Kann ich ein gerichtliches Hauptverfahren verhindern?

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4 Antworten

Eine Haftstrafe ist, sofern Du keine Vorstrafen hast, unwahrscheinlich.

Gib Deine schriftliche Stellungnahme ab und mache deutlich daß Du die Tat bereust und daraus gelernt hast sowas nicht mehr zu tun.

Weiter gibst Du in Deinem Schreiben an daß Du, wenn möglich, eine Hauptverhandlung vermeiden möchtest und daher damit einverstanden bist daß die Sache mittels Strafbefehl abgehandelt wird. Auf einigen Anhörungsbögen kann man das sogar ankreuzen.

Die Wahrscheinlichkeit daß das Verfahren so erledigt wird ist hoch. In der Regel hat weder der Staatsanwalt, noch der zuständige Richter großes Interesse an einer Verhandlung. Wenn es klappt bekommst Du einen Strafbefehl in dem eine bestimmte Summe genannt wird die Du zahlen sollst, Die Höhe ist abhängig von Deinem Einkommen. Also z. B. 90 Tagessätze zu je 30 € = 2700 € oder ersatzweise 90 Tage Haft. Außerdem solltest Du wissen das Du mit 90 Tagessätzen noch nicht Vorbestraft bist, es also in keinem Führungszeugnis auftaucht, das passiert erst bei mehr als 90 Tagessätzen.

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Kommentar von grunz123
30.04.2016, 16:45

Super Antwort. Vielen Dank dafür.

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Kommentar von TheGrow
30.04.2016, 17:35

An sich eine sehr gute Antwort.

Nur einen Hinweis erlaube ich mir noch.

Aus der Schilderung des Fragesteller geht leider nicht hervor, welche Straftatbestände dem Fragesteller zur Last gelegt werden.

  • gem. § 185 StGB - Beleidigung liegt sicherlich vor
  • gem. § 241 StGB - Bedrohung ist sicherlich nicht erfüllt, denn der Fragesteller hat die Geschädigte ja nicht mit einem Verbrechen bedroht
  • gem. 240 StGB - Nötigung liegt nur vor, wenn er die Drohung die Bilder zu veröffentlichen mit der Forderung zu einer Handlung oder Unterlassung verbunden hat.

Liegt "nur" der Straftatbestand der Beleidigung vor, darf die Staatsanwaltschaft nur Klage erheben, wenn öffentliches Interesse an der Strafverfolgung vorliegt. Dieses ist sicherlich bei einer Beleidigung per WhaatsApp zur verneinen, so dass die Staatsanwaltschaft das Verfahren auf Grundlage des § 376 StPO einstellen wird.

Wird das Verfahren nicht eingestellt, gilt natürlich genau das, was Du angeführt hast.

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Äußere dich schriftlich wie du es hier bereits getan hast: Schuldeingeständnis, Bereuen und volle Kooperation.

Das Verfahren wird sicherlich nicht eingestellt werden wenn es derart massiv war. Daher kannst du es nicht verhindern (bzw. nur mit sehr, sehr viel Glück wird das Verfahren eingestellt).

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Du hast einige Antworten bekommen, die sicher hilfreich sein können. Doch am Ende entscheidet die Staatsanwaltschaft, ob es zu einer Verhandlung kommt, oder die Sache mit einer Geldstrafe erledigt ist. Jetzt hast du Angst, dass es zu einer Verhandlung kommen könnte. Warum lässt du dich auf solche Dinge ein ? Die Betroffene hat sicher Recht und will dir einen Denkzettel verpassen, was ihr auch gelingen dürfte. Manchmal ist es eben besser, die Finger mal von den Tasten zu lassen, auch wenn es darin kribbelt.

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Du wirst nicht ins Gefängnis kommen, wenn du nicht vorbestraft bist. Verhindern kannst du die Verhandlung nicht. Du wirst mit einer saftigen Geldstrafe/Bewährungsstrafe rechnen müssen.

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