Kann ich noch was rechtlich machen?

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5 Antworten

Hallo,

also ich versuche das ganze mal meiner Rechtsauffassung nach zu beantworten. Die folgenden Ausführungen erheben natürlich keinerlei Anspruch auf Richtigkeit/Vollständigkeit. Außerdem ist es spät und ich bin nicht fit in dem Gebiet. :-)

I. Gewährleistungsrecht §§ 434 ff BGB

Wenn mit dem Verkäufer einen Kaufvertrag über eine originale Versace Kette geschlossen hast und er nun ein billiges Duplikat verschickt, entspricht die Sache zunächst mal nicht der vereinbarten Beschaffenheit. Sie ist daher sachmangelhaft i.S.d. § 434 I 1 BGB.

Rechtsfolge: Sind die Gewährleistungsrechte, aufgezählt in § 437 BGB. Zunächst kannst du den Verkäufer auffordern eine original Versace Kette zu liefern (dein Modell). Andernfalls käme nach fruchtlosem Fristablauf Rücktritt/Minderung und Schadensersatz in Betracht.

II. Anfechtung § 123 I BGB

Soweit die Voraussetzungen vorliegen, kann der Vertrag angefochten werden. Das sollte nach herrschender Meinung auch möglich sein, wenn ein Gewährleistungsfall vorliegt (Argument u.A.: Schutzzweck). In diesem Fall wäre der Vertrag ex tunc (von Anfang an) nichtig. Das Anfechtungsrecht besteht 1 Jahr ab dem Zeitpunkt, in dem du die Täuschung entdeckst § 124 I, II 1 BGB.

Folge: Der Vertrag ist ex tunc nichtig, die bereits erbrachten Leistungen sind nach Bereicherungsrecht zurückzugewähren § 812 I 1 F1 BGB.

III. Schadensersatz aus unerlaubter Handlung

Unterstellt, es liegt ein Betrug vor, so dürfte ein Anspruch aus § 823 II BGB i.V.m. § 263 StGB bestehen. Dieser wäre nach § 249 I BGB darauf gerichtet, den Zustand herzustellen, der ohne die Täuschung bestünde ... etwa könnte bewiesen werden, dass der Vertrag dann nicht geschlossen worden wäre und die Rückzahlung des Kaufpreises Zug um Zug gegen Rückübereignung der Kaufsache verlangt werden. Wenn die Kette für 20€ gekauft worden wäre könnte die Differenz von 240 € verlangt werden.

Andere Ansprüche möchte ich gerade nicht ansprechen... auch für das taktisch beste Vorgehen ist es mir gerade etwas zu spät :P wenn großes Interesse besteht, schaue ich mir das morgen eventuell nochmal an.

Hoffentlich konnte ich trotzdem etwas helfen einen ersten Überblick zu erhalten.

Gute Nacht & viele Grüße, JS       


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Strafrechtlich Betrug. Zivilrechtlich liegt ein Sachmangel vor, zudem eine Täuschung. Sofern der Verkäufer Kenntnis von der Fälschung hatte und verkürzt bewusst gehandelt hat. Anzeige bei der Polizei, Rechtsanwalt für den zivilrechtlichen Teil.

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Du kannst ihn wegen Betrug anzeigen. Betrug verjährt frühestens nach 3 Jahre. Zur Anzeige brauchst du den Chatverlauf aus dem ersichtlich wird, dass er dir ein Original versprochen hat.

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Kommentar von nuceptenderII
25.05.2016, 22:43

Danke für deine Antwort

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Kommentar von TorDerSchatten
25.05.2016, 22:44

Davon bekommt der Fragesteller aber sein Geld nicht wieder, und darum geht es. Eine Anzeige bringt kein Geld zurück.

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Kommentar von nuceptenderII
25.05.2016, 22:49

Lohnt sich der Stress und das hin und her für 260 Euro?

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nach einem Jahr kannst du nichts mehr reklamieren

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Ich glaube du hättest das recht die Person wegen Betruges anzuklagen

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