Kann ich in der Ausbildung wegen Krankheit gekündigt werden?

11 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Wenn Du noch in der Ausbildung bist, ist es für den Ausbilder so gut wie unmöglich Dich zu kündigen. Da muss er schon einen außergewöhnlich schwer wiegenden Grund auffahren (§22 Berufsbildungsgesetz) und außerordentlich und fristlos kündigen. 

Ein solcher wichtiger Grund liegt dann vor, wenn die Fortsetzung des Ausbildungsverhältnisses bis zum Ablauf der Ausbildungszeit für den Ausbilder unzumutbar geworden ist.

Wichtige Gründe sind zum Beispiel: 
- Wiederholtes Schwänzen der Berufsschule / Arbeit
- Häufiges zu spät kommen auf der Arbeit
- Eigenständiger Urlaubsantritt
- Mehrmaliges unentschuldigtes Fehlen in der Arbeit
- Trotz Aufforderung nicht geführte schriftliche Ausbildungsnachweise
- Diebstahl
- Straftaten wie Körperverletzung zum Schaden des Ausbilders

Der Kündigung müssen außerdem weitere Erziehungsmaßnahmen wie Ermahnungen und Abmahnungen voraus gegangen sein - eine Ausnahme bilden hier nur Diebstahl und z.B. Körperverletzung. 

Um überhaupt kündigen zu können, müsste der Ausbilder Deine Krankheit als "Schwänzen" oder "unentschuldigtes Fehlen" auslegen und Dich deshalb erst einmal abmahnen. Dem kannst Du wirkungsvoll entgegnen indem Du Dir für Deine Fehlzeiten von Deinem Hausarzt (oder dem Krankenhaus) eine AU bzw. ein Attest über einen stationären Aufenthalt ausstellen lässt. Dann hast Du einen Beweis, dass Du wirklich krank warst und der Ausbilder kann Dir gar nichts.

Auf eine Übernahme nach der Ausbildung würde ich allerdings nicht hoffen...

Über eine Übernahme nach der Ausbildung mache ich mir keine Sorgen, da ich sowieso nicht in dieser Firma bleiben möchte :D

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Niemand kann dir vorwerfen das du nur so tust. Ich kenne das meine Lehrerin dachte auch das ich immer nur so tuhe als ob ich eine Krankheit habe dann bin ich einfach zu mein Hausarzt gegangen und habe meine ganzen Unterlagen zu meiner Krankheit kopieren lassen und es ihr vorgelegt ab diesem Tag konnte sie nichts mehr sagen und bin auch immer mit einem ärztlichen artest zu ihr gegangen. Peinlich und traurig das man sowie beweisen muss und die das einfach nicht von alleine akzeptieren echt lächerlich.

@ guelm

Nein das ist überhaupt nicht lächerlich.

Viele (Ausnahmen bestätigen die Regel) sind heute doch in der Ausbildung mit einer Einstellung "ausgestattet", die teilweise zum Himmel schreit.

Null Bock Einstellung, wenn man schon in der Schule keine Lust hat, dann schreit man hier um eine Ausrede, damit man noch zuhause bleiben kann.

Die Einstellung zieht sich dann durch die Ausbildung bis in den Beruf durch.

Was heute teilweise fehlt ist die Belastbarkeit und dann können durchaus Schwierigkeiten kommen, wo man sich nicht wohlfühlt, mit Bauchschmerzen und anderen Symptomen zur Arbeit gehen muss.

Wenn man dann deswegen zu oft fehlt, dann wird kein Arbeitgeber das auf Dauer mitmachern.

Aber wenn jemand tatsächlich krank ist und - wie hier beim Fragesteller - eine Immunschwäche vorhanden sein sollte, dann muss man was dagegen tun.

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Ist es denn nicht möglich, etwas gegen deine Beschwerden zu tun beziehungsweise gegen die komplette Erkrankung? Ich stelle mir das selbst ziemlich belastend vor, wenn man dauerhaft solche Probleme mit seiner Gesundheit hat. Natürlich kann er dich erstmal nicht so einfach kündigen, bloß weil du öfters krank bist. Die Frage ist allerdings, wie häufig du krank bist. Alle 14 Tage? Einmal im Vierteljahr? Oder alle 6 Monate? Wenn er dich einfach so kündigen würde, hättest du natürlich alle Möglichkeiten mit der jeweiligen Handwerks oder Handelskammer gegen die Kündigung vorzugehen. Ich denke mal, dass er dir einfach nur sehr ungeschickt nahelegen wollte, dass du doch mal darauf achten sollst nicht so oft krank zu sein. Er möchte natürlich auch mit dir rechnen und für dich planen, und das fällt natürlich extrem schwer wenn man sich aufgrund einer Krankheit nicht auf einen Mitarbeiter verlassen kann.

Wie oft ich Krank bin ist unterschiedlich. Z.b Wenn jemand im meinem Umfeld Grippe hat, dauert es bei mir ca. 2-5 Tage bis ich auch die Grippe habe.. Ich kann ja nichts dafür. Ich bemühe mich immer nicht krank zu wirken und Arbeiten zu gehen aber manchmal geht es nicht. Ich finde das vehalten von meinem Chef auch nicht richtig. Letztens hatte ich Pfeifisches Drüsenfieber. Als ich meinen Chef anrief meinte er: Jaja schon wieder Krank.. Ich bin wirklich gerne auf Arbeit aber es ist sehr belastend für mich wenn mein Chef so mit mir redet und umghet

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Er möchte natürlich auch mit dir rechnen und für dich planen, und das fällt natürlich extrem schwer wenn man sich aufgrund einer Krankheit nicht auf einen Mitarbeiter verlassen kann.

Mit einem Auszubildenden hat der Arbeitgeber nicht so zu "planen" und zu "rechnen" wie mit einem sonstigen (fertig ausgelernten) Mitarbeiter!

Das ist auch der Grund, warum in der Regel wegen Erkrankungen in der Ausbildung nicht gekündigt werden darf: "weil es in der Regel an den notwendigen betrieblichen Beeinträchtigungen fehlen wird", die einer Voraussetzung für eine Kündigungsmöglichkeit sind (zitiert nach "Peter Wedde (Hrsg.), 'Arbeitsrecht - Kompaktkommentar zum Individualarbeitsrecht mit kollektivrechtlichen Bezügen', Randnummer 9 zum BBiG § 22 'Kündigung', Seite 422").

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