Kann ich wirklich durch eine normale Ernährung meine Emotionen freischalten?

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6 Antworten

  • Bei dir sind Essverhalten und Emotionen gegenläufig. Je extremer deine Essgewohnheiten sind, desto unterdrückter sind deine Emotionen, da du dich mit dem Ess-Fehlverhalten unbewusst selbst ablenkst.
  • Wenn du normal essen würdest, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass du dich auch normal mit all deinen Emotionen auseinandersetzen musst. Es wäre empfehlenswert sie emporkommen zu lassen und auszuleben, am besten in therapeutischer Betreuung. 
  • Versuche unbedingt, normal zu essen und deinen Emotionen Raum zu geben.

Deine Psychologin hat vermutlich aus deinem Verhalten und dem was sie über deine Psyche weiß, geschlossen dass das gestörte Essverhalten eine Art Abwehr- bzw. Unterdrückungsmechanismus gegen deine Emotionen ist.

Sprich anstatt zu fühlen, lenkst du dich mit dem gestörten Essverhalten ab. Du flüchtest vor deinen Emotionen ins Essen.

Wenn du dein Essverhalten jedoch normalisieren kannst, nimmst du dir selber die Fluchtmöglichkeit und ermöglichst dir selbst wieder mit deinen Emotionen in Kontakt zu treten und sie zuzulassen.

Passiert das unterbewusst mit den Emotionen?

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@Cloara

Das lässt sich nicht verallgemeinern. Jede Person ist da ein wenig anders und geht anders damit um.

Sagen wir so: Es ist möglich dass du unbewusst die Emotionen durch deine Essgewohnheiten verdrängst, kann aber auch eine bewusste oder halbbewusste Handlung sein (das kannst in Wahrheit nur du selber tatsächlich beantworten).

Genauso kann es sein dass du nachdem du deine Essgewohnheiten erfolgreich normalisiert hast, andere Flucht- und Verdrängungsmechanismen entwickelst, ebenfalls bewusst oder unbewusst.

Oder eben dass du das nicht tust und die Emotionen zurückkommen. Wenn sie das tun, dann ohne deinen direkten Einfluss, also eher unbeabsichtigt, aber bewusst mitbekommen wirst du das auf alle Fälle.

Hat das deine Frage beantwortet, oder wolltest du auf etwas anderes hinaus?

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Hallo Cloara,

Du erwähnst, dass Dein Vater verstarb, als Du 10 J. alt warst und von da an zugenommen hast. Also scheint dieses Erlebnis ja etwas Traumatisches in Dir ausgelöst zu haben. Ist das in irgendeiner Form bisher behandelt worden?

Über die Aussage Deiner Psychologin kann ich wenig sagen ohne Beantwortung der obenstehenden Frage, denn es ist unklar, was 'Henne und Ei' ist.

LG

Buddhishi

Ich hatte in einer Klinik eine Trauer-Therapie aber während dieser Therapie ist nicht wirklich etwas emotional bei mir passiert.

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@Cloara

Danke, eine Trauer-Therapie ist jedoch etwas anderes als eine Trauma-Therapie. Könnte es sein, dass der Tod Deines Vaters etwas Traumtisches in Dir ausgelöst hat?

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Ich habe eine ganz ähnliche Erfahrung gemacht.

Ich war magersüchtig und zu dieser zeit emotional sehr instabil. Ich habe das immer in gewisser Weise mit dem Körpergewicht in zusammenhang gebracht. Mein körper war dünn, schwach und zerbrechlich und meine psyche ebenso.

Irgendwann konnte ich wieder normal essen. Und mit normalem Körpergewicht hat sich auch meine psyche stabilisiert.

Ich finde das hat auch viel mit dem körpergefühl zu tun. Du fühlst dich zerbrechlich, wenn du zu dünn bist und du fühlst dich stark, wenn du normalgewichtig bist, denn dann ist auch dein körper stärker.

Wenn dein Körpergewicht ständig schwankt, kann es also durchaus sein, dass auch deine Emotionen völlig durcheinander geraten sind.

Also innerhalb so kurzer Zeiten so viel ab und zu zunehmen, kann nur eine Belastung für dein Körper sein. Eine Essstörung wie diese ist eine Krankheit. Gehirnforscher haben bei vielen fettleibigen Menschen, eine Entzündung im Gehirn festgestellt, was dafür verantwortlich sein könnte, dass sie das Sättegefühl nicht empfinden. Das heißt sie essen viel mehr, als  ihr Körper eigentlich braucht, während andere denken würden, dass sie gleich platzen.
Dagegen gibt es noch kein  Heilmittel, somit verbleiben nur noch die Therapien, die nichts bringen, da es nicht nur ein mentales Problem ist.

Meine Meinung zur normalen Ernährung und deinen Gefühlen ist, dass die Psychologin selbst nicht wirklich weiß, ob das stimmt. Ich denke, dass das eine ganz individuelle Sache ist was sie da gemeint hat. Ich denke es ist andersrum. Du musst Entschlossenheit finden. Etwas wofür sich der Mensch einsetzt. Dadurch, dass man seine Emotionen unter Kontrolle bekommt, kann sich das Essverhalten normalisieren. Natürlich wäre es zwingend nötig, in den jungen Jahren zu einem Normalzustand deines Körpers zurückzukehren, da mit dem Alter das ganze schwieriger wird, jedenfalls denke ich, fokussierst du dich zu sehr an das Essen, anstatt den Dingen, womit du dich eher beschäftigen solltest.

Gefühle sind zwar hormongesteuert, aber ganz so einfach ist das nicht. Natürlich können deine Gefühle und Hormone durch eine gestörte Entgiftung des Körpers durch zu viel Junkfood oder durch fehlende Leberfunktionen bei Alkoholikern beeinträchtigt sein, aber das finde ich bei dir nicht sonderlich wahrscheinlich.

Der Körper schreit bei dir wahrscheinlich nach Essen und lässt deshalb deine Gefühle verrückt werden? Ist nur meine subjektive Begründung, ich hatte noch nie eine Esstörung.

Aber da du ja anscheinend nicht genügend Kalorien(am Tag) zu dir nimmst, funktioniert dein Körper eh nicht zu 100%. Wenn man sich gesund und ausgewogen ernährt, fühlt sich der Alltag vieel besser an.

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