Kann ich jemanden unter Verwendung meines Pseudonyms verklagen?

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2 Antworten

Dein Pseudonym ist eine Art Künstlername, unter welchem du Kunst produzierst. Es steht jedem frei deine Kunst zu beurteilen bzw. zu kritisieren.

Da du über Sekten schreibst, ohne in selbiger zu sein, kann man davon ausgehen das du provozierst und damit automatisch auf Kritik stößt.

Verstricke dich nicht in teuere Klagen und ähnliches. Schließlich kann eine entgegengesetzte Meinung dein Werk interessanter machen.

Siehe es einfach positiv.

Natürlich ist es ein Künstlername. Natürlich provoziere ich. Natürlich sehe ich es positiv.

Es geht hier aber nicht um den konstruktiven Austausch konträrer Meinungen. Es geht nicht einmal um das lästige aber anscheinend unvermeidbare Auftauchen von Forentrollen. Das ist gewohnter Alltag.

Es geht um folgendes Fallbeispiel:

Eine Gruppe junger Aussteiger aus der Scientology Sekte gründen eine Internet Seite und ein Forum. Sie gewinnen einige bekannte Autoren die sie in ihrem Projekt unterstützen. Unter anderem werde auch ich dazu eingeladen.

Nun beginnt ein Betreiber einer Internetseite zu behaupten ich wäre Angestellter der Scientology Kirche. Die Gründer des jungen Internetprojektes werden verunsichert. Durch die Verleumdungen und ehrverletzenden Beleidigungen wird meine Arbeit erschwert.

Muss ich mir diese Beleidigungen und den Verschwörungsvorwurf wehrlos gefallen lassen, weil die Wahrung meiner Identität höhere Priorität besitzt?

Aufmerksamkeit für „meine“ Werke ist mir vollkommen gleichgültig. Das Ganze hat auch keinerlei finanziellen Hintergrund.

Wir haben übrigens durchaus den Versuch unternommen ohne einen „Künstlernahmen“ zu arbeiten. Also offen das Pseudonym zu wechseln. Z.B. Sach- und Themenbezogen. Das erwies sich aber als kontraproduktiv und nicht Praktikabel.

Wenn man also auch Virtuell an sein Pseudonym gebunden ist, ergibt sich dadurch aber zumindest ein Mindestmaß an dem Schutz des Namens.

Meine Frage dreht sich aber ganz konkret um den Punkt ob ich jemanden mit meinem „Künstlernahmen“ verklagen kann ohne meinen Realnamen preis zu geben.

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Nimm's mir nicht übel, aber ich glaube bei aller Liebe und bei Deiner Beschreibung nicht, dass Du es nötig hast, Dir hier in diesem Forum Rat zu holen. Du kannst doch wohl einen Rechtsanwalt finanzieren. Eigentlich macht mich Deine Frage hier sauer!

Hallo doro05,

Die Arbeit im Bereich Sektenausstieg ist sehr schmutzige Arbeit. Glücklich macht das niemand. Außerdem sind Verleumdung und Klagen nicht gerade dazu geeignet um Gemüter aufzuhellen. Verzeih mir wenn ich Dich damit belastet habe.

Ich wollte niemanden damit Ärgern, sondern im mich im Vorfeld sauber vorbereiten. Bevor ich einen Anwalt beauftrage gilt es doch zuerst zu klären was für ein Anwalt ich mit welcher Aufgabe betraue. Danach gilt es dem Anwalt die richtigen Fragen zu stellen und die richtigen Aufträge zu erteilen.

Ich gehe nicht zu einem Anwalt wie zu einem Sozialamt. Ich bitte einen Anwalt nicht um Hilfe sondern ich instruiere ihn. Auch ist es nicht Ratsam in einer Sache nur einen Anwalt zu konsultieren. Es ist ein guter Rat die Aufgaben in eigener Sache auf mehrere Anwälte zu verteilen.

Warum wurde ausgerechnet ich Opfer dieser Verleumdungskampagne?

Der Fall gestaltete sich vergleichbar mit diesem: Der Betreiber der Internetseite der mich im speziellen Angreift behauptete Geistliches Oberhaupt der Scientology Kirche gewesen zu sein. Es handelt sich nicht um die Scientology Kirche sondern dies dient nur als Beispiel. Dieser angeblich ehemalige Geistliche behauptete nun nach seinem Ausstieg Mitarbeiter des katholischen Hilfswerk für Sektenopfer zu sein. Nun wies ich durch meine in aller Bescheidenheit mit eingebrachten Fachkenntnisse zweifelsfrei nach, dass dieser angebliche Geistliche durch das Fehlen jeglicher Sachkenntnis glänzt.

Nachvollziehbar das dies zu Folge hatte das sich seine Sympathie mir gegenüber in Grenzen hielt.

Nun wurde aber ein Jahr später ein Journalist Opfer seiner Hochstapelei. Jetzt wiederum wandte sich dieser Journalist (in Erinnerung meines damaligen Prüfungsergebnisses) wieder an mich. So stieß ich zum zweiten Mal mit diesem Internetbetreiber zusammen. Bei Prüfung des Falles kam ich zu dem gleichen Ergebnis wie schon vor einem Jahr.

Dadurch wurde ich Opfer dieser Verleumdungen und Ehrverletzungen.

Nun wollte ich aber niemanden Unrecht tun. Vielleicht regte er sich ja zu Recht über mich auf. Ich setzte mich also mit der katholischen Kirche in Verbindung um zu klären ob dieser Hochstapler bei ihnen als Sektenbeauftragter beschäftigt ist. Der katholischen Kirche war dieser Mann jedoch vollkommen unbekannt. Dann setzte ich mich über einen von mir privat bezahlten Anwalt mit der Scientology Kirche in Verbindung. Das gleiche Ergebnis – der Mann war nie Geistlicher. Dann setzte ich mich mit einem zweiten von mir privat bezahlten Anwalt in Verbindung. Nämlich dem ursprünglichen Anwalt des Journalisten, jetzt mit der Klärung des damals von dem Hochstapler angegebenen Sachverhaltes. Wieder das gleiche Ergebnis – keine der angegebenen Sachverhalte besaß Substanz. Aber weil wir uns hier im Themenfeld Sekten bewegen und auch grundsätzlich die Aussagen der Scientology Kirche bezweifelt werden können und um auch alle Eventualitäten berücksichtigt zu haben, wandte ich mich persönlich an die jeweilige Gemeinde, in der auch die Familie des Hochstaplers wohnt. Auch hier das gleiche Ergebnis. Sowohl bei der Aussage der hiesigen Geistlichen als auch der Familie die NICHT der Sekte angehört.

Nachdem nun die Sachlage zweifelsfrei geklärt ist, bleibt mein Interesse die Verleumdungen und Ehrverletzungen nicht im Raum stehen zu lassen.

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@rolfrolf

Respekt für Deine Ausführungen, jedoch will ich nur auf Deine direkte Fragestellung eingehen. Und die kann man lt. Wiki - dem man wohl bei dieser einfachen Aussage mal vertrauen kann - wie folgt beantworten: Voraussetzungen in Deutschland - Bis zum 31. Oktober 2007 konnte ein Pseudonym in den Personalausweis oder Reisepass eingetragen werden; zuständig waren dafür in der Regel die Meldeämter. Ab dem 1. November 2007 wurde dies abgeschafft. Die Bundesregierung erwägt derzeit (2008), die Abschaffung wieder rückgängig zu machen. [3] Unabhängig davon hat die Eintragung des Pseudonyms oder Künstlernamens in den Personalausweis keinerlei Rechtswirkung. - Auf die letzten beiden Wörter dürfte es wohl ankommen.

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@doro05

Hallo doro05,

Vielen Dank für Deine Antwort. Gestern stellte ich einem Anwalt auch diese Frage und bekam gerade die Antwort. Als Kläger geht das. Als Kläger ist man einer Straftat nicht schutzlos ausgeliefert wenn man seine Identität schützen muss. Insbesondere wenn der „Künstlername“ Opfer der Verleumdung wurde.

Zuerst schrieb ich dem Verleumder privat an und bat ihn bis nächste Woche die 67 Beiträge zu löschen. Wenn er der Bitte nicht nachkommt, bekommt er Post von meinem Anwalt. Alles Weitere werden wir sehen.

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