Kann ich eine Elternzeit (von einem Jahr) im Nachhinein verlängern?

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4 Antworten

Aus eigener Erfahrung kann ich Dir dazu Folgendes sagen: Wenn Du einen Babysitter hast, wirst Du Kind und Beruf sicherlich unter einen Hut bringen können. Persönlich wird es Dir auch gut tun, für ein paar Stunden die Aufsichtspflicht jemand Anderen zu überlassen. Gerade in dem Fall, wenn Du jetzt das erste Kind bekommst.

demostehenes hat bereits ausführlich über die Elternzeit Auskunft gegeben. Ich würde das mit dem Arbeitgeber besprechen.

In meinem Fall: ich war lange unsicher, was das Richtige ist. Meine Überlegungen gingen wirklich in alle Richtungen. Letztendlich habe ich mich dazu entschieden, weiter arbeiten zu gehen. Ich arbeite jeden Tag 4 Stunden und habe mein Kind ca. 6 Stunden täglich beim Babysitter. Als ich mit meinem Kind aus dem Krankenhaus kam, ist für mich irgendwie eine Welt zusammen gebrochen. Ich war 42 Jahre und habe immer gearbeitet. Plötzlich war ich nur noch zuhause und sollte mich nur noch um Kind und Haushalt kümmern? Dann habe ich nicht gestillt. Dieser 4-Stunden-Rhytmus meines Kindes hat mich verzweifeln lassen. Flasche, Pampers, Schlafen! Dann Keiner da, mit dem ich mich vernünftig unterhalten konnte. In den 8 Wochen Mutterschutz bin ich fast daran zu Grunde gegangen. Ganz schnell hatte ich einen Babysitter. Ok, der erste Abschied von meinem Kind hat ganz schön weh getan. Aber heute, nach mittlerweile 3 Jahren sage ich Dir, dass ich diesen Schritt nicht bereut habe. Mir geht es prima und bei einer Mutter, der es gut geht, geht es dem Kind auch gut. Zur Zeit sagt mein Sohn morgens zu mir "Mama, Jacke an, Auto fahren, tschüss bis nachher".

Trotz meiner Entscheidung arbeiten zu gehen: ich liebe mein Kind über alles. Durch die Einbeziehung eines Babysitters hat mein Kind viel Gutes für sein Leben bereits gelernt.

Du wirst die richtige Entscheidung für Dich sicherlich treffen werden! Alles Gute

Übrigens, eine Alternative: Du kannst während Deiner Elternzeit wieder arbeiten, 15 bis 30 Stunden.

Das musst Du schriftlich beantragen (da gibt's Fristen; aber das Kind ist dann vermutlich eh schon lange da). Dieser Antrag muss vom Arbeitgeber schriftlich beantwortet werden, heißt: Du hast ein Recht darauf. Wird es Dir verweigert, müssen eben schriftlich die gewichtigen Gründe genannt werden. Meine Frau hat damit schon zwei Mal gute Erfahrungen gemacht - also, wenn man nicht nur schreibt, sondern beizeiten was andeutet und bequatscht.

http://www.bmfsfj.de/bmfsfj/static/broschueren/erziehungsgeld/elternzeit.htm (§15)

Die Elternzeit beträgt drei Jahre.

Mutter oder Vater müssen sich aber zuerst nur für zwei Jahre entscheiden.

Spätestens acht Wochen vor Ende des zweiten Jahres muss allerdings verbindlich festgelegt werden, was mit dem dritten Jahr geschehen soll: Wird es nicht beansprucht, wird es im Anschluss an das zweite Jahr genommen, oder soll es mit Genehmigung des Arbeitgebers auf einen späteren Zeitpunkt zwischen dem dritten und dem achten Geburtstag des Kindes verschoben werden.

Auch wenn eine Frau zu Beginn der Elternzeit drei Jahre anmeldet, hat sie die Möglichkeit, kurz vor dem zweiten Jahr über das dritte zu bestimmen.

Eine Verlängerung ist nur mit Zustimmung des Arbeitgebers möglich.

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