Kann im Universum irgendwann alles wieder verschwinden?

Das Ergebnis basiert auf 14 Abstimmungen

Ja 78%
Nein 21%

12 Antworten

Das hängt wohl vom tatsächlichen Ende ab und davon, wie man "verschwinden" in dem Fall definiert.

Ich glaube ich muss aber erst mal weiter vorne anfangen, damit man weiß, was ich überhaupt meine. Es gibt eine Kraft, die jeder von uns kennt: Die Gravitation. Masse erzeugt Gravitation und diese breitet sich nach jetzigem Kenntnisstand mit Lichtgeschwindigkeit und unendlich weit aus, allerdings mit abnehmender Intensität, desto größer die Strecken sind. Man könnte also behaupten, dass sich früher oder später alles gegenseitig anziehen muss, gäbe es nicht ein weiteres Phänomen: Die Expansion des Universums. Das muss ich vielleicht auch kurz erklären:

Vesto Slipher hatte 1912 andere Galaxien beobachtet, genauer gesagt deren Lichtspektren. Dazu muss man wissen, dass sich das Lichtspektrum ändert, wenn sich die Entfernung zwischen Quelle und Betrachter ändert (das hängt mit den Wellen zusammen bzw. mit der Frequenz des Lichts). Wir kennen das zum Beispiel beim Dopplereffekt beim Schall. Kommt zum Beispiel ein Auto auf uns zu, wird sein Ton höher, entfernt es sich, erscheint er tiefer (bei der Formel 1 nicht zu überhören). Licht verhält sich genauso. Kommt die Quelle auf uns zu, erscheint sie bläulicher, entfernt sie sich, erscheint sie rötlicher. Im Alltag beobachten wir das nie, da die Geschwindigkeiten hierfür wesentlich größer sein müssen, damit sich der Effekt bemerkbar macht. Jedenfalls hatte Slipher damals angefangen genau das zu messen. Er ging davon aus, dass sich einige Galaxien ins Rötliche, einige ins Bläuliche verschieben - das es sich so grob die Waage hält. Erschrockenerweise stellte er dann fest: Fast alles, egal wohin man blickt, verschiebt sich ins Rötliche (man nennt das schlicht Rotverschiebung). Komisch...

Edwin Hubble hatte unabhängig davon 1926 die Entfernungen zu den anderen Galaxien gemessen. Ein Jahr später hatte Georges Lemaître dann quasi beide Arbeiten übereinandergelegt und stellte verblüffendes fest: Es verschiebt sich nicht nur fast alles ins Rote, sondern es passiert umso schneller, je weiter die Quelle von uns entfernt ist und auch hier: Egal wohin man blickt. Verstehst du was das bedeutet? Anders als beim Dopplereffekt beim Auto ist das Entfernen der Galaxien keine Eigenbewegung an sich (wie ein Auto, was fährt), sondern es setzt sich irgendwas zwischen uns und den anderen Galaxien (als würden wir und das Auto sich nicht bewegen, aber die Straße zwischen uns wird immer länger). Das Universum expandiert also und wir sind ja innerhalb diesem. Zusätzlich hat man um das Millenium herum herausgefunden, dass die Expansion auch noch zunimmt. Wir wissen nicht warum, beobachten es nur und gaben diesem Phänomen den Arbeitstitel Dunkle Energie.

Da wir den genauen Grund nicht kennen, gibt es eben nicht nur eine Möglichkeit zum Ende des Universums, sondern man gab drei spekulativen Enden einen Namen:

Eine Möglichkeit ist der Big Crunch. Hierzu müsste die Expansion zum Erliegen kommen, da aktuell ab einer gewissen Entfernung mehr neuer Raum entsteht als Anziehungskräfte wirken können. Wenn dem so wäre, kann es tatsächlich passieren, dass sich die gesamte Materie sammelt und sammelt bis man einen riesigen Materiewust hat. Der Raum wäre mindestens derartig gekrümmt, wie wir es von Supermassereichen Schwarzen Löchern kennen. Verschwunden ist da nichts, auch wenn Leben natürlich nicht möglich ist (ist es allerdings bei keinem Ende^^). Dieses Szenario ist allerdings etwas aus der Mode gekommen, weil die Indizien eher dafür sprechen, dass über die Gravitation triumphiert wird (da die Expansion ein Enstehen aus dem Nichts ist und keine Geschwindigkeit, kann sie einfach die Lichtgeschwindigkeit übertrumpfen - das ist kein Widerspruch).

Die zweite Möglichkeit ist der Big Freeze (oder auch Big Chill). Sterne fusionieren Wasserstoff zu Helium. Dabei gibt es einen Massendefekt (also die Masse des Fusionsproduktes ist geringer als die des Rohstoffs). Die Differenz wird als Energie in Form von Licht und Hitze frei. Irgendwann ist entweder das Wasserstoff verbraucht oder die Wasserstoffatome sind so weiter entzerrt, dass sich keine Wasserstoffgiganten bilden können um irgendwann eine Fusion zu zünden um als Stern zu enstehen. Das würde bedeuten: Planeten wie die Erde gibt es zwar noch, aber keine Sterne und kein Energiebringer - alles würde nach und nach erfrieren (daher der Name). Verschwunden ist hier erst mal auch nichts - es ist nur anders als vorher.

Dritte Möglichkeit ist der Big Rip. Die Expansionsrate kann also noch weiter zunehmen (weil wir ja nicht wissen, woraus diese resuliert, ist das eben eine Variable). In diesem Szenarion würde sie derartig ansteigen, dass nicht nur Galaxien, Planetensysteme und Planeten zerrissen werden, sondern bis hin zur atomaren Ebene und kleiner. Was hier am Ende übrig bleibt, lässt sich schwer definieren. Hier würde ich als erstes sagen, dass man von "verschwinden" sprechen kann, aber das ist natürlich sehr hypothetisch.

Ich hoffe ich habe mich nicht zu kompliziert ausgedrückt und konnte etwas helfen.

Natürlich, auch die Atome (genauer die Protonen) unterliegen einem Zerfall und ohne Protonen können auch keine Atome existieren, denn alle Atome haben auch Protonen im Kern. Allerdings konnte man den Protonenzerfall noch nicht nachweisen, was aber damit zusammen hängt, das die Protonen so unvorstellbar langsam zerfallen. Der Zerfall kann bis zu 10 hoch 36 Jahren dauern. Letztlich wird das Universum aber komplett leer sein (sofern es sich immer weiter ausdehnen sollte), nur Teilchen, die sich nicht weiter teilen bzw. zerstrahlen können bleiben dann übrig, z.B. Photonen, Neutrinos usw.

Ja

Nach meiner Theorie gibt es im Universum gleichviel positive wie negative Energie (Masse). Negative Masse ist keine Antimaterie, denn Materie und Antimaterie geben bei der Vereinigung Energie ab. Negative Masse würde dagegen bei Vereinigung mit gleichviel normaler Masse als Resultat gar nichts ergeben. Es vernichtet sich gegenseitig restlos. Vielleicht ist die negative Masse bisher in einer anderen Dimension, doch wenn die zusätzliche Dimension wieder schrumpft bzw. ganz verschwindet, käme sie zum Vorschein und die uns bekannte Welt und wir selbst lösen uns in Nichts auf.

Man sagt zwar, das Universum dehnt sich aus. Aber vielleicht dehnen sich nur die uns bekannten 3 Dimensionen weiter aus, wogegen weitere - uns bisher unbekannte - schrumpfen.

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