Kann ich eine Kinderwunschbehandlung durchführen und gleichzeitig ein Adoptionsverfahren starten?

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3 Antworten

Bei unserer Auslandsadoption wurde dieses Thema in den Prüfungsgesprächen mit den Sozialarbeitern sehr eingehend besprochen. Es wurde ganz deutlich gesagt, dass wir mit den Versuchen ein weiteres leibliches Kind zu bekommen innerlich und tatsächlich abgeschlossen haben mußten. Für die Adoption war -neben vielen, vielen anderen beizubringenden Berichten (wie z.B. Lebensberichten, Motivationsberichten, warum wir ein Kind adoptieren wollten, ärztliches Gutachten, Empfehlungsschreiben von Freunden und Arbeitgebern etc., polizeil. Führungszeugnisse, Beantwortung eines Fragenkataloges mit insgesamt über 30 Fragen zu uns, unserer Beziehung, Erziehungsvorstellungen etc.)- auch ein psychologisches Gutachten notwendig und auch hier wurde u.a. das Thema Abschluss einer Kinderwunschbehandlung und vor allem innerer Abschluss hiermit begutachtet. Ich kann dir wirklich nur empfehlen, damit innerlich abzuschliessen, denn ein adoptiertes Kind kann und darf kein Ersatz für ein nicht vorhandenes leibliches Kind sein. Vielleicht versuchst du erst das eine und wartest ab, was passiert, dann kannst du den nächsten Schritt gehen.

Prinzipiell ist, wie in den bereits gegebenen Antworten zu erkennen, gleichzeitig die Eröffnung eines Adoptionsverfahrens und der Beginn bzw. die Fortführung der Kinderwunschbehandlung möglich. Allerdings sollte man darüber noch mal richtig nachdenken. Die Kinderwunschbehandlung ist eine körperliche und vor allem geistig aufwühlende Angelegenheit. Die diversen hormonellen Vorbereitungen, die Behandlung selbst und alle Nachsorgen bis zum Ergebnis (positiv oder negativ) verlagen einem sehr viel ab. Gleiches gilt für die Adoption- in der Wartezeit ist man hin- und hergerissen. Kindersachen kaufen oder nicht, Kinderzimmer einrichten, Arbeitgeber und Falinie und Freunde vorbereiten und vor allem mit sich selbst ins Reine kommen. Aus persönlicher Erfahrung kann ich nur jeweils 100% Einsatz empfehlen- erst das eine abschließen und dann das andere beginnen.

Die Jugendämter legen in der Regel Wert darauf, dass man innerlich reif dazu ist, ein fremdes Kind als sein eigenes anzunehmen. Das heißt in den meisten Fällen, man hat schon alles versucht ein eigenes Kind zu bekommen. In der Regel wird es ja auch so laufen. Du solltest es also in den diversen Gesprächen und Prüfungsverfahren nicht erwähnen, wenn Du zeitgleich eine Kinderwunschbehandlung machst. Da beide Prozeduren aber auch eine nervliche Belastung bedeuten, macht es sicherlich Sinn eines nach dem anderen zu tun.

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