Kann ich meine Stute mit Senkrücken noch reiten?

Leika vor einer Woche  - (Pferde, reiten, Senkrücken) Leika vor ca einem Jahr - (Pferde, reiten, Senkrücken)

9 Antworten

Manche Pferde haben von Anfang an einen Senkrücken, der im Alter eben schlimmer wird. Deine Stute ist wirklich sehr überbaut, was den Eindruck des Senkrückens noch verstärkt. So schlimm scheint der aber gar nicht....Da ihr sie gut behandelt (Muskelaufbau, passender Sattel) kann sie sicher weiter geritten werden, solange Ihr sie nicht überfordert. Du bist auch nicht zu schwer für sie. Dressur geht ganz sicher, springen besser nicht....

Achtung: wenn sie buckelt, könnte das auch ein Zeichen von Rückenschmerzen sein, dass z. B. die Dornfortsätze sich berühren. Dazu einen Tierarzt fragen.

Danke für die schnelle Antwort. Letzte Woche war eine Heilpraktikerin aus Dubai bei uns und hat Leika gelastert, da sie eine Blockade im Rücken hatte. Sie macht das alles wirklich gut, außer im Galopp, da rennt sie unter mir weg. Deswegen denke ich auch, dass der Sattel nicht richtig passt und drückt. Ich reite sie bis Montag ohne Sattel, ich will ihr nicht noch weiter weh tun :( Bevor wir sie gekauft haben, wurde sie von kräftigen Erwachsenen geritten, die natührlich viel zu schwer für sie waren. Sie stand selten auf der Weide und wurde teilweise nur für eine Stunde reiten aus der dunklen Box geholt. Sie war total verstört hat gebissen und getreten, mittlerweile ist sie ein super freundliches Pony. Der Tierarzt hat mir auch das ok fürs reiten gegeben, wollte es nur nochmal von anderen Leuten hören :-)

0
@Invinsible554

Reite so ein Pferd NIEMALS ohne Sattel!!! Von der Reiterei ohne Sattel kommen solche Geschichten in sehr vielen Fällen.

1
@Baroque

Das stimmt jetzt aber nicht... Es gibt Pferde die besser damit klar kommen wenn man sie ohne Sattel reitet. Man darf ihnen halt nicht ins Kreuz fallen! Aber ich kenne Pferde die OHNE SATTEL viel zufridener sind!

0

Ursache ist meist ein wenig umsichtiger Umgang mit den Tieren in jungen Jahren. Einen Großteil dazu tragen solche Sachen bei wie zu frühes Reiten, bevor man an der Hand die richtige Muskulatur gebildet hat; schlechtes Reiten, indem man die Pferde nicht konsequent mit gut gedehnter Oberlinie reitet; Reiten bei vorliegen von Bindegewebsschwächen ... Grundsatz sollte doch eigentlich sein, das Pferd, dessen Körperbau eigentlich eher ungünstig zum Lasten tragen ist, entsprechend vorzubereiten, BEVOR man aufsitzt. Aber wenn Du Dich in den Ställen umschaust - wen siehst Du noch an der Hand wirklich gute, saubere Tragmuskeln aufbauen? Kann doch kaum mehr jemand. Es gibt ja jetzt diese Sachen zum Kopf runter binden, also die verschiedensten Ausbinder und dazu gibt es den Irrglauben, wenn der Kopf irgendwie unten ist, ist alles gut.

Du kannst sie dann noch reiten, wenn Du sie dafür sehr unterstützt: Muskeltraining an der Hand, beim Reiten eben alles in Richtung gedehnte Oberlinie anlegen. Für die Turniere ist die Frage, ob Du überhaupt so schnell zu dem Punkt kommst, dass sie mit gedehnter Oberlinie in eine Arbeitshaltung kommt - grade, wo sie so überbaut ist. Hier gilt halt auf jeden Fall, erst die Gesundheit, dann das sportliche Ziel (was ja eigentlich selbstverständlich sein sollte). Ich kenne Dich und Deine reiterlichen Fähigkeiten nicht, daher kann ich da keine Einschätzungen abgeben. Ich weiß nur, von den vielen, vielen Reitern, die ich kenne, vom Anfänger bis zum S-Turnierstarter, würde ich maximal 2 oder 3 auf ein solches Pferd setzen ohne dem Pferd gegenüber ein schlechtes Gewissen zu haben. Dein Gewicht spielt dabei die geringste Rolle, das Reitkönnen die weitaus größere.

Danke auch für deine Antwort :-) Leika kommt aus einem Sportstall (Berkhof) hinter Hannover. Ich weiß nicht als so viel über sie, nur dass sie damals total kaputt geritten wurde. Sie hat strimen am ganzen Körper, die bis heute nicht weg gegangen sind, im Sommer sieht man sie richtig :/ Als wir sie gekauft haben war sie total agressiv und verstört, außerdem hatte sie einen Sehnenschaden am rechten Vorderbein. Sie wurde früher nur als Sportgerät angesehen und sollte damals auch schon zum Schlachter :/ Ich habe auf diesem Pony springen gelernt, ich liebe sie abgöttisch und würde alles dafür tun, dass es ihr gut geht, deswegen frage ich hier. Ich finde, dass sie in ihrem Leben schon genug Leid erfahren musste und es jetzt an der Zeit ist, mal wieder richtig Pferd zu sein. Danke für den hilfreichen Rat :)

0
@Invinsible554

Also dann, wird's am besten so angepackt:

  • Keinesfalls ohne die Arbeit Deines Sattlers auf's Pferd!
  • Ausbinder gehören ab jetzt für immer Deiner Vergangenheit an - ein hinter Dich gebrachtes Kapitel Reiterei!
  • Für aufbauendes Longieren studiere den Longenkurs von Babette Teschen und / oder lies im Reitwaisen.de Forum, das diesen Kurs auch begleitet, indem hier die Leser sich tummeln.
  • Such Dir einen Reitlehrer, der vertiefte Kenntnisse in der Gesundheitsgymnastizierung von Pferden hat.
  • Such nach einem Tierarzt, der sich auf manuelle Therapien spezialisiert hat. Idealerweise hat der Weiterbildungen in Osteopathie, Physiotherapie, Akupunktur, Chiropraktik und vielem mehr und kann Deine Pferdegymnastizierung super unterstützen. Kostet normal so viel wie eine bis zwei hochwertige Reitstunden und ist es auf jeden Fall wert, grade auch bei Pferden, wo man einfach wissen muss, was nun wie schlimm ist, bevor man hier was übersieht.
1
@Baroque

Danke für die Hilfe :-) Ich reite sie nur noch ohne Ausbinder und merke, wie es von Tag zu Tag besser wird. Ihr Unterhals ist schon fast gar nicht mehr da, am Mähnenkampf ist mittlerweile jedoch ein schöner Muskel zu sehen. Sie lässt sich fallen und hat verstanden, dass es für sie besser ist durchs Genick und in Selbsthaltung zu gehen :-)

0
@Invinsible554

Na, wird schon!

Wenn sie mal richtig zuverlässig das beste, was sie an Traghaltung zeigt, kann, kannst mit ihr vielleicht - in Absprache mit einem Osteopathen - anfangen, Steigungen zu gehen. Nicht traben oder galoppieren, auch wenn sie sagt, das wäre leichter, aber ich fürchte, dass sie damit sich mehr schadet als gut tut. Bergauf traben und galoppieren belastet relativ hoch die hinteren Fesseln und die Kniegelenke und sollte damit relativ spät im Trainingsplan kommen. Aber im Schritt erst sanfte und dann immer steilere Steigungen klettern und dabei immer drauf achten, dass sie gut hinten unter tritt - wenn sie stehen bleiben will, darf sie auch das, Hauptsache in guter Haltung, die nie aufgegeben wird ... sofern Du nicht im absoluten Flachland zuhause bist. Das stärkt den hinteren Rückenmuskelbereich und die Oberschenkel und jeglicher Muskelzuwachs am Rücken und der Hinterhand ist für sie ein Gewinn an Lebensqualität.

0

Angesichts dessen, dass sie hinten wirklich sehr überbaut ist, find ich ihren Rücken gar nicht schlimm für ihr Alter. Nachdem du ja auch auf der Suche nach einem neuen Sattel bist, ihren Rücken stärken willst, seh ich keinen Grund, warum du sie nicht reiten solltest - wenn ihr etwas nicht gut tut, wird sie dir das sicher zeigen.

Ich würd auch Longieren, das hast du nicht erwähnt. Informier dich mal über Babette Teschen und ihren Longenkurs, auch Klaus Schöneichs Schiefentherapie (haben beide die gleichen Ansätze, nur ein bisschen anders erklärt), viel besseres gibts nicht um einem Pferd die richtigen Muskeln anzutrainieren!

Danke für deine Antwort :) Ja, beim Longieren bin ich immer noch etwas vorsichtig, da sie vor sechs Jahren sehr starke Probleme mit der Sehne am rechen Vorderbein hatte und garnicht mehr laufen konnte, aber ich werde mich erkundigen und es in Angriff nehmen :)

0
@Invinsible554

Mach es richtig, à la Teschen - dann sind Sehnenprobleme kein Thema. Die lehrt nämlich Longieren, nicht Zentrifugieren ;-)

1

Was möchtest Du wissen?