Kann ich Konsequenzen nach wiederholter Beleidigung dur einen Mitarbeiter einfordern?

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12 Antworten

Inwieweit hast Du die Möglichkeit, selbst arbeitsrechtliche Schritte (neben den bereits erwähnten möglichen zivilrechtlichen) zu unternehmen?

Ich frage deshalb, weil Du ja offensichtlich gewisse Kompetenzen hast, die wohl immerhin so weit reichen, dass Du diese Mitarbeiterin zeitweise von ihren Arbeitsverpflichtungen entbinden (nach Hause schicken) kannst.

Neben dem Rat, gegenüber dieser Kollegin sozusagen "resolut" aufzutreten, zielt meine Frage auf die Möglichkeit der Aussprache einer Abmahnung (mit der Androhung weiterer arbeitsrechtlicher Schritte bis hin zur Kündigung) durch Dich als Küchenleiter ab.

Zu fragen ist auch, wie die Kommunikation mit Deinem Arbeitgeber in dieser Sache gelaufen ist; möglicherweise wäre auch hier ein eindeutig bestimmtes Auftreten ihm gegenüber in dieser Angelegenheit angezeigt.

Entgegen der Auffassung einiger Beantworter dieser Frage hängen die Möglichkeiten gegenüber dem Arbeitgeber von den konkreten Umständen des Einzelfalls ab. So haben die Arbeitsgerichte bereits mehrfach entschieden, dass man unter bestimmten Voraussetzungen eine (eigene) Umsetzung vom Arbeitgeber, oder auch andere Konsequenzen, wie z.B. Schadensersatz fordern kann. Einen guten Überblick gibt eine Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts BAG, Urteil vom 28.10.2010, 8 AZR 546/09:"...I. „Mobbing“ ist kein Rechtsbegriff und damit auch keine mit einer Rechtsnorm vergleichbare selbständige Anspruchsgrundlage für Ansprüche eines Arbeitnehmers gegen seinen Arbeitgeber oder gegen Vorgesetzte bzw. Arbeitskollegen. Macht ein Arbeitnehmer konkrete Ansprüche aufgrund von Mobbing geltend, muss jeweils geprüft werden, ob der in Anspruch Genommene in den vom Kläger genannten Einzelfällen arbeitsrechtliche Pflichten, ein absolutes Recht des Arbeitnehmers iSd. § 823 Abs. 1 BGB, ein Schutzgesetz iSd. § 823 Abs. 2 BGB verletzt oder eine sittenwidrige Schädigung iSd. § 826 BGB begangen hat. In diesem Zusammenhang ist zu beachten, dass es Fälle gibt, in welchen die einzelnen, vom Arbeitnehmer dargelegten Handlungen oder Verhaltensweisen seiner Arbeitskollegen, Vorgesetzten oder seines Arbeitgebers für sich allein betrachtet noch keine Rechtsverletzungen darstellen, jedoch die Gesamtschau der einzelnen Handlungen oder Verhaltensweisen zu einer Vertrags- oder Rechtsgutsverletzung führt, weil deren Zusammenfassung aufgrund der ihnen zugrunde liegenden Systematik und Zielrichtung zu einer Beeinträchtigung eines geschützten Rechtes des Arbeitnehmers führt (BAG 25. Oktober 2007 - 8 AZR 593/06 - BAGE 124, 295 = AP BGB § 611 Mobbing Nr. 6 = EzA BGB 2002 § 611 Persönlichkeitsrecht Nr. 7; 16. Mai 2007 - 8 AZR 709/06 - BAGE 122, 304 = AP BGB § 611 Mobbing Nr. 5 = EzA BGB 2002 § 611 Persönlichkeitsrecht Nr. 6). Letzteres ist insbesondere dann der Fall, wenn unerwünschte Verhaltensweisen bezwecken oder bewirken, dass die Würde des Arbeitnehmers verletzt und ein durch Einschüchterungen, Anfeindungen, Erniedrigungen, Entwürdigungen oder Beleidigungen gekennzeichnetes Umfeld geschaffen wird. Dies entspricht der in § 3 Abs. 3 AGG erfolgten Definition des Begriffes „Belästigung“, die eine Benachteiligung iSd. § 1 AGG darstellt. Da ein Umfeld grundsätzlich nicht durch ein einmaliges, sondern durch ein fortdauerndes Verhalten geschaffen wird, sind alle Handlungen bzw. Verhaltensweisen, die dem systematischen Prozess der Schaffung eines bestimmten Umfeldes zuzuordnen sind, in die Betrachtung mit einzubeziehen. Demzufolge dürfen einzelne zurückliegende Handlungen/Verhaltensweisen bei der Beurteilung nicht unberücksichtigt gelassen werden (BAG 25. Oktober 2007 - 8 AZR 593/06 - aaO; 24. April 2008 - 8 AZR 347/07 - AP BGB § 611 Haftung des Arbeitgebers Nr. 42 = EzA BGB 2002 § 611 Persönlichkeitsrecht Nr. 8)."

Diese Grundsätze sind ggf. Auch auf den hier vorgetragenen Lebenssachverhalt anwendbar. Allerdings bedürfte eine konkrete Auseinandersetzung mit den rechtlichen Konsequenzen einer detaillierten Auseinandersetzung mit sämtlichen Vorwürfen gegen den anderen Arbeitnehmer und einer eingehenden rechtlichen Prüfung.

Es sollte daher ein auf Arbeitstecht spezialisierter Anwalt aufgesucht werden.

Gibt es eine Möglichkeit für mich, eine Konsequenz von meinem Arbeitgeber einzufordern?

Nein. Arbeitsrechtlich bestimmt der Arbeitgeber, was er hier (nicht) unternimmt.

Zu allererst hast Du selbst Möglichkeiten gegen Beleidigungen vorzugehen, das dies eine Straftat ist. Du kannst also Anzeige erstatten, was zur Folge hätte, dass Deine Kollegin vermutlich eine Geldstrafe bekäme. Zum anderen ist Dein Chef verpflichtet der Angelegenheit nachzugehen - also z. B. eine Abmahnung an die Kollegin auszusprechen. Macht er das nicht, hast Du auch hier die Möglichkeit arbeitsrechtlich vorzugehen.

Das ist natürlich sehr genau abzuwägen. Ein klärendes Gespräch ist sicherlich sinnvoller.

Nein. Offensichtlich beurteilt dein Arbeitgeber die Lage (Auseinandersetzung) anders. Aus seiner Sicht ist unter Umständen sogar eine Schwäche in deiner Personalführung erkennbar, wenn du dich nicht selbst wirksam durchsetzen kannst. Ich will damit nicht sagen, dass dem so ist, sondern nur eine eventuelle Denkweise (=Schulbuch Personalführung) des Arbeitgebers aufzeigen. Je nach Betriebsgröße kann es einen Betriebsrat geben den man ansprechen kann. Oder aber auch den Arbeitgeber bitten ein gemeinsames Gespräch mit allen Beteiligten zu führen und das der Arbeitgeber dabei sehr klare Vorgaben über Hierarchieebenen und Weisungsbefugnisse macht. Es dürfte auch noch kein Fall von Mobbing vorliegen bei dem ggf. ein besonderer Schutz einklagbar wäre.

stelari 09.05.2013, 08:44

Ich weiß nicht, wie du aus Beleidigungen eines Untergebenen ein mangelnde Führungsschwäche ableiten kannst..?!?!

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es dürfen weisungsbefugte oder entsprechend bevollmächtigte Personen abmahnen, kläre doch ob Du eine solche Person bist :)

allerdings bedenke jetzt !!!!, Du darfst Dich nicht auf Sachen berufen die länger als 2 Wochen zurückliegen

Du kannst die "Mitarbeiterin" ganz normal wegen Beleidigung anzeigen (Zeugen!?). Wenn der Arbeitegeber diesbezüglich nichts unternimmt solltest du dich fragen, ob du da nicht fehl am Platz bist und dich evtl. mal nach was anderen umsehen.

Mobbing ist eine Straftat und die kann geandet werden. Das wäre vielleicht eine Möglichkeit.

wenn der AG nichts unternimt bist du in einer schlechten situation.....für mich unverständlich - hat der AG etwas gegen dich ???

das scheint dieser person den rücken zu stärken....fatale situation als vorgesetzter -


unabdingbares gespräch von dir mit deinem Ag um das zu klären - denn nur so ist das problem zu lösen ...und dann gemeinsam mit dem AG gegen diese person etwas zu unternehmen.****

Drehe den Spies um, um lasse sie vor versammelter Mannschaft so richtig auflaufen...

Wenn der Arbeitgeber nichts tut, dann kannst du immer noch privat Strafantrag stellen, Zeugen wirst du ja wohl genug haben oder?

Nein, aber du kannst den Mitarbeiter natürlich selbst bei der Polizei anzeigen.

du kannst den zivilrechtlichen weg einschlagen....

das würde ich vorher mit dem arbeitgeber besprechen

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