Kann ich meinen Vater zwangseinweisen?

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10 Antworten

Eine Zwangseinweisung geht nur mit Hilfe eines Gerichts.

Die Polizei kann Deinen Vater dann, wenn Gefahr für ihn selbst und andere (wenn eine Bedrohung durch ihn vorliegt), zunächst in die Ausnüchterungszelle bringen, dann kommt er wieder nach Hause. Wäre er mehrfach auffällig und selbstmordgefährdet, brächte man ihn in die Psychiatrie. Mit dieser Behandlung muß er einverstanden sein. Selbst wenn ein Arzt ihn einweist, kann er den Aufenthalt ablehnen.

Die Klinik muß in einem solchen Fall innerhalb von 1 oder 2 Tagen erreichen, daß ein Richter zur Begutachtung kommt. Meistens stimmen die der ärztlichen Einschätzung zu und verhängen einen Aufenthalt in Klapse. Aber auch dagegen kann wiederum Einspruch eingelegt werden.

Nur denke ich, daß Dein Vater nicht nur psychisch krank ist sondern in erster Linie Alkoholiker. KEINEN Alkoholkranken kannst Du zum Umdenken bewegen, wenn er nicht selbst will, deswegen heißt es ja Sucht. Ich möchte nicht in Deiner Haut stecken, was immer Du tust, wird verkehrt sein, aber ich kenne das Problem von meinem Vater.

Vielleicht wäre es ein Ansatz, mit seinem Arzt und dann mal mit dem Gesundheitsamt zu sprechen. Die haben da Beratungsstellen und können mit Euch überlegen, ob Dein Vater "bereit" für eine Entmündigung wäre und ggf. einen Betreuer bekommt, vor allem im Hinblcik auf die finanzielle Situation. Auch ein Anwalt könnte hilfreich sein, nicht, daß noch irgendjemand für die Firma gebürgt hat und bei anhaltenden Zahlungsschwierigkeiten noch Konkursverschleppung oder ähnliches dazu kommt.

Ich wünsche Dir Glück und Durchhaltevermögen.

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Soll ichs ganz brutal sagen? Wenn er tot ist, ist das Problem gelöst. Und nach Aussage des Arztes dauert das nicht mehr lange.

Einweisen in eine Psychiatrie kannst du in Deutschland nur bei Eigen-oder Fremdgefährdung. Suizidal klingt er nicht. Er müsste also eine reale Gefahr für seine Umwelt darstellen für eine Einweisung.

Alkoholismus ist eine Krankheit. Was du beschreibst, ist relativ typisch. Das Verhalten deiner Mutter auch. Ihre Existenz geht doch schon zugrunde, wovor hat sie in Falle einer Trennung Angst? Das Haus, die Firma sind typische Gründe, warum man einen Trinker nicht verlassen "kann". Lieber unglücklich in einem Haus als glücklich in einer Wohnung. Wenn dein Vater mit seinem privaten Vermögen für die Firma haftet, wird das Haus sowieso vermutlich nicht zu retten sein. 

Für ihn kannst du nichts tun. Er muss selbst zu der Erkenntnis kommen, dass er einen Entzug braucht und sein Leben ändern muss. Das kann man von außen nicht erzwingen. Leider. Ein erzwungener oder eingeredeter Entzug bedeutet eigentlich immer, dass der betreffende auf dem Rückweg von der Klinik nach Hause Alkohol kauft.

Was du tun kannst ist etwas für dich. Such dir eine Arbeit, die nicht davon abhängt, wie dein Vater drauf ist. Es mag ein Familienbetrieb sein aber es ist letzten Endes ne Firma. Es gibt andere Firmen. Das finanzielle Schicksal  deiner Familie an eine Firma zu hängen, die von nem Trinker abhängt, ist keine gute Idee. 

Deine Schwester sollte dringend in Urlaub. Der Job ist das Leben des ungeborenen Kindes nicht wert. Und das klingt nicht gerade nach einer angemessenen Arbeitsumgebung für ne Schwangere. Sind die Kunden eben sauer. Das Kind ist wichtiger. Soviel Egoismus muss sein. Ihm wäre ne Fehlgeburt vermutlich egal, deine Schwester verzeiht sich das nie.

Wie es rechtlich aussieht, ob man ihn aus der Firma entfernen kann (oder ihn soweit heraushalten, dass er keinen Schaden mehr anrichten kann), weiß ich nicht. Ich würde einen Anwalt empfehlen.

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Solange er nicht akut selbst oder fremdgefährdet ist, ist eine Zwangseinweisung nicht möglich.
Eine Möglichkeit ist eine Sachwalterschaft bei Gericht zu beantragen, um den Ruin zu verhindern. Es gibt auch eine ärztliche Begutachtung.
Das wird natürlich zu schweren Konflikten führen, weil er ja keine Einsicht zeigt. Aber ich sehe für euch keine andere Möglichkeit. Wendet euch einmal an den Verein für Sachwalterschaft und macht euch kundig.

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Am besten deine Mutter übt Druck auf ihn aus und zwar, dass sie zunächst auf Probe auaszieht, so dass er merkt, dass es wie bisher nicht also so weitergehen kann. Dann kann sie ihre Rückkehr an die Bedingung knüpfwen, dass er eine Alkoholentziehungskur macht.

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Schwierige Situation, die nach Abhilfe schreit. Was tun?

Zunächst ist sachkundige Beratung vor Ort nötig. Gibt es Suchtberatungsstellen, z.B. vom Blauen Kreuz oder der Caritas, gibt es einen Sozialpsychiatrischen Dienst - evtl. beim Gesundheitsamt - oder eine Ambulanz einer psychiatrischen Klinik in der Nähe?

An diese Stellen solltest Du Dich vorrangig wenden, um Rat wegen der nächsten Schritte einzuholen.

Zwangseinweisung: Ein schwieriges Thema. Ich bin froh, dass ich in diesem Fall kein Gutachten schreiben muss. Zuständig ist das örtliche Amtsgericht, Abteilung Betreuungsgericht, das sich gewöhnlich sachkundigen Rat beim örtlichen Gesundheitsamt und beim Amt für öffentliche Ordnung holt. Wenn man an eine Zwangseinweisung denkt, fände ich es sinnvoll, wenn Du Dich mit dem Gesundheitsamt in Verbindung setzt. Es stellt sich die Frage nach der Geschäftsfähigkeit, weiter die Frage, ob ein gravierendes selbstschädigendes Verhalten vorliegt, für das keine Krankheitseinsicht besteht. Wie gesagt, ich bin froh, dass ich das Gutachten nicht schreiben muss.

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Die Angehörigen tragen durch ihre Inkonsequenz ein Großteil dazu bei, dass es ihnen so geht, wie es geht.

Den Alkoholiker selbst kann man nicht "überreden", mit seinem Abusus aufzuhören.

Er kann nur durch das Leben selbst überzeugt werden. Er muss seinen "Tiefpunkt" erreichen, also den Punkt, wo es ihm mit Alkohol schlechter geht als ohne Alkohol. Doch davon halten ihn die Angehörigen dadurch ab, dass sie nach seiner Pfeife tanzen und bei ihm bleiben.

Es geht nur eines (In Liebe) loslassen: ihn sein Leben leben lassen und sich selbst in Sicherheit bringen.

Dazu gehört, die eigene Unabhängigkeit herbeizuführen und nicht mehr auf die Erpressungsversuche des Alkoholikers hereinzufallen.

Meist kann man als Angehöriger das nicht alleine schaffen, weil man sich zu "hartherzig" fühlt oder sich für die Alkoholkrankheit des Alkoholikers verantwortlich fühlt (weil er es sagt).

Daher gibt es für die Angehörigen auch Selbsthilfegruppen (Al-Anon), auch im Internet.

Schaut da mal rein, da findet sich viel Wahres!

Und guten Erfolg!

P.S.: Ich kenn mich ein bisschen aus, da ich selbst Alkoholiker bin und seit knapp 29 Jahren trocken. Ich weiß also, wie ein Alkie Angehörige manipuliert :-).

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Kommentar von Mirarmor
21.07.2016, 17:55

Tja, wenn er sein Kapital vernichtet, vernichtet er anscheinend auch das Kapital der Familie, hab ich verstanden. Da ist es schon schwierig, so jemanden in die Gosse wandern zu lassen. :-(

Finde deinen Beitrag ja grundsätzlich gut.

Aber die Situation des Fragestellers ist schon Sch...

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Nein. Solange er Herr seiner geistigen Sinne ist, kannst du ihn nicht einweisen lassen. Das dürfen nur Beamte wie Polizisten oder Feuerwehr und das auch nur wenn sein Leben akut on Gefahr ist. Kannst ihm nur ins gewissen reden und aufzeigen was er sich und euch antut.

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" Die absolute Härte war, dass er sich jetzt trotz der Schulden ein Caprio gekauft hat " doch nicht etwa denLeonardo DiCaprio " ... das geht ja gar nicht ;-D

" Sie würde ihn am liebsten ins Pflegeheim geben aber er weigert sich natürlich " ... er will nicht ... Punkt  ... basta! So lange er noch voll zurechnungsfähig ist, kann niemand, weder seine Frau noch du etwas dagegen unternehmen. Es sei denn, ihr lasst ihn entmündigen!

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Das kann nur der Hausarzt machen. Am besten auf die Psychiatrie. Sich passiv umbringen darf aber jeder. 

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Das ist alles ganz schrecklich, was Du da schilderst. Aber Ihr als (erwachsene) Kinder könnt da nichts machen, solange Deine Mutter alles hinnimmt und bei ihm bleibt.

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