Kann ich meine eigene Religion gründen?

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8 Antworten

Eine Religion zu gründen ist nicht schwer, denn es gibt sehr viele einfältige, dumme, beeinflussbare, naive und sinnsuchende Menschen da draußen, die wirklich jeden Mist glauben, wenn man ihnen dafür das Himmelreich verspricht.

Dein erstes Problem als Religionsgründer ist, dass du nicht auf eine sich ständig mehrende Anzahl an Gläubigen zurückgreifen kannst, die ihre Kinder nicht nur von dir mit deinen Lehren indoktrinieren lassen, sondern ihnen auch selbst von klein auf den absurdesten von dir erfundenen Blödsinn als Wahrheit verkaufen. Du hast keine Gläubigen, die für dich missionieren gehen und deine Lehren so verbreiten. Du musst Erwachsene von deinen Lehren überzeugen. Du musst also Eindruck machen, man muss auf den ersten Blick Respekt vor dir haben, dir blind vertrauen und dich gleichzeitig auch mögen. das ist schon die halbe Miete. Ein guter Verkäufer kann dir sagen, worauf es ankommt, denn der arbeitet mit der gleichen Masche.

Als ersten Schritt musst du dir irgendwas ausdenken, woran deine Anhänger glauben sollen, du musst also einen Gott erfinden, oder du nimmst einen bereits erfundenen Gott und erklärst aber alle oder zumindest einige der bisherigen Lehren über seinen Willen für falsch. Mehrere Götter gehen auch. So oder so ähnlich haben alle Religionen ihren Anfang genommen. 

Da musst du dich auch nicht bremsen, denn wirklich keine Behauptung wird jemals so absurd, widersprüchlich, paradox und blöd sein können, dass sie niemand glauben wird. So gibt es zum Beispiel nicht wenige Leute, die an unsichtbare Zauberwesen im Himmel glauben. Verrückt, oder? 

Du wirst dir ein paar Regeln und Gebote ausdenken müssen. Die sind ganz praktisch, um die Gläubigen unter Kontrolle zu halten und sie von dir abhängig zu machen. Das ist nichts schlimmes, denn deine potenziellen Kunden wollen gar nicht selbst über den Sinn des Lebens oder über richtig und falsch nachdenken, sie suchen nach vorgefertigten Lösungen und einer Herde.

 Versprich ihnen irgendwas Tolles nach dem Tod für den Fall dass sie sich tatsächlich daran halten und drohe mit was ganz schlimmem für den Fall eines Verstoßes. In den meisten Religionen erklärt man einfach die natürlichen Triebe des Menschen für schlecht (siehe die sieben Todsünden). An solche Verbote und Gebote kann sich natürlich keiner halten. So kann man sicher gehen, dass die Gläubigen ständig auf die Vergebung durch die Gottheit oder ihre Stellvertreten angewiesen sind. Wenn du dich als irdische Vertretung der Gottheit etablierst, wird dir die Abhängigkeit deiner Gläubigen Macht verleihen.
Setze sie also unter Druck und erhalte den Druck aufrecht, dann werden dir fast alle  gehorchen. Für die Ungläubigen und Abweichler kannst du dir irgendeine böse Macht ausdenken, der du alles schlechte in die Schuhe schieben kannst.

Drücke dich nur da wo es unbedingt sein muss präzise aus und lasse beim Rest einen möglichst großen Interpretationsspielraum. So wird jeder deine Lehren in den von dir vorgegebenen Grenzen interpretieren können, wie es ihm gefällt und entsprechend für richtig halten.

Du musst dir natürlich noch ein paar ausreden zurecht legen falls jemand mal fragt, warum es unter den Gläubigen der wahren lehre, unter denen, die dem Gott gefallen und immer das Richtige tun, genau so viele Kranke und Arme gibt, warum sie von Unfällen und Schicksalsschlägen genau so wie alle Anderen getroffen werden und warum die Chance, dass ein Gebet erhört wird bei Null liegt. Da musst du dich raus reden können, sonst stehst du ziemlich blöd da.

Für den ganzen zusammengesponnenen Mist brauchst du auch noch eine Rechtfertigung. Das kann eine Offenbarung an dich persönlich sein, du kannst aber auch einfach ein bereits vorhandenes Buch nehmen und dessen Inhalt wie es dir in den kram passt interpretieren. mach dir keine Sorgen, die Schmöker sind so dick, dass du für jede Situation eine passende Stelle finden wirst die du so interpretieren kannst, dass du gut dastehst.

Das war der harte Teil, der Rest ist eigentlich nur noch eine bürokratische Formalität. 


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Du legst Dir Glaubensgrundsätz zu und überzeugst andere davon. Wenn Du die ersten Anhänger hast, dann bist Du schon mal ne Glaubensgemeinschaft.

Der nächste Schritt wäre, dem ganzen eine Rechtsform zu verpassen, denn meist will man die steuerlichen Vorteile mitnehmen. In der Regel beginnt es mit einem eingetragenen Verein, mit welchem man die Gemeinnützigkeit wegen der Förderung religiöser Zwecke.

Die höchste "Anerkennung" die man in Deutschland erreichen kann, ist wenn das ganze dann als Körperschaft des öffentlichen Rechtes anerkannt wird. Dies gibt der Organisation weitreichende Recht in der inneren Gliederung, man bekommt in der Regel auch die Dienstherreneigenschaft und kann eigene Beamte anstellen und man erhält das Recht Steuern zu erheben.

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wieso willst du gründen? oder gar stiften? Wenn du keine Religion als hilfreich für dein Leben einschätzt: wieso glaubst du, dass überhaupt irgend eine "Religion" die Probleme der Gegenwart beheben kann? Ist es nicht vielmehr so, dass wir ein Problem als Problem wahrnehmen, und dann nach rationalen Einzelfall-Lösungen suchen?

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Dazu brauchst Du nur die Alltagssorgen von Leuten auf ein Sammelsurium von alten Schriften und Mythen zu projizieren, bis Dir gläubige Anhänger nachlaufen. 

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Versuch doch erstmal Deine eigene Religion zu leben. Vielleicht findest Du ja darüber Anhänger.

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Nach meienr Erfahrung kann man offiziell ab 6-8 Personen eine eigene Religion gründen. Aber jeder kann für sich entscheiden woran er glaubt und sollte in diesem Thema von niemandem abhängig sein.

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Kommentar von AntwortMarkus
20.05.2016, 21:45

Erfahrung hat er. Dann sag das mal den Sekten, die wären nämlich gerne eine Religion, schaffen es aber nicht. Sicher kannst du ihnen helfen.

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Du kannst eine Sekte gründen, Religionen erfindet man ja nicht vom einen auf den anderen Tag!:)

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Eine Sekte höchstens. Eine Religion ist ja keine Erfindung.

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Kommentar von S7donie
20.05.2016, 21:45

Doch ist sie. Jede Religion war mal eine Sekte. ;)

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