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4 Antworten

Die Quellenlage zu den wörtlichen Aussagen des historischen Jesus sind denkbar schlecht. Das ist ein grosses Dilemma der gesamten christlichen Theologie. Die ersten Aufzeichnungen über seine Worte finden sich erst ca. 50 Jahre nach seinem Tod und da bereits nicht von Leuten, die ihn erlebt und gehört haben, sondern von Gläubigen aus der sog. Urgemeinde. 

Wenn man protestantische Theologie studiert, wird man mit der Tatsache konfrontiert nahezu jede Aussage Jesu einer bestimmten "Tradition" zuzuordnen, d.h. die Aussage wird erklärt durch Zuordnung zu einer Glaubensvorstellung bestimmter Personengruppen. Die wissenschaftlichen Theologen sind der Meinung, dass im gesamten Neuen Testament praktisch keine wörtlichen Aussagen Jesu enthalten sind - vielleicht einmal abgesehen von einigen besonders auffälligen Kreuzesworten ("Mein, Gott, warum hast Du mich verlassen?"), die völlig kontraintuitiv sind, wenn man die Gottessohnschaft Jesu voraussetzt.

Selbst die berühmten Worte der Bergpredigt, die stets zum absoluten Grundbestand christlicher Verkündigung gezählt werden, finden sich bereits in anderen Religionsdokumenten, sind also von der Urgemeinde aus fremden Quellen übernommen worden. Es ist ja nicht einmal geklärt, ob man die vier Evangelien, die heute als gültig (kanonisch) angesehen werden, als die verbindlichen betrachten darf. Vielleicht sind ja auch die anderen Evangelien (z.B. das nach Thomas) oder die Qumrantexte genau so relevant. Hinzu kommt die Tatsache, dass die Quellen selbst der kanonischen Texte in sehr vielen Varianten vorliegen (sog. Lesarten nach bestimmen Codizes). 

Ein bekannter Neutestamentler, Joachim Jeremias, hat vor einigen Jahrzehnten die "Ipsissima Vox", also die ureigensten Worte Jesu versucht zu benennen. Zehn Aussagen rechnete er zu den absolut authentischen Worten Jesu. Das Buch war noch richtig gedruckt, als bereits Scharen von Neutestamentlern akribisch nachwiesen, dass er sich bei allen geirrt habe. 

Rudolf Bultman, der wohl bekannteste protestantische Theologe des letzten Jahrhunderts wurde kurz vor seinem Tod nach seiner Sicht auf den historischen Jesu befragt. Seine Antwort war: "Es muss ihn gegeben haben!" 

Ich denke, dass damit klar geworden sein sollte, wie ungemein schwierig es ist, heute einem kritischen Frager gegenüber bestimmte wörtliche Aussagen des historischen Jesus glaubhaft machen zu wollen.

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Da du kein studierter Theologe bist, kannst du dies nicht beantworten.
Aber auch diese streiten sich da irgendwie - oder setzten statt Wissen "Glauben".
Alles was hier (noch) so geschrieben wird erfolgt dann nur aus der Sicht bestimmter Standpunkte. Welchen hast du, oder welcher ist dir vorgegeben ?
Mein "Senf" dazu:
1) dazu wäre eine Aussage im Umfang einer Studienarbeit erforderlich.
2) auch dazu wäre umfangreiche Recherche notwendig. Sehr wahrscheinlich hat Jesus nur wenig "Worte" genauso gebracht wie aufgeschrieben. Seine Aussagen (ist was anderes als Worte) sind dagegen verifizierbar, da sie sich oft wiederholen, mit anderen Worten und auch in "Beispielen" oder Gleichnissen.
3) Woran ist die "heutige" Erlösungsvorstellung fest zu machen ? Was beinhaltet heute und welches sind die Kompetenten Aussagen dazu welche (von deinem Pauker) akzeptiert werden - denn der hat ja auch einen "Standpunkt"

Wie du siehst - es geht so nicht. Du mußt, wenn du dies als "Aufgabe in der Schule hast dir irgendwas zusammenschustern in dem Sinne wo du denkst, das dies dein Pauker hören will.

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1.  Hätte man Quellen die Belegen, dass es den Sohn Gottes gegeben hat, hätte man auch gleich Gott belegt. Das ist nicht geschehen, als würde ich sagen nicht ausreichend.

2. Es müssen Belege her. Richtige belege, die keinen Zweifel lassen. Alles was momentan existiert, wurde erst viele Jahre später niedergeschrieben, den genauen Wortlaut wird man also nicht rekonstruieren können und die Echtheit der Überlieferung wird man nicht bestätigen können.

3. Dazu kann ich nichts sagen, die Vorstellungen sind widersprüchlich, da scheint es die verschiedensten Meinungen selbst unter Katholiken zu geben.

Aber alles nicht schlimm, es heißt ja Glauben und nicht Wissen. Zum Glauben braucht man keine Belege, zuverlässige Quellen oder Ähnliches. Die Behauptung reicht dafür schon aus.

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