Kann ich in die private Krankenversicherung?

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11 Antworten

Hallo,

bei der Prüfung der Krankenversicherungspflicht nach § 6 SGB V werden nur Entgelte als Arbeitnehmer angerechnet. Somit besteht nach § 6 SGB V weiterhin Versicherungspflicht.

Es gibt aber auch die Prüfung nach § 5 Absatz 5 SGB V: danach sind hauptberuflich Selbständige nicht krankenversicherungspflichtig

http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__5.html

Die Haupt- oder Nebenberuflichkeit prüft die Krankenkasse. Kriterien sind hierbei:

  • wöchentlich Arbeitszeit

  • Einkünfte (siehe auch Steuerbescheid -> ungleich Einkommen!) als Arbeitnehmer und Selbständiger (ggf. auch sonstige Einnahmen)

  • werden in der Selbständigkeit eigene Arbeitnehmer beschäftigt?

Ggf. entfällt die KV-Pflicht rückwirkend. Der Arbeitgeber durfte dann auch keinen (steuerfreien) Zuschuss zur KV + PV zahlen: § 257 SGB V

Entscheidend ist nicht, wo es im Moment am günstigsten ist, sondern wie man am besten lebenslang versichert ist.

Der Vergleich GKV - PKV ist grds. ein lebenslanger Vergleich. Das heißt, es ist erforderlich alle späteren möglichen Veränderungen mit in den Vergleich einzubeziehen, z.B. "Vergrößerung der Familie" und Verringerung der Einnahmen.

Auch bei folgenden Änderungen bleibt man in der PKV:

Kurzarbeit, Insolvenz, in bestimmten Konstellationen Arbeitslosigkeit, späteres (Zweit-)Studium, Frührente wegen Erwerbsminderung, Altersrentner/in, Hausfrau/-mann, Auszeit wegen Kindererziehung -> in diesen Fällen sind die PKV-Beiträge in unveränderter Höhe weiterzuzahlen.

Ggf. sind zusätzliche Beiträge für Kinder oder den nichtberufstätigen Ehegatten zu zahlen.

Die Beiträge für den nichtberufstätigen Ehegatten werden in der GKV nach der Elternzeit (manchmal auch in der Elternzeit) immer nach der Hälfte der Einnahmen des PKV-Ehegatten berechnet (§ 240 SGB V letzter Absatz). Wenn der Ehegatte chronisch krank ist, ist ein Beitritt zur PKV oft ausgeschlossen.

Für Kinder sind pro Kopf Beiträge zu zahlen. Die Leistungen für die Kinder sind dann oft auf die Tarife für die Eltern begrenzt. Hier sind unter dem Suchbegriff "PKV" viele Erfahrungen von Betroffenen vermerkt:

rehakids.de/phpBB2/forum21.html

Bei den Leistungen sollte man neben vielen anderen besonders auf folgende Punkte achten:

• Reha/Kur (z.B. nach Herzinfarkt, Schlaganfall, Krebs, Unfällen ...)

• Hilfsmittel: Katalog der GKV:

db1.rehadat.de/gkv2/Gkv.KHS

Hilfsmittel erreichen schnell 4- und teilweise 5-stellige Beträge.

• Psychotherapie (Anzahl und Erstattungshöhe)

•Hebammenhilfe

• Heilmittel (z.B. Krankengymnastik, Sprachtherapie, Ergotherapie), z.B. nach Schlaganfall

-> Heilmittelarten und Erstattungshöhe

In der PKV werden notwendige Leistungen in angemessener Höhe erstattet. Was angemessen ist, prüft die Versicherung, wenn man Rechnungen einreicht. Der Leistungserbringer hat aber trotzdem einen Anspruch auf Vergütung. Im Übrigen werden nur anerkannte Methoden erstattet.

§5 Absatz 2 und § 4 Absatz 6 PKV-Musterbedingungen:

pkv.de/recht/musterbedingungen/mbkk2009.pdf

Wenn man im Krankheitsfall Probleme mit einem PKV-Unternehmen hat, kann man praktisch nicht mehr wechseln. Jede andere Versicherung wird einen voraussichtlich wegen der Erkrankung ablehnen (oder gravierende Risikozuschläge erheben). In der GKV sind die anderen Krankenkasse verpflichtet, einen aufzunehmen, und man hat ab dem 1. Tag den vollen Leistungsanspruch (ohne Zuschläge).

Vielleicht interessant:

focus.de/finanzen/versicherungen/krankenversicherung/tid-5429/krankenversicherung-zehn-irrtuemer-ueber-die-privatenaid52165.html

bundderversicherten.de/app/download/BdV-PKV-Broschuere.pdf

pkv-ombudsmann.de/

(unter Tätigkeitsberichte sind häufige Beschwerden von PKV-Versicherten aufgelistet)

Die Entscheidung hat vermutlich lebenslange Auswirkungen und sollte daher genauso gründlich wie z.B. ein Hauskauf angegangen werden.

Viel Erfolg bei der richtigen Entscheidung!

Gruß

RHW

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Hallo Benni1g, als erstes schade das hier einige Deine Frage so runterziehen und nicht ernst nehmen. Glück für Dich das Du keine Rechtsschreibfehler drin hast, sonst würdest Du da wahrscheinlich auch noch Schelte bekommen.

Nun aber zu Deiner Frage: JA - Du kannst nach den hier gemachten Angaben raus aus der Pflichtversicherung. Du kannst Dich Privat Krankenversichern und auch aus der gesetzlichen Rente aussteigen! Dieser Schritt muss natürlich überlegt sein. Desweiteren ist natürlich bei der privaten Krankenversicherung auch abhängig ob Erkrankungen oder dergleichen vorhanden sind. Die Argumentation das Du mit Frau und Kind Dich Dumm und dämlich zahlst stimmt allerdings nicht ganz so (hängt in Deinem Fall natürlich mit Deinen Möglichkeiten zusammen). Es gibt sicherlich Fälle wo so etwas vorkommt, aber oft vergessen die Leute auch das sie bessere Leistungen haben. Andere schließen zu der gesetzlichen Krankenversicherung noch Zusatzversicherungen ab, die sie aber nicht in Ihrer Berechnung mit berücksichtigen. Es werden also oft Äpfel mit Birnen verglichen. Auch wird manchmal nicht berücksichtigt, das durch die steuerlichen Änderungen selbst ein Mehrbeitrag von 100 € (soll nur als Beispiel dienen und ist immer abhängig von der persönlichen Steuerlast) in der privaten effektiv günstiger sein kann als die gesetzliche - unabhängig von den Leistungen. Aber da müssen manche erst mal ordentlich analysieren und rechnen lernen.

Wenn Du Dich da weiter informieren möchtest, geh auf http://www.guenstig-vorsorgen.de/sozialversicherung/sozialversicherungspflichtig/ dort wird dieses Thema behandelt. Es funktioniert!

In diesem Sinne wünsche ich Dir viel Erfolg bei Deinen Recherchen und auch bei der Umsetzung.

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Hallo, deine Angabe mit Umsatz ist ein bisschen unglücklich gewählt. Interessant wäre der Gewinn. Es gibt einen Mindestbetrag, den man verdienen muss um Mitglied der PKV zu werden. Achte auch jeden Fall drauf das du die Angebote vergleichst, dann kannst du bares Geld sparen. Es gibt große Unterschiede bei dem Preis-Leistungsverhältnis. Auf jeden Fall sollte man sich mehrere Angebote einholen und sich nicht nur auf einen Anbieter beschränken. Daher ist die Möglichkeit, sich über einen Tarifvergleichsrechner Vorschläge zu machen sicherlich das Mittel erst Wahl, um einen Überblick über den Markt der privaten Krankenversicherung zu bekommen. Ich habe meine PKV hier gefunden: www.goo.gl/vCAc6 . Dort kann man sehr detailiert angeben was man benötigt und erhält daraufhin die passenden Angebote.

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als Arbeitnehmer musst du über die Beitragsbemessungsgrenze von 49.500 Euro im Jahr kommen, als selbstständiger gilt das nicht unbedingt, aber bei 40.000 Euro Umsatz rechnet sich das auch nicht wirklich

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Kommentar von Noxpolaris
04.10.2011, 10:17

Über der Beitragsbemessungsgrenze steigt der KV-Beitrag nicht mehr an. Was Du meinst, ist die Versicherungspflichtgrenze, auch Jahresarbeitsentgeltgrenze genannt.

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du kannst in die private wechseln wenn du deine selbständige arbeit nciht mehr als nebengewerbe betreibst ... dann kannst du auch auf die rentenbeiträge und arbeitslosenversicherung verzichten ..

allerdings solltest du dir das gut überlegen, private krankenversicherung muss nicht günstiger sein als die gesetzlich, und die vorzüge der renten u. arbeitslosenversicherung sind auch nicht zu verachten :)

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Ich würde mir das gut überlegen, wenn du einmal aus der gesetzlichen raus bist, kommst du nicht mehr rein. Wenn du noch vor hast, zu heiraten und Kinder zu bekommen, dann lass es, sonst zahlst du dich später dumm und dämlich. Einem Freund von mir ist das passiert.

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Kommentar von bigmaccer
04.10.2011, 10:17

das aber nur wenn man freiwillig raus geht ... als angestellter mit einem einkommen unterhalb der versicherungspflichtgrenze darf man immer in die gesetzliche rein!

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Kommentar von Benni1g
04.10.2011, 10:59

Hallo, meine Hauptbeschäftigung ist im elterlichen Betrieb. Dort werde ich wahrscheinlich auch mal GF und werde voraussichtlich in die private wechseln. Ich würde nur gern wissen ob ich mit meiner "selbstständigkeit" schon wechseln kann.

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Für die Versicherungspflichtgrenze zählt nur das Einkommen aus abhägiger Beschäftigung- sie liegt bei 50.850 EUR.jährlich.

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Kommentar von primusvonquack
04.10.2011, 10:25

Das ist die Grenze für 2012! 2011 sind es 49500€

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Was denn nu, Umsatz oder Einnahmen???? Es zählt das Einkommen, das muß für 2011 über 49500 € brutto liegen.

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Kommentar von primusvonquack
04.10.2011, 10:30

Mich würde wirklich mal interessieren, wie ein Selbstständiger auf die Idee kommen kann solche Unsinnsangaben wie Umsatz/Einnahmen überhaupt zu machen.

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Sollte bei dem Gesmteinkommen möglich sein. Ruf doch einfach mal bei Deiner Krankenkasse an.

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Kommentar von Noxpolaris
04.10.2011, 10:17

Klar, die werden begeistert Auskunft erteilen, wie man so einen guten Zahler loswird.

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Klar kannst du. Wenn du zahlen kannst.

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Kommentar von Benni1g
04.10.2011, 10:16

naja .. ich war noch nie krank und habe keine Beschwerden. Die private sollte bei mir eig. günstiger als die gesetzliche sein.

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