Darf ich ohne gültige HU und ohne Kurzzeitkennzeichen zum TÜV fahren?

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2 Antworten

Wie ich gelesen habe, darf man ja Fahrten direkt zum TÜV mit den alten Kennzeichen und einer eVB Nummer durchführen.

Dann hast Du falsch gelesen oder einen Gesetzestext aus dem Rechtstand VOR 2007, da gab es so eine Regelung und das stand damal in §23 der StVZO.

Zum 01.01.2007 wurde der ehemalige §23 StVZO in den §10 der neugeschafenen FZV ausgelagert und aufgrund anderer Gesetzes- bzw Verordnungsänderungen auch verändert.

VOR 2007 war das alte Kennzeichen dem Fahrzeug noch für 12 bzw 18 Monate zugeteilt, darum konnte es nicht anderweitig vergeben sein und man durfte mit dem alten Kennzeichen und einer Versicerungsbestätigun zum TÜV / DEKRA und zur Zulassung fahren.

Heute ist das ber NICHT mehr so, heute kann das Kennzeichen 1 Tag nach Abmeldung vergeben sein, sofern es  nicht reservert wurde.

Heute gilt der §10 Abs 4 der FZV:


§10 (4) Fahrten, die im Zusammenhang mit dem Zulassungsverfahren stehen, insbesondere Fahrten zur Anbringung der Stempelplakette sowie Fahrten zur Durchführung einer Hauptuntersuchung oder einer Sicherheitsprüfung dürfen innerhalb des Zulassungsbezirks und eines angrenzenden Bezirks mit ungestempelten Kennzeichen durchgeführt werden, wenn die Zulassungsbehörde vorab ein solches zugeteilt hat und die Fahrten von der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung erfasst sind. Rückfahrten nach Entfernung der Stempelplakette dürfen mit dem bisher zugeteilten Kennzeichen bis zum Ablauf des Tages der Außerbetriebsetzung des Fahrzeugs durchgeführt werden, wenn sie von der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung erfasst sind.

Der entscheidende eingefügte Passus gegenüber dem alten §23(4) lautet wie oben hervorgehoben:

"wenn die Zulassungsbehörde vorab ein solches zugeteilt hat"

Das ist der entscheidende Unterschied, gegenüber der alten Regelung.

Vorab zuteilen machen die Zulassungsstellen i.d.R. nicht, sondern sie verweien auf das Kurzzeitkennzeichen. "Vorab zugeteilt" gilt es nur, wenn es bei Abmeldung reserviert wurde und die Reservierungsfrist (1 Jahr) noch nicht abgelaufen ist.

Wenn Ihr also das alte Kennzeichen reserviert habt und die Reservierung noch nicht abgelaufen ist, dürft ihr die Fahrt damit machen.

Ist dem nicht so, so gilt es als dem afhrzeug nicht zugeteilt und die Fahrt mit dem alten Kennzeichen wäre nun eine Straftat nach §22 StVG


§ 22
Kennzeichenmissbrauch

(1) Wer in rechtswidriger Absicht

1. ein Kraftfahrzeug oder einen Kraftfahrzeuganhänger, für die ein amtliches Kennzeichen nicht ausgegeben oder zugelassen worden ist, mit einem Zeichen versieht, das geeignet ist, den Anschein amtlicher Kennzeichnung hervorzurufen,

2. ein Kraftfahrzeug oder einen Kraftfahrzeuganhänger mit einer anderen als der amtlich für das Fahrzeug ausgegebenen oder zugelassenen Kennzeichnung versieht,

3. das an einem Kraftfahrzeug oder einem Kraftfahrzeuganhänger angebrachte amtliche Kennzeichen verändert, beseitigt, verdeckt oder sonst in seiner Erkennbarkeit beeinträchtigt,

wird, wenn die Tat nicht in anderen Vorschriften mit schwererer Strafe bedroht ist, mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.


Frage mal bei einem Gebrauchtwagenhändler nach, vielleicht weiß der Rat, denn der hat ja so "Rote Nummern" also Überführungskennzeichen

Solange ich den nicht sonderlich gut kenne, wird der mir die ja nicht leihen. Ich bekomme die vom Verkäufer schon für die Überführung, aber dann braucht er die ja auch so schnell wie möglich wieder.

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@JimmyTheCannon

Ja, dann kannst Du nach dem TÜV das Auto ganz normal anmelden und die Kennzeichen zurückgebewn

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@michamama

Ich bekomme die roten Kennzeichen vom Verkäufer nur für die Fahrt von seinem Hof bis zu mir nach Hause und am nächsten Morgen bekommt er sie wieder. Daraufhin werden Anpassungen für die H-Zulassung am Fahrzeug vorgenommen und dann muss damit irgendwann zum TÜV gefahren werden um abzuklären, ob alles erledigt ist.

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@JimmyTheCannon

Das Verleihen von Roten Kennzeichen ist eine Straftat nach § 22a StVG. Außerdem wird die Zuverlässigkeit des Händlers in Frage gestellt, wenn er dir, als Nichtangehörigen der Firma die Kennzeichen ausleiht.

Dir bleibt tatsächlich nur die Möglichkeit mit Kurzzeitkennzeichen nach § 16 a FZV. Allerdings erfolgt dann ein Eintrag in den Fahrzeugschein, dass nur eine Fahrt zum TÜV zulässig ist und das auch nur im Zulassungsbezirk. Diese strengere Vorschrift gilt seit dem 01.04.2015 und steht in § 16a FZV.

Ohne HU sind nur noch Fahrten bis zu Prüfstelle im Zulassungsbezirks des Fahrzeugs und Rückfahrt

bzw. zur unmittelbaren Reparatur festgestellter erheblicher oder geringer Mängel in einer nächstgelegenen Werkstatt im Zulassungsbezirk oder angrenzenden Bezirk und zurück

zulässig.

Das gilt aber nicht, wenn das vorgeführte Fahrzeug als verkehrsunsicher eingestuft wurde.

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