Kann ich zu einer nachträglichen, gemeinsamen Steuerklärung gezwungen werden?

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1 Antwort

Ich habe 2009, nachdem mein Ex zu seiner Freundin gezogen ist, die
getrennte Veranlagung beim Finanzamt beantragt und auch meine
Steuerklasse ändern lassen. Alles mit mündlicher Zustimmung meines Ex.

Ganz schlecht. Solche Vereinbarungen sollten *gerade* Geschiedene bzw. Getrennte immer schriftlich fixieren.

Der RA möchte jetzt die Rechtmäßigkeit dieses Antrags überprüfen, dazu will er die Akteneinsichtnahme.

Das ist nur logisch.

Nachfragen haben ergeben, dass die Erbin/Freundin vom Ex Steuern in
5stelliger Höhe nachzahlen soll. Ihr RA möchte eine nachträgliche, gemeinsame Steuererklärung, was wohl auch möglich ist. 

Ja, das ist m.E. richtig. Allerdings würde ich dir hier dringend raten, ebenfalls einen RA zu mandatieren, der dich berät.

Muss ich zustimmen?

Der Akteneinsicht? Eher nicht, aber der RA wird dann wohl Klage erheben auf Einsicht. -> Anwalt fragen.

Kann ich dazu gezwungen werden?

Vermutlich schon.

Kann das gerichtliche Folgen haben?

Grundsätzlich ist die Einzelveranlagung bei Eheleuten / getrennt Lebenden zwar möglich, aber dem anderen Partner steht dann zivilrechtlich ein Ausgleichsanspruch zu. Ein Verzicht auf diesen Anspruch würde m.E. auch den Rechtsnachfolger binden - aber eben nur, wenn der sich beweisen ließe. Da das wohl nicht der Fall ist, sehe ich hier tatsächlich nur geringe Chancen, der nachträglichen Heranziehung - sei es nun im Rahmen einer Zusammenveranlagung oder eines zivilrechtlichen Ausgleichs - zu entgehen.

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