Kann ich die Unterhaltsrückstände meines Vaters einklagen?

10 Antworten

Erst mal hast du bzw.deine Mutter Unterhaltsvorschuss vom Jugendamt max.für 72 Monate bekommen bzw.bis zu deinem 11 Lebensjahr,ab 12 würde es dann nichts mehr geben,selbst wenn diese 72 Monate noch nicht verbraucht wären !

Also kann es sich nur um eine evtl. ALG - 2 Leistung vom Jobcenter handeln,die du dann gemeinsam mit deiner Mutter bezogen hast.

Wenn deine Mutter über den Unterhalt keinen Titel gegen deinen Vater erwirkt hat,dann bekommst du nichts,denn dein Vater müsste dann erst ab deiner persönlichen bzw. schriftlichen Aufforderung Unterhalt leisten,wenn er überhaupt leistungsfähig in dieser Zeit war.

Denn ab deinem 18 Lebensjahr hättest du deinen Unterhaltsanspruch bei beiden Elternteilen selber geltend machen müssen und nicht nur bei deinem Vater,denn ab da sind beide Elternteile zum Barunterhalt verpflichtet,vorausgesetzt das du einen Anspruch hättest und sie leistungsfähig wären.

Besteht also kein Titel,dann kannst du deine Forderung vergessen,dann würdest du erst ab dem Zeitpunkt Unterhalt bekommen,in dem du deine Eltern mit deiner Forderung in Verzug setzen würdest und dann müssten sie aber leistungsfähig sein,sonst gibt es nichts zu holen.

Selbst wenn ein Titel vorhanden sein würde,der dann über 30 Jahre vollstreckbar wäre,müsste er erst mal leistungsfähig sein,denn auch wenn du einen Anspruch auf den Rückstand hättest,würde die Forderung ins leere laufen,wenn er unter seinem Selbstbehalt liegen würde und der beträgt derzeit 1300 € Netto und dazu kämen dann ggf.noch vorrangige Unterhaltsverpflichtungen.

Diesen genannten Titel besitze ich ja. Ich habe ein Schreiben erhalten (mein Vater übrigens auch) das ich die Summe einklagen kann. Meine Mutter kann das wohl nicht, sondern nur ich.

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@chazen

Wenn du einen Titel über den nicht gezahlten Unterhalt hast,dann kannst du diesen auch einklagen,nur würde ich mich dann vorher mal Schlau machen ob es sich überhaupt lohnt eine Klage zu starten,denn wenn es beim Vater nichts zu holen gibt,weil er unter seinem Selbstbehalt liegt,dann bringt dir dein Titel auch nichts !

Ist er jetzt angenommen wieder verheiratet und hat vorrangige Unterhaltsansprüche zu bedienen,dann gibt es für dich auch nichts,wenn er nicht über dem Selbstbehalt liegen würde nachdem der seinen anderen vorrangigen Unterhaltspflichten nachgekommen ist.

Auf dich würden dann ggf.nur Kosten für einen Anwalt entstehen,wenn du wegen zu geringem Einkommen selber zu wenig hättest,dann könnte dein Anwalt dann einen Antrag auf Gerichtskostenbeihilfe stellen,dass aber nur wenn auch Aussicht auf Erfolg bestehen würde,es also beim Vater etwas zu holen geben würde.

Du kannst ihn also jetzt nur schriftlich erst einmal auffordern dir Auskunft über seine finanzielle Situation zu geben und dementsprechend Nachweise zu erbringen,auch wenn er vorrangige Unterhaltspflichten hat muss er das nachweisen bzw.wenn er es nicht freiwillig macht,dann bleibt dir nur der Gang zum Anwalt übrig und dann wird er Auskunft geben müssen,dann kann der Anwalt entscheiden ob eine Klage lohnt oder nicht.

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ich glaube kaum das du bis zur Volljährigkeit Unterhaltsvorschuss von JA erhalten hast , denn sowas gibt es nicht .............. das bekommt man bis max. 12. Lebensjahr des Kindes aber niemals bis 18 .................. wer hat dir denn die Nachricht geschickt das noch Rückstände zu holen sind ? das JA doch wohl kaum ...

Nun habe ich die Nachricht bekommen, dass noch Rückstände in einer hohen Summe, an mich zu zahlen sind, die ich einklagen möchte.

Rückständige Unterhaltszahlungen müssen innerhalb eines Jahres geltend gemacht werden. Unterhaltsansprüche unterliegen nicht nur der Verjährung, sondern auch der einjährigen Verwirkung, d.h. bisher nicht geltend gemachte Unterhaltsansprüche oder auch bereits titulierte Unterhaltsansprüche verwirken nach bereits einem Jahr.

Unterhaltsansprüche unterliegen dem Zeitmoment und müssen zeitnah geltend gemacht oder bei Vorlage eines Titels vollstreckt werden.

Da Du 21 Jahre alt bist, wirst Du selbst den Unterhalt gegenüber Deinem Vater geltend machen müssen und nicht Deine Mutter.

http://kanzlei-lachenmann.de/auch-titulierte-ansprueche-auf-unterhalt-koennen-der-verwirkung-unterliegen-olg-hamm/

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