Kann ich mit Vorgeschichte später in Psychiatrie arbeiten?

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Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ich bin mal auf einen sehr guten Psychologen gestoßen, der selbst auch eine sehr schwere Vergangenheit hatte...

Solange du die entsprechende Ausbildung (das schließt das Studium usw mit ein) absolviert hast, darfst du in jenem Bereich arbeiten.

Fraglich bleibt, ob du dazu geeignet bist. Das wird in Deutschland in keinsterweise getestet.
Das gilt auch für Menschen ohne psychische Krankheiten.

Was wird ja auch immer so erzählt, dass jeder Therapeut einen eigenen Therapeuten hat.

Also schließt sich jene Arbeit und psychische Krankheiten nicht aus.

Die Frage, die ich mir persönlich stellen würde, ist wie sehr ich mich vor Triggern schützen kann. Wenn dir jemand erzählt, wie er mit Druck, dem Wunsch nach Perfektion, Kontrolle,... umgeht, wie reagierst du?

Ich kann mal kurz von mir sprechen, um dir deutlich zu machen, was ich meine. Es gibt bestimmte Themen mit denen ich mich momentan nicht beschäftigen möchte, da bekomme ich direkt Angst/Panik, weil ich weiß, was das bei mir auslöst. Das ist natürlich keine gute Vorraussetzung, als Therapeut.
Wobei sich das natürlich auch noch ändern kann.

Desweiteren würde ich mich fragen auf welcher "Seite" du stehst.

Wie siehst du dir Arbeit eines Therapeutens.
Ist das eher ein Mensch, der sich viele schlimme Dinge anhören muss?

Oder

Ist das ein Mensch, der anderen hilft?

Was ist bei der Frage dein erster Impuls zur Antwort gewesen?

Klar ein Therapeut ist eigentlich beides.
Aber wenn du nur auf das Leid fixiert bist ist es vermutlicher, dass du wieder in die Depression rutschen würdest.

Aber zu 100% kann dir eh niemand sagen, ob die Arbeit etwas für dich ist oder nicht.

Ich würde an deiner stelle erstmal eine Krankenschwester Ausbildung machen und dann diese Weiterbildung zur Krankenschwester im psychiatrischen Bereich.
Dabei kannst du Praktika in der in der Psychiatrie machen und dich vergewissern, ob das passend ist oder eher nicht. Außerdem sammelst di dann Waetesemester für ein Studium der Psychologie/Medizin.

Sagen wir es so: wenn du "geheilt" bist (also die ganze Sache eindeutig hinter dir liegt und es nicht nur gerade eine gute Phase ist), spricht nichts dagegen. Ob du dann die Kraft hast, so einen Beruf zu haben, liegt ganz allein bei dir. 

Allgemein haben einige mit solchen Berufen eine Vorgeschichte und sind deshalb nicht schlecht. Und ich denke, wenn man wirklich wieder gesund ist und das ganze selbst gut verarbeitet hat, ist man sicher nicht weniger geeignet als andere. Nur solltest du das nicht machen, weil du dich sozusagen "selber heilen" willst. 

Ich kann dir sagen, wie ich das mit der Berufswahl mache (habe selber eine Vorgeschichte): im Moment sehe ich mich selber noch nicht als komplett geheilt an. Aber mir geht es sehr gut und deshalb sehe ich mir alle Berufe an, die mich interessieren. Und die Entscheidung, was ich nachher mache, fälle ich erst, sobald ich sagen kann, dass ich ganz gesund bin und dieses Kapitel abgehackt ist. Ich glaube, sobald man so ein Kapitel abhacken kann, kann man wie jeder andere in die Zukunft sehen.

es gibt (leider) viele studenten/innen in psychologischen studiengaengen, die selbst eine nicht unerhebliche krankengeschichte in dem bereich haben.

das ist auch nicht verboten, empfiehlt sich nach meiner erfahrung aber auch nur bedingt. persoenliches interesse geht haeufig in die richtung "ich will mich selbst heilen koennen" und vermeintliches groesseres verstaendnis, ist nicht zwingend positiv bei der behandlung.

ich, als selbst betroffener, komme wesentlich besser mit psychologen und/oder personal in der psychiatrie oder auch nur im krankenhaus zurecht, die nicht selbst betroffen sind und nuechtern an die sache herangehen. empathie ist gut, zu viel empathie ist fuer eine therapie eher hinderlich.

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