende Umschreibung für die Teilung Deutschlands. Dazu solltest Du Dich zunächst mal über die Londoner Sechsmächtekonferenz von 1948 belesen.

Wenn Du etwas über die Motive Adenauers erfahren möchtest und wessen Interessen er mit der Spaltung vertrat, dann sei Dir diese Dokumentation empfohlen:

Die Westbindung ist im Grunde nichts anderes als eine verharmlosende Umschreibung für die Teilung Deutschlands.

Nö. De Teilung Deutschlands hatte komplexe Ursachen. Zum Beispiel den Eindruck im Westen, dass die UdSSR versucht, aus der wirtschaftlichen Misere Deutschlands zu profitieren, und deshalb eine Währungsreform auch ohne die UdSSR gemacht werden muss.

Auch später wurden die Angebote aus Moskau meist als reine Ablenkungsmanöver eingestuft, um EVG bzw. Beitritt der BRD zur NATO zu verhindern.

Interessant ist auch, dass in einer Zeit, wo so eine Motivation unwahrscheinlich wäre (nach dem Scheitern der EVG, und vor Beginn der Diskussion um den NATO-Beitritt) solche Angebote ausblieben.

Ob nun die wirtschaftliche Stabilisierung Westdeutschlands letztlich zur Wiedervereinigung führte, wie es Adenauer hoffte, oder ob die SPD mit ihren Konzepten (Entspannung) richtig lag, ist Ansichtssache. Irgendwie hat ja beides dazu beigetragen.

0
@helmutwk
Nö.

Erzähl uns bitte keine Märchen.

Eindruck im Westen, dass die UdSSR versucht,

Interessante Hypothese. Mal abgesehen davon, daß eine Eindruck eben nur ein Eindruck und damit völlig subjektiv ist, gibt's dafür auch ansatzweise belastbares Material?

Auch später wurden die Angebote aus Moskau meist als reine Ablenkungsmanöver eingestuft,

Das wird gern behauptet. Belegen läßt sich nach wie vor nicht. Es läßt sich aber belegen, daß Adenauer eine gesamtdeutsche Wahl NICHT gewonnen hätte und daß er und Konsorten über einen Reptilienfonds der Rüstungsindustrie massiv bestochen wurden (siehe obiges Video, HS-30-Skandal, Ruscheweyh, Werner Plappert usw.) Die Rüstungsindustrie hatte jedoch ein vitales Interesse an einem hochgerüsteten Teilstaat an der Systemgrenze. Damit sind die Motive Adenauers klar - ganz im Gegensatz zu den Intentionen Moskaus, wo man immer noch im Dunkeln tappt und außer Behauptungen nichts zu bieten hat.

zur Wiedervereinigung führte, wie es Adenauer hoffte,

Adenauer, der rheinischen Separatist, hoffte auf eine Wiedervereinigung? Sorry, aber das ist das Albernste, was ich in letzter Zeit hier gelesen habe. Daß es unwahr ist, habe ich gerade belegt.

Irgendwie hat ja beides dazu beigetragen.

Bitte? Wenn etwas zur deutschen Einheit geführt hat, dann war es Gobatschows Perestroika und damit die Perspektivlosigkeit der DDR und ihrer Führung.

2
@FloydPepper
Erzähl uns bitte keine Märchen.

Du bitte auch nicht!

Mal abgesehen davon, daß eine Eindruck eben nur ein Eindruck und damit völlig subjektiv ist

Klar, ich hab ja davon gesprochen, wie das, was Stalin und seien Nachfolger anboten, im Westen verstanden wurde. Über die Motive Moskaus habe ich direkt nichts gesagt.

Aber ich habe auch darauf hingewiesen, dass Moskau es versäumt hat, ein Angebot zu machen, dass eindeutig kein Ablenkungsmanöver gewesen wäre.

Das wird gern behauptet. Belegen läßt sich nach wie vor nicht.

Also dass der Westen die Angebote als Ablenkung und Propaganda abgetan hat, lässt sich belegen. Schau dir nur die damaligen Statesments an.

Wenn etwas zur deutschen Einheit geführt hat, dann war es Gobatschows

Hätte es die ohne die Entspannung gegeben?

die Perspektivlosigkeit der DDR und ihrer Führung.

Wäre die Perspektivlos gewesen, wenn es den Leuten in der DDR materiell besser gegangen wäre als den Leuten im Westen?

Es gibt i9mmer ein Geflecht von Ursache und Wirkung, weshalb es in der Regel naiv ist, nur auf eine einzige Ursache zu schauen. Auch die Motive Adenauers waren komplexer, als es die Fokussierung auf den Reptilienfonds erscheinen lässt.

0
@helmutwk
Du bitte auch nicht!

Ja, ja.

Aber ich habe auch darauf hingewiesen, dass Moskau es versäumt hat, ein Angebot zu machen, dass eindeutig kein Ablenkungsmanöver gewesen wäre.

Unbewiesene Behauptung. Du unterschlägst mindestens die erste Stalinnote.

Also dass der Westen die Angebote als Ablenkung und Propaganda abgetan hat, lässt sich belegen. Schau dir nur die damaligen Statesments an.

Also noch mal im Volltext, damit auch Du mich nicht mißverstehen kannst und nicht an meiner Ausführung vorbeiredest: Es wird gerne behauptet, daß die Angebote Moskaus Ablenkungsmanöver gewesen seien. Und es gibt keinerlei Beleg dafür, daß diese Behauptungen wahr sind. Klar soweit?

Dabei hat "der Westen" durchaus uneinheitlich gehandelt. Sieh Dir nur mal die Statements der SPD an.

Hätte es die ohne die Entspannung gegeben?

Die Perestroika? Ja natürlich.Was juckt es eine russische Birke, wenn eine deutsche Wildsau sich an ihr reibt?

Oder meinst Du die Einheit? Auf den Mauerfall hatte Bunzregierung so wenig Einfluß wie auf die Massendemonstrationen. Die Einheit hat man ihr in den Schoß gelegt.

Wäre die Perspektivlos gewesen, wenn es den Leuten in der DDR materiell besser gegangen wäre als den Leuten im Westen?

Warum ist es den Leuten in der DDR nicht besser gegangen?

  1. Ostelbien war noch nie besonder stark industrialisiert oder stark besiedelt. Es fehlte an Bodenschätzen. Die gab es (Kohle, Erze usw.) - wie auch die entsprechende Industrie dazu im Ruhrgebiet. Wie soll ein solcher Landstrich mit einem Fünftel der Gesamtbevölkerung überhaupt lebensfähig sein, wenn man ihn über Nacht vom Mutterland abtrennt (einschließlich Boykott usw.)?

  2. Der Osten hat die Reparationen für einen Krieg bezahlt, den das ganze Deutschland einst geführt hat. Pro Person das 130fache. Einschließ Demontage von bis zu 3000 Industriebetrieben, 10.800 km Gleis und Entnahmen aus laufender Produktion. Die Reparationen im Osten bis zum 17. Juni 1953 machten bis zu 48% des jährlichen Bruttosozialproduktes aus. Wie soll ein Landstrich bei solch einer Deindustrialisierung überhaupt überleben können?

Daß es den Menschen in der DDR unter diesen Voraussetzungen hätte besser gehen können als jenen im Westen, ist also völlig illusorisch - selbst wenn in beiden Staaten das gleiche Staats- und Wirtschaftssystem geherrscht hätte. Unter diesen Bedingungen konnte die Wirtschafts- und Preispolitik nur einigermaßen funktionieren, solange das Land abgeschottet war. Zudem war naturgemäß die wirtschaftlich Bindung an die SU sehr eng. Mit dem plötzlichen Wegbrechen dieses Partners war auch die DDR nicht mehr überlebensfähig. Wie ich sagte: keine Perspektive.

Auch die Motive Adenauers waren komplexer, als es die Fokussierung auf den Reptilienfonds erscheinen lässt.

Klar. Man kann zur Bestechung schlecht gezwungen werden. Man muß sich auch bestechen lassen WOLLEN.

1
@FloydPepper
Unbewiesene Behauptung. Du unterschlägst mindestens die erste Stalinnote.

Die war vom 10. März 1952.

Die ersten Überlegungen zur EVG wurden 1950 angestellt, ab 1951 gab es konkrete Verhandlungen, die am 26. und 27. Mai 1952 zu Unterzeichnng des EVG-Vertrags führten. Also kam die Stalin-Note mitten in die entscheidende Phase der Verhandlungen, die zur Bildung einer europäischen Armee mit deutscher Beteiligung führen sollten.

Hast du vielleicht die von mir erwähnte EVG "unterschlagen"?

Es wird gerne behauptet, daß die Angebote Moskaus Ablenkungsmanöver gewesen seien. Und es gibt keinerlei Beleg dafür, daß diese Behauptungen wahr sind.

Und noch mal im Klartext: ich habe nicht davon gesprochen, was die Motive Moskaus waren (das wäre Spekulation), sondern wie die Angebote im Westen wirkten. Die erste Stalinnote beispielsweise als Manöver, um die EVG zu verhindern.

Die Perestroika? Ja natürlich.Was juckt es eine russische Birke, wenn eine deutsche Wildsau sich an ihr reibt?

Danke für deinen sachlichen Ton ;)

Natürlich gibt es da Zusammenhänge. Gorbatschow hat mehrfach was gesagt, das seinerzeit auch von Henry Kissinger verkündet wurde: dass auch immer an die Interessen der Gegenseite gedacht werden muss. ist mir schon damals aufgefallen, und ich hab mich gefragt, ob ihm klar ist, dass die Politik der USA von ganz anderen Leuten als von Nixon und Kissinger bestimmt wird. ;)

Andere mögliche Zusammenhänge wären die Notwendigkeit von Wirtschaftsreformen angesichts der Verschuldung der UdSSR im Westen (die mit dem stärkeren Westhandel in Zusammenhang steht, der ohne Entspannung geringer geblieben wäre), die stärkeren Forderungen nach Menschenrechten bzw. oft einfach nur der korrekten Anwendung der Gesetze der UdSSR als Folge (von Korb drei) der KSZE-Schlussakte.i.

Oder meinst Du die Einheit?

Ja, eigentlich meinte ich die Einheit.

Auf den Mauerfall hatte Bunzregierung so wenig Einfluß

Erstens war Entspannung eine gesamteuropäische Angelegenheit, also schon deshalb nicht einfach die Sache der Bundesregierung, und zweitens war 1989 nicht mehr die Bundesregierung dran, die die Entspannung vorangetrieben hatte (Kabinett Brandt).

Eine Ursache-Wirkungsbeziehung kann auch indirekt sein. Siehe die "Helsinki"-Gruppen in mehreren osteuropäischen Ländern, die sich auf die Schlussakte der KSZE-Konferenz von Helsinki beriefen, also auf einen Vertrag, der von ihrer Regierung unterzeichnet worden war.

Daß es den Menschen in der DDR unter diesen Voraussetzungen hätte besser gehen können als jenen im Westen, ist also völlig illusorisch

Das war zur Zeit der Währungsreform noch nicht absehbar: Deutschland (genauer: Westdeutschland, die Ostblockstaaten haben ja die entsprechenden Angebote abgelehnt) war noch nicht Empfänger von Hilfen des Marshall-.Plans, Reparationen gabs auch im Westen - und wie umfangreich die im Osten waren, war nicht jedem klar, schon gar nicht im Westen.

Man muß sich auch bestechen lassen WOLLEN.

Oder mit den Zielen der Leute, die einen unterstützen, sympathisieren.

0

Was möchtest Du wissen?