kann ich Räumungsklageschrift auf Vollständigkeit und Richtigkeit in HH prüfen lassen

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Du kannst es versuchen. Wende dich an die Rechtsantragstelle, wenn die gerade wenig zu tun haben und freundlich sind, helfen sie dir bestimmt weiter. Kann aber auch sein, dass sie dir nicht helfen, weil das Amtsgericht Hamburg nicht zuständig ist.

Was die allgemeine Form der Klageschrift angeht, findest du bestimmt gute Muster. Ansonsten: bei der Räumungsklage sind besonders die Klageanträge wichtig. Auf jeden Fall muss die Wohnung sehr genau bezeichnet sein (wichtig später für den Gerichtsvollzieher). Wenn es um mehrere Mieter dieser Wohnung geht, solltest du beantragen, dass sie als Gesamtschuldner verurteilt werden. Außerdem sollte der Antrag sein "zu räumen und geräumt an die Klägerin herauszugeben". Zum Beispiel könnte der Räumungsantrag dann so aussehen:

1) den/die Beklagten (als Gesamtschuldner) zu verurteilen, die von ihm/ihnen bewohnte Wohnung in dem Mehrparteienhaus in der Gartenstraße 1, 12345 München, 2. Obergeschoss, linke Seite, bestehend aus 2 Zimmern, Küche, Bad, Diele und zugehörigem Kellerraum Nr. 1, mit einer Größe von 54 qm, zu räumen und geräumt an die Klägerin herauszugeben.

Auch die ausstehenden Mieten musst du gesondert beantragen und kannst für jede Miete ab Verzug Verzugszinsen in Höhe von 5 %-Punkten über dem Basiszinssatz mit beantragen. Außerdem solltest du als zweites noch beantragen, dem/den Beklagten die Kosten des Rechtsstreits aufzuerlegen. Ein weiterer möglicher Antrag wäre noch, den/die Beklagten bei Vorliegen der gesetzlichen Voraussetzungen durch Versäumnis- oder Anerkenntnisurteil im schriftlichen Verfahren zu verurteilen. Du kannst auch beantragen, dass das Urteil für vorläufig vollstreckbar erklärt werden soll.

Den Streitwert kannst du auch schon mit angeben, der berechnet sich Nettokaltmiete x 12 (für die Räumung) zzgl. des Gesamtbetrags der ausstehenden Mieten (ohne Zinsen/Mahnkosten).

Nach den Anträgen (und Streitwert) folgt die Begründung. Da sagst du am besten erst was über das Mietverhältnis ("Der/die Beklagte/n haben die im Klageantrag zu 1) bezeichnete Wohnung mit Mietvertrag vom ... von der Klägerin gemietet" ) und wie hoch der vereinbarte monatliche Mietzins ist ("Beweis: Vorlage des Mietvertrags vom ... in Kopie anbei als Anlage K1"). Dann, welche Monatsmieten in welcher Höhe rückständig sind (sollten wenigstens zwei volle Warmmieten sein, das weißt du bestimmt). Dann "Damit sind die Voraussetzungen des § 543 BGB erfüllt"; und dass du dem/den Beklagten das Mietverhältnis fristlos gekündigt hast ("Beweis: Vorlage des Kündigungsschreibens vom ... und des Zustellungsnachweises vom ... in Kopie als Anlage K2). Und letztlich "Der Kündigung wurde nicht wiedersprochen. Die Räumung der Wohnung ist bis zum heutigen Tage nicht erfolgt, sodass Klage geboten war. Abschrift(en) anbei."

Der Klage fügst du eine Abschrift (Kopie der fertigen, von dir unterschriebenen Klage mit allen Anlagen) bei, und zwar eine für jeden Beklagten/jede Mietvertragspartei.

Ich hoffe, ich habe nichts vergessen :) Rückfragen gerne, viel Erfolg!

das ist sehr hilfreich vielen Dank schonmal, ich habe Teilbeträge, da sie immer seit 1 Jahr Teile schuldet, schon per Mahnbescheid und Vollstreckungstitel über den Gerichtsvollzieher beauftragt, jedoch ohne Erfolg, muss ich diese Summen nochmal zum Streitwert rechnen oder nur aufführen mit dem Hinweis auf das AZ des Vollstreckungstitels, nehme ich mal an, denn es kann ja nicht doppelt betitelt werden, für diese Teilbeträge habe ich ja auch schon im Mahn- und Vollstreckungsverfahren Gerichtsgebühren bezahlt. Danke vorab.

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@Berlinerin2012

Entschuldige, den Kommentar hatte ich übersehen. Zum Streitwert musst du nur das dazurechnen, was noch offen und auch noch nicht tituliert ist (falls es da noch was gibt). Ansonsten würde ich die Beträge chronologisch aufführen und Kopien von den jeweiligen Titeln (Vollstreckungsbescheide usw.) als Beweis beifügen. Kosten für Vollstreckungsversuche (Gerichtsvollzieher usw.) stehen dir natürlich zu, aber in der Räumungsklage würde ich sie nicht gesondert aufführen, weil sie nicht direkt mit dem Räumungsanspruch im Zusammenhang stehen.

Ansonsten bleibt es eben bei 12 Nettokaltmieten als Streitwert für die Räumung.

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In Hamburg gibt es beim Amtsgericht die öffentliche Rechtsberatung. Dort kannst Du es mal probieren. Andernfalls sollte man als Vermieter immer mal über eine Mitgliedschaft bei Haus & Grund nachdenken. Da wäre sowas inklusive.

Die ÖRA ist glaube ich auch nur für Personen bis zu einem bestimmten Einkommen vorbehalten. Ganz sicher bin ich mir aber nicht. Der Rest soll sich einen Anwalt nehmen. Ist ja auch dessen Arbeit. Als Vermieter würde ich auch bei sowas beitreten, wie du beschrieben hast oder eine Rechtsschutzversicherung haben...

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