kann ich meine arbeit von heut auf morgen kündigen?

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5 Antworten

Auch ein muendlich geschlossener Arbeitsvertrag unterliegt Kuendigungsfristen. Grundsaetzlich waere hier aber erst einmal zu klaeren, ob dein Arbeitsverhaeltnis moeglicherweise einem Tarifvertrag unterliegt. Beispielsweise koennte ein allgemeinverbindlicher Tarifvertrag Anwendung finden. Ebenso wuerde ein Tarifvertrag Anwendung finden, wenn du Gewerkschaftsmitglied bist und der Arbeitgeber tarifgebundenes Mitglied im Arbeitgeberverband ist. Erkundige dich also erst einmal in der Personalabteilung, ob hier ein Tarifvertrag Anwendung findet oder nicht. Wenn ja, gelten die dort vereinbarten Fristen.

Unterliegt das Arbeitsverhaeltnis hingegen keinem Tarifvertrag und wurden auch arbeitsvertraglich keine Kuendigungsfristen vereinbart, gelten die Fristen nach BGB 622. Fuer eine Kuendigung durch den Arbeitnehmer gilt grundsaetzlich die Frist nach Abs. 1, also 4 Wochen zum 15. oder zum Monatsende.

Nur wenn ausdruecklich eine Probezeit vereinbart wurde, gilt waehrend dieser die Frist nach Abs. 3, also 2 Wochen zu jedem beliebigen Kalendertag. Eine Probezeit kann grundsaetzlich auch muendlich vereinbart werden. Im Bestreitensfall muesste dies dann aber beweisen werden.

Die Kuendigung muss zwingend schriftlich erfolgen (auch bei einem muendlichen Arbeitsvertrag!), die Kuendigungsfrist beginnt am auf dem Zugang der Kuendigung beim Arbeitgeber folgenden Tag.

Haeltst du dich nicht an die Kuendigungsfrist und hoerst einfach frueher auf, machst du dich gegenueber dem Arbeitgeber fuer alle Schaeden ersatzpflichtig, die diesem dadurch entstehen und die nicht entstanden waeren, wenn du die Kuendigungsfrist eingehalten haettest. Allerdings ist es in der Praxis oft sehr schwer, solche Schaeden auch wirklich nachzuweisen.

Natuerlich wird dann auch dein Zeugnis entsprechend ausfallen. Das wird dich dann dein ganzes Arbeitsleben lang begleiten.

Die geleisteten Arbeitsstunden muessen natuerlich bezahlt werden. Ein Arbeitgeber, der sich gelinkt fuehlt und den Arbeitnehmer nun ein wenig aergern will, wird aber sicher zahlreiche Moeglichkeiten dazu finden und auch die Entgeltzahlung deutlich hinauszoegern koennen.

Rico265 06.12.2013, 01:10

wenn ich jetzt die Frist nicht einhalten könnten kosten auf mich zukommen? Ich bin das einzige Personal für diese Filiale und er musste selber ran . Was kann mir da passieren?

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Ernsterwin 07.12.2013, 06:53

"Eine Probezeit kann grundsaetzlich auch muendlich vereinbart werden."

Eine Probezeit ist dem Wesen nach ein zeitlich befristetes Arbeitsverhältnis. Befristete Arbeitsverhältnisse können gem. TzBefrG nur schriftlich vereinbart werden. Wird keine schriftliche Vereinbarung getroffen, gilt das Arbeitsverhältnis von Anfang an als unbefristet.

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DerCAM 07.12.2013, 10:13
@Ernsterwin

Eine Probezeit ist eine Probezeit und kein befristetes Arbeitsverhaeltnis. Manchmal wird zwar ein auf 6 Monate befristetes Arbeitsverhaeltnis mit einer sechsmonatigen Probezeit vereinbart (das waere dann tatsaechlich befristet und kann nur schriftlich vereinbart werden), dem Wesen nach ist eine Probezeit aber die Zeit am Anfang eines unbefristeten Arbeitsverhaeltnisses, fuer die diese eben vereinbart wurde.

Selbstverstaendlich kann ein unbefristetes Arbeitsverhaeltnis auch muendlich geschlossen werden und fuer dieses kann auch muendlich eine Probezeit vereinbart werden. Das bringt dann im Streitfall zwar schnell mal Beweisprobleme, wirksam ist aber auch eine muendliche Probezeitvereinbarung. Mit dem TzBfG (nicht TzBefrG!) hat das rein gar nichts zu tun.

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Ein Arbeitsvertrag kann auch mündlich geschlossen werden und muss nicht (immer zwingend) in schriftlicher form vorliegen. Die gesetzlichen Kündigungsfristen sind trotzdem einzuhalten. Großer Nachteil hier allerdings, im Fall der Fälle (der bei dir nun scheinbar eintritt) müssen entsprechende Nachweise erbracht werden. Das ist oft schwierig und langwierig.

Rico265 06.12.2013, 00:37

Bekomme ich dann trotzdem mein Geld und was kann mir passieren wenn ich die Frist nicht einhalte?

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Rico265 06.12.2013, 00:39

und hab ich nicht eine Probezeit bei dir kurzen Zeit die ich gearbeitet habe?

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SupraX 06.12.2013, 00:46
@Rico265

Trotzdem sind 2 Wochen Kündigungsfrist einzuhalten. Wenn du einfach gehst, dann kommt es darauf an, was dein Chef daraus macht. Er kann dich fristlos kündigen oder aber auch auf die Erfüllung der Kündigungsfrist bestehen und vor Gericht ziehen.

Kündige einfach ganz regulär und zieh die 2 Wochen durch.

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Rico265 06.12.2013, 00:58
@SupraX

Aber ich will ja fristlos kündigen! Was kann er dann einklagen?

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SupraX 06.12.2013, 01:04
@Rico265

Denk mal nach, wenn einfach mal jeder so nach Lust und Laune fristlos kündigen könnte, dann bräuchte man doch keine gesetzlichen Kündigungsfristen. Dann würde jeder kündigen wie er gerade lustig ist.

DerCAM hat oben ja schon gut erklärt, weshalb der Arbeitgeber zum Beispiel gegen dich klagen könnte.

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user2314 06.12.2013, 16:28
@Rico265

Eine fristlose Kündigung kann man nicht einklagen. Sondern lediglich einreichen. Also dem Chef überreichen. Und dann schauen was er sagt. Wenn er klug ist wird er dich sofort gehen lassen da er wohl bemerkt das es keinen Snn macht dich weiter zu beschäftigen. Ansonsten gelten Fristen die je nach Arbeitsvertrag geregelt sind.

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Rico265 06.12.2013, 00:39

und hab ich nicht eine Probezeit bei dir kurzen Zeit die ich gearbeitet habe?

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DerCAM 06.12.2013, 01:02
@Rico265

Nur dann, wenn ausdruecklich eine vereinbart wurde (was du im Bestreitensfall beweisen muesstest). Gesetzliche Kuendigungsfrist waehrend einer vereinbarten Probezeit von max. 6 Monaten: 14 Tage zu jedem beliebigen Kalendertag.

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Deine Arbeitszeit muss er dir so wie so bezahlen. Allerdings ist es verwunderlich das du ihm einen reindrücken willst.

Ja du kannst von heut auf morgen gehen wenn das in deinem Vertrag nicht ander geregelt ist..

Also eine Kündigungsfrist besteht.

Rico265 06.12.2013, 00:48

Aber zählt dort nicht die gesetzliche?

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SupraX 06.12.2013, 00:58
@Rico265

Es ist doch eigentlich ganz einfach. Entweder es besteht ein reguläres Arbeitsverhältnis oder eben nicht. Besteht eines, dann muss dieses auch irgendwie geregelt worden sein (Arbeitszeit, Gehalt etc.), es besteht also auch ein Arbeitsvertrag, egal ob schriftlich oder nur mündlich. In diesem Fall sind die gesetzlichen Fristen einzuhalten. Besteht kein (reguläres) Arbeitsverhältnis, also auch kein Arbeitsvertrag, dann brauchst du ja auch nichts zu kündigen.

Die Logik sagt einem ja schon, dass du keinen Vertrag kündigen kannst den es garnicht gibt.

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Rico265 06.12.2013, 00:48

Aber zählt dort nicht die gesetzliche?

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Rico265 06.12.2013, 00:48

Aber zählt dort nicht die gesetzliche?

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Rico265 06.12.2013, 00:48

Aber zählt dort nicht die gesetzliche?

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