Kann ich Patentante werden,wenn ich einer anderen Religion bin?!?

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8 Antworten

Hallo sd2196,

ich sehe da keine Schwierigkeit. Du müsstest mit dem orthodoxen Geistlichen sprechen und dich auf die Magdeburger Erklärung vom 29.04.2007 berufen, in der die unterzeichnenden Kirchen wechselseitig ihre Taufen anerkennen.

Text:

Die christliche Taufe Jesus Christus ist unser Heil. Durch ihn hat Gott die Gottesferne des Sünders überwunden (Römer 5,10), um uns zu Söhnen und Töchtern Gottes zu machen. Als Teilhabe am Geheimnis von Christi Tod und Auferstehung bedeutet die Taufe Neugeburt in Jesus Christus. Wer dieses Sakrament empfängt und im Glauben Gottes Liebe bejaht, wird mit Christus und zugleich mit seinem Volk aller Zeiten und Orte vereint. Als ein Zeichen der Einheit aller Christen verbindet die Taufe mit Jesus Christus, dem Fundament dieser Einheit. Trotz Unterschieden im Verständnis von Kirche besteht zwischen uns ein Grundeinverständnis über die Taufe.

Deshalb erkennen wir jede nach dem Auftrag Jesu im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes mit der Zeichenhandlung des Untertauchens im Wasser bzw. des Übergießens mit Wasser vollzogene Taufe an und freuen uns über jeden Menschen, der getauft wird. Diese wechselseitige Anerkennung der Taufe ist Ausdruck des in Jesus Christus gründenden Bandes der Einheit (Epheser 4,4-6). Die so vollzogene Taufe ist einmalig und unwiederholbar.

Wir bekennen mit dem Dokument von Lima: Unsere eine Taufe in Christus ist "ein Ruf an die Kirchen, ihre Trennungen zu überwinden und ihre Gemeinschaft sichtbar zu manifestieren" (Konvergenzerklärung der Kommission für Glaube und Kirchenverfassung des Ökumenischen Rates der Kirchen, Taufe, Nr. 6).

Unterzeichnende Kirchen

Dem Text der Vereinbarung stimmten zu:

• Römisch-katholische Kirche, Unterzeichner: Karl Kardinal Lehmann

Evangelische Kirche in Deutschland

Orthodoxe Kirche in Deutschland

• Evangelisch-methodistische Kirche

• Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche Unterzeichner: Bischof Hans-Jörg Voigt

• Armenisch-Apostolische Orthodoxe Kirche in Deutschland

• Katholisches Bistum der Alt-Katholiken in Deutschland

• Äthiopisch-Orthodoxe Kirche

• Evangelisch-altreformierte Kirche in Niedersachsen

• Evangelische Brüder-Unität – Herrnhuter Brüdergemeine

• Arbeitsgemeinschaft Anglikanisch-Episkopaler Gemeinden in Deutschland

Das Problem ist nicht die Taufe, sondern die Firmung.

Um Taufpate zu werden benötigt man - wenn die anderen Antworten stimmen - in der orthodoxen Kirche die Firmung (in der katholischen Kirche ist es definitiv so).

Selbst als orthodoxe Christin könnte die Fragestellerin keine Taufpatin werden, wenn sie nicht gefirmt ist. Da es in der evangelischen Kirche das Sakrament der Firmung nicht gibt, kann sie nicht gefirmt sein.

Übrigens: Meines Wissens gibt es kein Dokument, das besagt, dass die Kirchen, bei denen es die Firmung gibt, diese gegenseitig anerkennen, sondern eben nur die Taufe erkennen sie gegenseitig an.

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@martin7812

Hallo Martin7812, vielen Dank für den Hinweis. Ich war darüber nicht genau informiert.

….du müsstest mit dem orthodoxen Geistlichen sprechen…. Hatte ich ganz zu Anfang geschrieben.

Die Sache ist nach meiner Ansicht doch möglich. Die orthodoxe Kirche hat eine andere Art, die Sakramente zu spenden. Zunächst einmal werden Taufe und Firmung direkt im Zusammenhang gespendet. Damit ist jeder getaufte Orthodoxe automatisch auch gefirmt.

Das war früher auch in der katholischen Kirche so. Da aber speziell in Rom der Bischof nicht immer bei jeder Taufe anwesend sein konnte, wurden die beiden Dinge zeitlich auseinandergelegt. Das bezog sich zunächst nur auf die Kirche speziell in Rom, wurde dann aber generell so durchgeführt.

Ein Unterschied ist außerdem: Die orthodoxe Kirche spricht nicht von Sakrament, sondern von Mysterion. Das ist nicht nur eine andere Übersetzung, sondern bedeutet auch inhaltlich etwas anderes.

(Exkurs: So hat beispielsweise Paulus den Vergleich zwischen Christus und der Kirche einerseits und der Ehe andererseits als Geheimnis, im griechischen Text als mysterion bezeichnet. Die römische Kirche hat das mit sacramentum übersetzt, und seitdem ist die Ehe ein Sakrament, obwohl es die Ehe ja schon lange vor Christus gab.)

Bezüglich der Paten haben dann die orthodoxen Kirchen unterschiedliche Regelungen. Die rumänisch-orthodoxe Kirche verlangt ausdrücklich die Mitgliedschaft, während die russisch-orthodoxe Kirche lediglich ausführt: …. müssen die Taufpaten selbst zumindest getauft und gläubig sein ….

Es ist also schon bedeutsam, von welcher orthodoxen Kirche die Regelung ist und was genau verlangt wird. Das kann man aber nur bei der Kirche selbst erfahren.

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Da solltest Du beim Taufpfarrer fragen, denn beispielsweise kann man als katholischer Bürger bei einem evengelischen Kind Pate sein, umgekehrt ist das jedoch nicht gewünscht. Denn der Pate soll ja auch die Aufgabe mit übernehmen, das Kind im Glauben zu erziehen. Wenn der jetzt einer anderen Glaubensgemeinschaft angehört, könnte das schwierig werden, das ist die Begründung.

Die umgekehrte Variante (Täufling evangelisch, Pate orthodox) wäre wahrscheinlich möglich, da die evangelische Kirche die orthodoxe Kirche als vollwertige Kirche anerkennt.

Die orthodoxe Kirchen erkennen die evangelische Kirche jedoch nicht als vollwertig an. Bei vielen orthodoxen Riten sind ausschließlich orthodoxe Christen zugelassen. Das ist noch strenger als in der katholischen Kirche, wo immerhin orthodoxe Christen (allerdings keine evangelischen) zu vielen Riten zugelassen sind.

In der orthodoxen Kirche gelten ganz ähnliche Regeln und Vorstellungen wie in der katholischen. Ich gehe daher davon aus, dass die Regelungen bezüglich Taufpaten ganz ähnlich sind wie in der katholischen Kirche:

Dort (katholische Kirche) sind ausschließlich Katholiken als Paten zugelassen, die zudem die Firmung (als Sakrament) haben und ein aus religiöser Sicht einwandfreies Privateben führen müssen (CIC, Can. 874, § 1, Abs. 3).

Da die Konfirmation (auch nach evangelischer Sichtweise) kein Sakrament ist, würde bereits die Regelung mit der Firmung es unmöglich machen, dass ein evangelischer Christ Taufpate eines katholischen Täuflings wird.

Eine Patentante übernimmt die Mutterpflicht im Fall des Todes der Eltern.

In dem Rahmen soll das Kind dann auch in der gewählten Religion erzogen werden. Da Du einer christlichen Religion angehörst, dürfte dies kein Problem darstellen. Du solltest Dich aber im Fall der Fälle auf die Gebräuche der orthodoxen Kirche einstellen, und diese dann vermitteln können.

Nur nebenbei gesagt, viele Menschen wechseln zur Zeit in die orthodoxe Konfession.

Tante kannst du schon werden, aber nicht Patin.

Für das Patenamt in der katholischen und orthodoxen Kirche ist die Firmung Voraussetzung. Vielleicht denkst du jetzt: du bist ja konfirmiert, aber das ist leider keine Firmung.

Vielleicht kannst du Taufzeugin machen. Aber besprich das doch nicht mit uns, sondern mit dem Pfarrer, der die Taufe macht.....

Tante kannst du schon werden, aber nicht Patin.
Da sehe ich Schwierigkeiten, schließlich ist sie ja schon seine Cousine, und solche Doppelbelastungen werden auch von der Kirche nicht gern gesehen. :-)

Aber besprich das doch nicht mit uns, sondern mit dem Pfarrer, der die Taufe macht.....
Wenn DU solche Fragen nicht wirklich beantworten kannst, dann laß es doch einfach ...

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@shredder89

Wenn DU solche Fragen nicht wirklich beantworten kannst ...

Der Antwortende hat korrekterweise geschrieben, dass die Firmung Voraussetzung für das Patenamt ist und es daher für eine evangelische Christin nicht möglich ist, Patentante eines orthodoxen Kindes zu werden.

Sofern dies richtig ist, war das die einzig mögliche korrekte Antwort auf die gestelle Frage.

Der Satz "Aber besprich das doch nicht mit uns..." bezog sich nicht auf die ursprüngliche Frage, sondern darauf, dass es eventuell noch "Schlupflöcher" (Taufzeugenamt usw.) geben könnte - woran weder die Fragestellerin, noch sämtliche andere anderen Antwortenden gedacht haben.

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@martin7812

"Eventuelle Schlupflöcher" in der Kirche, mhmm, woran erinnert mich denn das? An die Schwarzen Löcher im Universum? Nein, die hat Gott seinerzeit noch selbst geschaffen. Als von einer Kirche noch gar nicht die Rede war ... Dann wohl doch eher an so was wie Kohl'sche Schwarzgeldkonten, von denen nur die höchste Führungsspitze etwas wissen darf? Nein, auch nicht. Es sind wohl die Kirchengeheimnisse, die offen zutage liegen, und die trotzdem keiner versteht. :-))

Spaß beiseite - wenden wir uns also wieder der kirchlichen Realität zu:

Der Satz "Aber besprich das doch nicht mit uns..." bezog sich nicht auf die ursprüngliche Frage, ...
Habe ich schon verstanden, "Taufzeugin machen" und "Patentante werden" sind zwei Paar Schuhe, wenn auch aus dem gleichen Regal. :-)
Danke für Deine Information.

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Klar wenn er as so möchte, alles gut!

Ich verstehe die religiösen Stolpersteine sowieso nicht. Was hat die Sorge um ein Kind mit Religion zu tun? Eine fürsorgliche Patin für ein Kind kann die beste Freundin der Mutter/des Vaters oder die leibliche Tante/Verwandte des Kindes sein.

Im Fall, dass das Kind Vollwaise wird, entscheidet sowieso das Familiengericht über die Vormundschaft und niemand anderes sonst.

Laut Richtlinien dieser Webseite müssen sich Antworten ...

... auf eine Frage beziehen und eine hilfreiche Antwort und nicht einen bloßen Kommentar darstellen.

Leider reicht mein Bildungsniveau nicht aus, um aus deiner Antwort die Antwort auf die ursprüngliche Frage (ob es möglich ist, das Patenamt zu übernehmen) herauszulesen.

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Nachtrag:

Was hat die Sorge um ein Kind mit Religion zu tun?

Für die römisch-katholische Kirche sind die Aufgaben und Pflichten eines Paten im katholischen Kirchengesetz genau geregelt (Can. 872).

Die Fürsorge für das Kind zählt NICHT zu diesen Pflichten.

Ich gehe mal davon aus, dass sowohl in der orthodoxen als auch in der evangelischen Kirche ähnliche Regelungen gelten.

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@martin7812

Hallo martin7812, natürlich gehe ich davon aus, dass meine Antwort hilfreich sein könnte, sonst hätte ich sie nicht geschrieben.

Schließlich geistert auch noch in einigen Köpfen herum, dass "eine Patentante Mutterpflichten im Fall des Todes der Eltern übernehmen" müsste.

Liebe Grüße, geschoepf

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@geschoepf

Das wäre sinnvoll, das wäre schön ... Aber der Kirche geht es weniger um das Wohl des Kindes. sondern eher um das Wohl ...
der Kirche.
Das Kind darf ohne Mutterliebe und in Armut aufwachsen, aber es soll um keinen Preis von der Leine gelassen werden.
In Kurzform:
Seelenheil geht vor Heil :-))

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@shredder89
Das wäre sinnvoll, das wäre schön

In der christlichen Gemeinschaft sind alle Menschen für sich gegenseitig verantwortlich. Unser aktueller Papst scheint genau darauf besonders viel Wert zu legen.

Wenn Jugendamt und Staat versagen (ich rede hier nicht nur von Deutschland, sondern auch von Entwicklungsländern), ist tatsächlich der Taufpate in der Pflicht.

Außerdem gibt es in jeder Organisation verschiedene Aufgabenbereiche, die von verschiedenen Leuten besetzt sind. So ist in Deutschland die Polizei nicht für die Arbeit mit Problemfamilien verantwortlich, während das Jugendamt keine Verbrecher festnimmt.

Genau so hat ein Taufpate auch nicht alle Aufgaben, die nicht nur "sinnvoll und schön" wären, sondern die in einer funktionierenden Kirche tatsächlich von irgendwem übernommen werden würden.

... sondern eher um das Wohl ... der Kirche. Das Kind darf ohne Mutterliebe und in Armut aufwachsen

So einen Unsinn habe ich schon lange nicht mehr gelesen.

Welches Interesse sollte die Kirche, die die Bekämpfung der Armut als eine ihrer Aufgaben ansieht und riesige Mengen an Geld und Personal dazu einsetzt, daran haben, dass Kinder in Armut aufwachsen?

Ich habe in letzter Zeit immer mehr den Eindruck, dass es unter Leuten, die mit der Kirche nichts zu tun haben, gerade "in" ist, der Kirche alle möglichen unlauteren Absichten zu unterstellen.

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@martin7812

Hallo martin7812,

Du selbst hast geschrieben:

Für die römisch-katholische Kirche sind die Aufgaben und Pflichten eines Paten im katholischen Kirchengesetz genau (!) geregelt (Can. 872).
Die Fürsorge für das Kind zählt NICHT zu diesen Pflichten.

Und 20 cm tiefer schreibst Du:

Genau so hat ein Taufpate auch nicht alle Aufgaben, die ... in einer funktionierenden Kirche tatsächlich von irgendwem übernommen werden würden.

Ist es nicht grausam, wenn ein Kind schon beide Eltern verloren hat und dann nicht bei seiner Patentante leben soll (weil's nicht im Kirchengesetz steht), sondern von irgendwem herumgestoßen wird, den es möglicherweise gar nicht kennt und zu dem es keine Beziehung hat?

Das jedenfalls scheint für die Kirche nicht so wichtig zu sein wie die Gefahr, daß sie auf "kaltem" Wege eines ihrer Schäfchen verlieren könnte (falls nämlich die Patin ihre eigentlichen Pflichten vernachlässigt). Bei einer solchen Konstellation kann man doch leicht zu meiner Aussage kommen:
"Aber der Kirche geht es weniger um das Wohl des Kindes. sondern eher um das Wohl ... der Kirche."

Ich unterstelle der Kirche gar nichts, ich schlußfolgere nur, falls Du weißt, was das ist. :-)
Allerdings mußte ich schon des öfteren in meinem Leben feststellen, daß es mit der Transparenz von kirchlichen Vorschriften oder "Gesetzen" nicht weit her ist. Oder kannst Du mir vielleicht ein kirchliches Gesetzbuch (KGB ha ha) nennen, in dem ich das alles nachlesen könnte?

In der christlichen Gemeinschaft sind alle Menschen für sich gegenseitig verantwortlich. ...
Wieso bleibt die Taufpatin so vehement davon ausgeschlossen??

Wenn Jugendamt und Staat versagen ... , ist tatsächlich der Taufpate in der Pflicht.
Also nun doch? Trotz "Gesetz"? Welch ein Kuddelmuddel ! Und da machst Du Leute an, die dem nicht ganz folgen können? OMG ...

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Ja, das geht. Der taufende Pastor/Pfarrer wird es Dir bestätigen, wenn Du ihn fragst.

Dankeschön für die Antwort :)

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