Kann ich die Umsatzsteuer, die meinen Kunden 10 Jahre nie abverlangt wurde, vom Finanzamt nun für 2014 rückwirkend eingefordert wird, auch nicht "geben"?

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7 Antworten

Unwissenheit schützt vor Strafe nicht.

Wenn Du dazu verpflichtet warst Umsatzsteuer abzuführen, dann ist das leider ganz alleine dein Problem, das kannst Du jetzt auch nicht aufs Finanzamt schieben. Das Finanzamt ist nicht dein Steuerberater.

Du bist dazu verpflichtet dich über die rechtlichen Bestimmungen zu informieren.

Raus wirst Du da nicht kommen. Du wirst das Geld zahlen müssen.

Prüf mal ob Du ggfs einige Rechnungen beim Kunden noch nachberechnen kannst, da ja offensichtlich ein Fehler vorlag.

Notfalls mit dem Finanzamt versuchen eine Ratenzahlung zu vereinbaren.

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Man hätte mich doch mal vorher darüber informieren können, da man doch meine Einkommensituation jedes Jahr aus neue sieht und kennt!

Ein Steuerberater hätte das gemacht. Ich nehme an, du warst und bist der Meinung, den nicht zu brauchen. Jetzt hast du den Salat.

Das Finanzamt muss dich nicht über deine Pflichten aufklären und gar beraten darf es erst recht nicht.

Such dir schleunigst einen Steuerberater, einen anderen Rat kann ich dir in der Situation nicht geben.

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Die erste Möglichkeit ist, die rechtmäßigkeit dieses Bescheides zu prüfen und gegebenenfalls Einspruch zu erheben. Das geht über den Steuerberater.

Wenn das ganze Rechtmäßig ist, wirst Du über die Bezahlung nicht herumkommen. Da hilft auf eine Privatinsolvenz nicht wirklich weiter, denn die streicht ja nicht pauschal alle Deine Schulden.

Und ich muss leider sagen, dass es nun mal die Pflicht jeden Selbständigens oder Gewerbetreibenden ist, die Gesetze und Verordnungen die ihn betreffen zu kennen und zu befolgen.

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hm, komisch, wenn das Finanzamt Steuern fordert ist immer das Finanzamt Schuld ......

JEDER Unternehmer hat die PFLICHT, sich über Steueränderungen selbst zu informieren.

da lt. Sachverhalt bereits seit 10 Jahren Umsatzsteuer abgeführt werden sollte, was hätte das Finanzamt noch informieren sollen?

Und Du schreibst, dem Finanzamt war bereits 2013 klar, dass Du für 2014 Umsatzsteuer bezahlen mußt ......

schön ... kann so aber gar nicht sein .... die Umsatzgrenzen für die Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG sind vom STEUERPFLICHTIGEN zu überwachen .......... nicht durch das Finanzamt .....

aber diese Umsatzgrenze KANN gar nicht zutreffend sein, da bereits seit 10 Jahren Umsatzsteuer abgeführt werden sollte ...... (bytheway: was ist mit den Jahren vor 2014?)

und zu Deinen Fragen:

nein, die Situation kann man NICHT verstehen ........ Geld für den Steuerberater gespart ........... hier war wieder KEIN Steuerberater teuerer als ein Steuerberater

Nein, es gibt KEINE Lösung, dies nicht zu zahlen

Zusammengefasst: Schuld an dieser Situation ist NICHT das Finanzamt ....... sondern der Unternehmer

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Als Gewerbetreibender mußt du dich über deine Pflichten selbst informieren. Das Finanzamt ist nicht verpflichtet dich über die Gesetzeslage zu informiere. Dafür gibt es z.B. Steuerberater. Wenn du jetzt eine Umsatzgrenze überschritten hast und nicht mehr unter die Kleinunternehmer Regel fällst mußt du die Steuer zahlen. Da führt kein Weg dran vorbei. Ich würde jetzt schleunigst einen Steuerberater aufsuchen. Vieleicht kann der noch eine Ratenzahlung aushandeln.

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Du musst IMMER Umsatzsteuer erheben.

Lediglich bei geringem Umsatz kannst Du die Abfuhr sparen, bekommst dafür im Gegenzug aber auch keine Ust zurück. 
Die Grenzen sind bekannt und leicht zu ergooglen.

In einigen wenigen Fällen kann man auch differenzbesteuern - trifft hier aber nicht zu...

Liegst Du also über der geringen Umsatzgrenze, musst Du gezahlte und erhaltene Ust gegeneinander aufrechnen und die Differenz abführen.

Nur weil Du einem Kunden beispielsweise eine Rechnung über 100€ ausstellst, ohne die Ust explizit auszuweisen, bedeutet das nicht, das Du ihm keine Ust berechnet hast.

Die 100€ sind also BRUTTO.

nun ergibt sich zb folgendes Bild:

Du hast Deinen Kunden insgesamt 35.700€ in Rechnung gestellt 

So sind das dann 30.000 netto (die Summen dienen nur der Vereinfachung)

Du hast also 5700€ Verbindlichkeit beim FA.

Du hast für Miete, Telefon, Benzin, Versicherung, Reparaturen und Warenbeschaffung Quittungen über 23.800€ - darin ausgewiesene !! 3.800€ Ust.

Du musst also 5.700€ zahlen und darfst 3.800€ absetzen - somit musst Du die Differenz von 1.900€ dem FA überweisen.

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Hallo, erstmals schließe ich mich meinen Vorrednern an... dem Finanzamt trifft keine Schuld.

Aber nun zur Problemlösung:

1) Welche Bescheide hast du bisher erhalten und welches Datum weisen sie auf?

2) Sind/waren deine Kunden selbst Unternehmer, oder eher Privatpersonen?

3) Wie hoch waren deine Einnahmen (nicht Gewinn) in den letzten Jahren?

4) Such ALLE Unterlagen schon mal heraus, das macht es dem Steuerberater wesentlich leichter (je besser sortiert, umso günstiger fällt das Honorar aus).

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