Kann ich die Kosten für meinen Lebensgefährten (Hartz "0") von der Steuer absetzen?

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11 Antworten

Unglaublich, wieviele Leute hier im Brustton der Überzeugung das Falsche behaupten. Wie Kaja sagt, kannst Du dafür 7.680 € absetzen. Habe ich slebst letztes Jahr in derselben Situation gemacht und wurde ohne Probleme akzeptiert.

Hallo,

über die steuerliche Absetzbarkeit weiß ich leider wenig, aber m.E. wäre der einfachste Weg, daß Sie sich "auf dem Papier" trennen, und sich Einer von Ihnen woanders anmeldet (und sei es nur im Gästezimmer von freunden oder Verwandten). Ich glaube nicht, daß das Sozialamt dann die Unterstützungspflicht aufrechterhalten kann, wenn es keinen gemeinsamen Wohnsitz mehr gibt. Soweit ich weiß machen das viele so.

Keiner kann Sie zwingen, unter der neuen Meldeadresse auch ständig zu schlafen oder anwesend zu sein. Natürlich haben Sie das Recht, Ihren Freund (oder Ihre Freundin) in dessen Wohnung regelmäßig zu besuchen, auch über Nacht. Das begründet noch keine gemeinsame Haushaltsführung. Vielleicht (wenn Sie der Hauptmieter der Wohnung sind) muß das Sozialamt ja sogar eine Wohnung für Ihren Freund steleen, mit Wohngeld und allem PiPaPo?

paule63 04.01.2009, 15:51

Gut, es gibt viele Sozialbetrüger. Es gibt aber auf viele Diebe, Gewaltverbrecher und Steuerhinterzieher. Es kann doch kein guter Rat sein, gesetzwidrig zu handeln !

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weltbummler 04.01.2009, 16:36
@paule63

In manchen ungerechten Situationen gibt es das Recht auf Notwehr. Und was in der letzten Zeit in Bezug auf die gegenseitige Unterstützungspflicht nicht verheirateter Paare passiert, das halte ich persönlich für massiv rechtswirdig. Ich weiß nicht, ob es dazu schon Musterprozesse beim Bundesverfassungsgericht gibt, aber ich bin mir ziemlich sicher, daß dieses diese Praxis nicht gutheißen würde. Man kann einem unverheiraten Paar nicht alle Pflichten wie in einer Ehe aufbürden, wenn man nicht zugleich auch die entsprechenden Rechte (z.B. Hinterbliebenenversorgung, Steuersplitting, Erbschaftsfreibeträge etc.)gewährt.

Bei der Trennung des Wohnsitzes reden wir hier nicht von Betrug, sondern von optimierter legaler Gestaltung. Zumindest verstehe ich es so. Die Rechtsprechung hat wiederholt (besonders auch im Steuerrecht) bestätigt, daß der Bürger ein Recht hat, seine Situation so einzurichten, wie es für ihn am besten und auch wirtschaftlich am vorteilhaftesten ist, solange er dabei keinen Rechtsbruch begeht. Der Wunsch des Staates nach einer für ihn vorteilhaften Gestaltung ist dabei nachrangig.

Ich denke, die Frage, ob zwei Menschen, die eine Beziehung miteinander haben, in ein oder zwei Wohnungen wohnen, ist eine sehr persönliche Entscheidung, und das Sozialamt hat kein Recht, in diese einzugreifen.

Ich weiß nicht ob das heute immer noch gilt, aber z.B. haben sich früher auch Paare, die beide Pensionsansprüche hatten, "getrennt", z.T. sogar scheiden lassen, weil ansonsten die Pension des einen mit dem anderen aufgerechnet worden wäre. Man lebte halt danach in einer offenen Beziehung weiter. Ähnliches gilt z.B. auch bei Verwitwetenrenten oder Unterhaltsansprüchen aus Scheidungen, die im Moment einer Wiederverheiratung oder z.T. schon bei gemeinsamer Wohnsitzführung mit einem neuen Partner entfallen würden.

Gerade viele berufstätige Frauen bestehen inzwischen auf getrennten Wohnungen (auch wenn beide Partner ein gutes Einkommen haben, also ohne Hartz-Hintergrund), weil das meistens der einzige Weg ist, nicht auf der Haushaltsarbeit für beide sitzen zu bleiben. Ich finde das sehr vernünftig so!

Eine geschickte Gestaltung seiner Lebensverhältnisse ist ein verfassungsmäßiges Bürgerrecht und kein Betrug. Jeder muß für sich selbst entscheiden, ob er in einer offiziellen Beziehung zusammenlebt und finanzielle Nachteile dafür in Kauf nimmt, oder ob die wirtschaftliche Optimierung der Situation im Vordergrund steht. Bei sehr knappen Einkommen hat man manchmal auch nicht wirklich eine Wahl....

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paule63 04.01.2009, 23:39
@weltbummler

die Rede war nicht von getrennten Wohnungen, sondern von "auf dem Papier" vollzogenen Trennungen. Oh schau an, das hast Du sogar selbst geschrieben. Das fasse ich als Aufforderung zum Betrug auf und das ist nun mal asozial. Schönen Gruß auch

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Wolfi0410 05.01.2009, 02:07

Die neue Meldeadresse muss aber eine separate Wohung sein sonst entsteht doch automatisch wieder eine Bedarfsgemeinschaft. Das muss alles sehr korrekt mit Mietvertrag usw. sein und wenn es nur ein möbliertes Zimmer ist wird die ARGE schon genau hinschauen was dahinter steckt.
Bitte ganz vorsichtig mit solchen Ratschläge. Da sind schon eine Menge Leute mit böse auf die Nase gefallen.

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weltbummler 05.01.2009, 03:20
@Wolfi0410

@ Wolfi: Nur zur Abrundung, und meinerseits zum Abschluss des Themas: wenn "er" auszieht bzw. wenn sie ihn vor die Tür setzt, muß ihm vermutlich das Sozialamt eine Wohnung beschaffen, und für seinen Unterhalt sorgen. Es dürfte beiden Partnern bei dieser Lösung deutlich besser gehen als im Moment. Ob sie weiterhin eine Beziehung führen, und in welcher Intensität das passiert, ist nur für die beiden Betroffenen relevant. Es ist nicht verboten, Sozialhilfeempfänger regelmässig zum Essen einzuladen, oder mit solchen zu schlafen. Da kann die ARGE sich drehen und wenden... es gibt so was wie Menschenrechte. Und Gott sei Dank (hoffentlich?) gibt es in Deutschland noch (oder noch nicht wieder)eine Geheimplolizei, die Bettgeheimnisse ausspitzelt.

@ Paule: schon recht, aber Sie werden das mglw. anders sehen falls Sie einmal selbst betroffen sind, oder ein Angehöriger / Freund. Pharisäertum ist leicht wenn man nicht selbst in der Sch.... steckt. Ich persönlich habe nie auch nur 1 cent von ARGE, Sozialamt etc. bekommen oder beantragt, aber im Laufe meines Lebens hunderttausende in deren Töpfe eingezahlt. Trotzdem kann ich mich gut in die entsprechende Lage eines Betroffenen versetzen, und habe Verständnis für das Recht auf zivile (legale, nicht betrügerische!) Notwehr gegen Behördenwillkür. Intelligenz und Listenreichtum ist nicht gleichzusetzen mit Betrug. In der Intensität vollzogener Trennungen gibt es sicherlich jede Menge Grautöne, und nicht nur schwarz und weiß. Die optimierte Gestaltung können hier nur die Betroffenen selbst finden.

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Auch Unterhalsleistungen für Kinder lassen sich nicht von der Steuer absetzen. Wenn meine Frau mich wegen eines Habenichts verlassen sollte, kann sie den auch nicht von der Steuer absetzen - und umgekehrt ! Sonst würden sich ja alle Besserverdienenende Geliebte/n anlügen.

Das heißt, ich muss für alles alleine aufkommen, Miete, Versicherungen, Autorate, Krankenversicherung - davon sind steuerlich sowieso nur Versicherungen relevant und da entfällt dann nur die Krankenversicherung des LG, Versicherungen (falls sie auf Deinen Namen laufen) kannst Du doch ansetzen.

Das ist in § 33a des EStG geregelt. Wenn Dein Lebensgefährte kein Hartz IV bekommt, weil Du zuviel verdienst, dann kannst du im Jahr max. 7680 € von Deinem Einkommen abziehen. Dieser Betrag mindert sich für jeden Monat, wo die Voraussetzungen nicht vorliegen um 1/12. Eigenes Einkommen Deines Lebensgefährten wird ggf. angerechnet.

alle die Positionen , die du angewiesen hast, sind nicht steuerlich relevant.. solche Sachen muss man sich vorher überlegen, da hier die Bedarfsgemeinschaft zum Tragen kommt..

paule63 04.01.2009, 16:08

das mit dem steuerlich relevant klingt so eloquent, das ich es gerade für meine Sponsoring-Diskussion geklaut habe :)

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Dann wirst du ihn rauswerfen müssen. Übrigens: Hätte er Kohle und DU wärst bedürftig, würde er für dich aufkommen müssen. Ist doch gerecht, oder?!

Agapele 04.01.2009, 16:00

Ok, umgekehrt würde er mich auch unterstützen, keine Frage, aber was ungerecht ist, ist dass Verheiratete einen steurlichen Vorteil haben, auch ohne Kinder, nur wegen des blöden Papiers. Das kenne ich von Bekannten. Na gut, das Geld, das sie dann mehr hatten, haben sie sparen müssen für die Scheidung nach ca. 18 Monaten, hähä.

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migrowe 04.01.2009, 16:05
@Agapele

Also ich bin seit über 14 JAHREN verheiratet... Die Ehe wird in Deutschland besonders geschützt UND DAS IST AUCH GUT SO.

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Nein, so etwas gibt es nicht.

Ihr könnt jeder wieder eine eigene Wohnung bewohnen. Oder er könnte wenigsten einen Minijob machen, um dich zu entlasten.

Wenn ihr in einer Bedarfsgemeinschaft lebt muss einer für den anderen aufkommen, das ist doch wohl gerecht.

miccy 04.01.2009, 15:37

DH!

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http://www.recht.de/phpbb/ -> Forum Steuerrecht u. Steuerstrafrecht

Er soll arbeiten gehen um dich zu unterstützen.

Agapele 04.01.2009, 15:41

siehe oben!

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