kann ich meine selbstständigkeit behalten bei privatinsolvenz?

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3 Antworten

"Privatinsolvenz" (Richtig: Verbraucherinsolvenz) und aktuell aktive Selbständigkeit vor Stellung des Inso-Antrages schließen sich aus. Du könntest aber Regelinsolvenz beantragen.

Unter welchen Bedingungen das Unternehmen weitergeführt werden kann, hängt von der Zukunftsprognose ab. Du solltest dich von einem entsprechenden Fachanwalt beraten lassen, der dann prüfen sollte, ob eine Eigenverwaltung oder ähnliches in Betracht kommt.

Moin,

es kommte erstmal drauf an, was die bisherige Firma für ne Rechtsform ist.

Ist das ne Kapitalgesellschaft, wie z.B.ne GmbH, kann, bzw MUSS bei Überschuldung, o. erkennbarer Zahlungsunfähigkeit die Inso beantragt werden.

Wenn die GmbH duch die Masse, wie Inventar, Stammkapital usw. die Verfahrenskosten decken kann, wird se abgewickelt.

In dem Fall hätten dann Inhaber, bzw Geschäftsführer damit nix mehr am Hut.

Der Inhaber bzw. Ex-Geschäftsführer könnte den (Rest) Betrieb dann als Einzelunternehmer, o. GbR weiterführen. - das wäre dann rechtlich ne völlig andere (neue) Firma.

Wenn Du Einzelunternehmer bist, machst du keine Privat Inso, sondern ne Regel Inso.

Prinzipiell läuft das sehr ähnlich ab, wie ne Priv.Inso, jedoch kannst du dir bei der Regelinsolvenz das Procedere mit den Einigungsversuchen sparen.

Anmelden und dann nicht vergessen die Verfahrenskostenstundung und die Restschuldbefreiung zu beantragen.

Nach § 12 GewO kann das Gewerbe im Falle der Inso "vorerst" nicht untersagt werden.

Nach § 35 InsO muss die gewerbliche Tätigkeit vom Inso-Verwalter freigegeben werden.

Das geht i.d.R. wenn keine strafbaren handlungen vorliegen und wenn das Gerwerbe "halbwegs" tragfähig erscheint.

Wenn man darlegen kann, warum die jetzige Zahlungsunfähigkeit eingetreten ist, spielen die allermeisten Inso-Verwalter mit.

Wenn aber offensichtlich ist, dass die Zahlungsunfähigkeit z.B aus schlampiger Buchhaltung o. gar fachlicher Mängel (d,h. der kann seinen Beruf nicht) herrührt, wir ein Inso-Verwalter schon im Interesse sines "Kunden" das Gewerber eher nicht frei geben.

Bei den meisten Handwerkern sind die Gründe der Zahlungsunfähigkeit aber wohl fast immer Forderungsausfälle. - kenn ich selber.

In deinem Fall kanst du selbstverständlich das Gewerbe weiterführen.

Google dazu: § 12 GewO, § 35 InsO, § 295 Abs 2 InsO.

Es wäre dann ne Absprache mit dem Inso-Verwalter wie man das handhabt.

Nach § 295 Abs 2 kann der Inso-Verwalter ein angemessenes Einkommen annehmen, welches der Inso-Schuldner bei angemessener sozialvers.pflichtiger Tätigkeit ortsüblich erzielen würde.

Ein daraus resultierender theoretischer Nettoverdienst würde dann nach der jeweils gültigen Pfändungstabelle zur ermittlund des abzuführenden Betrages herangezogen.

Beispiel:

Du würdest bei ner soz.vers.Pfl. Tätigkeit St kl 3 u. 1 Kind ca 2800€ Br, bzw 2000€ Netto haben.

Wenn du deiner Frau wegen deren geringem Verdienst auch unterhaltsverpflichtet bist, müsstest du in diesem Beispiel ca. 150€/Mon an die Inso-Masse abführen.

Das kann durchaus per Dauerauftag geschehen, also ohne dass der Inso-Verwalter irgendwelche Rechnungseingänge direkt vom Kunden auf ein Anderkonto abzweigt.

Das wäre der Idealfall.

Einige Verwalter lassen sich monatlich ne Einnahmen-/Überschussrechnung vorlegen.

Das musst du eh machen, für das FA usw.

Aus der Einnahmer-/Überschussrechnung ergibt sich ja quasi dein Unternehmerlohn.

Das ist quasi wie der Bruttolohn eines Angestellten.

darus wird dann unter berücksichtigung deiner Soz.Abgaben, wie KK, RV usw. sowie EK-Steuer auch dein Nettolohn ermittelt.

Das wäre dann der Betrag unter dem dann in der Pfändungstabelle dein abzuführender Betrag ermittelt wird.

Die erste Methode, also die fiktive annahme eines angemessenen soz.vers.pfl. Arbeitsverhältnisses, ist für alle erheblich einfacher.

Viele Inso-Verwalter wissen aber gar nicht, dass das nach § 295 Abs 2 InsO eindeutig zulässig ist.

Also einfach den Betrag ermitteln und dann n Dauerauftrag an den Inso-Verwalter.

Wenn man artig die 6 Jahre der Abtretung, also 72 Monate gezahlt hat, wird i.d.R die RSB erteilt.

Das kostet dann also nach dem o.a. Beispiel insgesamt ca 11000€ + Verfahrenskosten biste dann bei ca 13 - 14 Tsd €.

Antwort auf die Frage:

JA, du kannst selbstständig bleiben.

susikaty 25.02.2013, 17:54

danke für die Antwort.. schuld hin oder her schlampige Buchhaltung ist nicht der Grund ... Grund für das sogenannte krachen gehen ist eine Baustelle ein Einkaufszentrum seit 1 Jahr ... Restaurant war nicht zugänglich , das Gebäude steht und trotz intensiver Werbung gibt es kein erholen die Baustelle war eine Katastrophe kein mensch kam ran. natürlich häufen sich die schulden...und ich sehe kein licht am Horizont ich habe mir erst mal einen Termin beim Anwalt geholt in den nächsten tagen. deine Antwort hat mir geholfen ich danke lg Katy

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Diese Frage solltest du mit einem Insolvenzberater klären! Bei selbständiger Arbeit gelten wahrscheinlich besondere Bedingungen. Fraglich ist, ob in diesem Fall überhaupt eine PI möglich ist.

Also, besser gleich zum Fachmann!

susikaty 28.01.2013, 16:14

ich werde dort sowieso hingehen aber ich will mein restaurant auch nicht verlieren schliesslich hängt unser Herz daran...es wäre schade . danke für deine antwort lg

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