Kann ich in der Schweiz trotz Vorstrafe Anwalt werden?

4 Antworten

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Am Ende der praktischen Ausbildung steht die
Fürsprecherprüfung, zu der zugelassen wird, wer neben dem Abschluss in Jura auch
nachweisen kann, Lehrveranstaltungen in Rechtsmedizin, gerichtlicher
Psychiatrie, Kriminologie und Anwaltsrecht, sowie einen Buchhaltungskurs besucht
zu haben. Außerdem dürfen keine einschlägigen Vorstrafen vorliegen.
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http://www.europaeische-juristenausbildung.de/Laender/schweiztext.htm → Berufszugang

Wie muss ich den Begriff einschlägig hier verstehen? Bezieht er sich darauf, dass die Tat nicht zweimal verübt wurde? Wäre eine einmalige Strafe wegen Beschimpfung also zulässig um Anwalt zu werden?

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@RobGod1697

Eine einschlägige Vorstrafe hat man, wenn man schon mal wegen desselben
Tatbestandes verurteilt wurde, der einem jetzt vorgeworfen wird. Auch
bei sehr ähnl. Delikten, die aber 2 verschiedene Tatbestände erfüllen,
spricht man von einer einschlägigen Vorstrafe (z.B. schwerer Diebstahl
und Wohnungseinbruchdiebstahl)

Bei einer einmaligen Sache solltest du also aus dem Schneider sein. Im Zweifel frägst du aber am Besten in der Lehranstalt nach, wo du Jura belegen willst

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Ich folgere daraus, dass man bei einer Vorstrafe wegen Beschimpfung (Strafe von 90 Tagessätzen) also durchaus Anwalt werden kann, da die Tat nicht wiederholt wurde und somit nicht einschlägig ist. Ist das richtig?

Das kann/wird Dir die Anwaltskammer sagen können.

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