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Seit 2008 gibt es ein Führungsverbot für feststehende Messer mit einer Klingenlänge über 12 cm sowie für Klappmesser, die sich mit einer Hand feststellen lassen, sogenannte Einhandmesser (§ 42 a Waffengesetz). Das Messer im Link ist ein derartiges Einhandmesser und darf somit nur geführt werden, wenn man ein berechtigtes Interesse nachweisen kann.

Man sollte außerdem zwischen dem Führungsverbot und dem Verbot für bestimmte Messer (Faustmesser, Fallmesser,Butterflymesser, bestimmte Springmesser) unterscheiden. Ein Verstoß gegen das Führungsverbot ist lediglich eine Ordnungswidrigkeit, während bereits der Besitz der genannten Messer eine Straftat darstellt.

http://www.gesetze-im-internet.de/waffg_2002/__42a.html

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Das ist ein Einhandmesser. Einhandmesser sind Messer, die sich durch besondere bauliche Merkmale mit einer Hand feststellen lassen. In dem Fall ist der Daumen-Pin dieses bauliche Merkmal.

Eventuell kannst du diesen beidseitigen Pin auf beiden Seiten entgegengesetzt drehen, und ihn so heraus schrauben. Dann ist es ein Zweihand-Klappmesser und ohne Probleme in der Öffentlichkeit zu führen.

Ansonsten bieten Hersteller auch für Deutschland Zweihandversionen an, mit Nagelhub oder ohne Öffnungshilfe. Eine schwarze Klinge kann jedoch als Waffeneigenschaft gedeutet werden. Wenn du ganz sicher gehen willst, kauf dir eins ohne Beschichtung. Sieht dann auch nach Jahren noch schick aus und nutzt sich nicht ab ;-)

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FloTheBrain 20.03.2013, 16:11

Das Wichtigste hab ich vergessen, wie schon PatrickLassan schrieb, Einhandmesser darf man leider nicht so einfach mit sich rumtragen. Das Gesetz macht auch überhaupt keinen Sinn, da man Straftäter mit Verboten nicht erreichen kann, nur gesetzestreue Menschen, die eh keine Straftaten begehen. Bestraft wird man aber leider auch wenn man gegen schwachsinnige Gesetze verstößt. In den meißten Fällen zahlt man 100 - 300 Euro Strafe und das Messer ist weg. Ist aber keine Straftat, sondern eine Ordnungswidrigkeit.

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nach der Verschärfung des Waffengesetzes 2008, ist es erlaubt ein Taschenmesser oder feststehnde Klingelänge von nicht mehr als 12,5cm bei sich zu führen. Alles was darüber liegt, ist ein illegaler Gegenstand und verstößt somit gegen das Waffengesetz.

Springmesser mit einer Klingenlänge von nicht mehr als 8,5cm sind erlaubt. Sogenannte "Einhandmesser" sind Grundsätzlich verboten egal wie Groß oder Klein die Klinge ist. Das gilt auch für Faustmesser oder beidseitig geschliffene Dolche.

Zu deiner Titelfrage:

Warum willst du sowas überhaupt bei dir tragen ?

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PatrickLassan 20.03.2013, 07:10

Vielleicht liest du dir den betreffenden Paragraphen noch mal richtig durch, so ganz stimmt deine Antwort nicht. Übrigens: Springmesser sind auch Einhandmesser, Auch wenn ihr Besitz legal ist (Klingenlänge unter 8,5 cm, Klinge springt seitlich auf und ist nur einseitig geschliffen) gelten sie dennoch als Einhandmesser.

http://www.gesetze-im-internet.de/waffg_2002/__42a.html

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FloTheBrain 20.03.2013, 15:56
@PatrickLassan

"Vielleicht liest du dir den betreffenden Paragraphen noch mal richtig durch, so ganz stimmt deine Antwort nicht. "

Das ist deutlich untertrieben.

  1. Feststehend bis 12 cm ohne Einschränkung zu führen, danach ist es nicht illegal, denn so wäre fast jedes Küchenmesser illegal! Über 12 cm ist ein berechtigtes Interesse von Nöten um es zu führen, wie Fischen, Campen, Angeln usw.

  2. Einhandmesser sind NICHT verboten, sonst dürfte auch so eins um das es hier geht nicht verkauft werden. Lediglich beim Führen gibt es Einschränkungen.

  3. Springmesser sind nicht so ohne weiteres erlaubt, nur solche, bei denen die Klinge seitlich herausspringt sind unter bestimmten Umständen erlaubt: Max 8,5 cm Klingenlänge und einseitig geschliffen.

und 4. Warum man ein Messer bei sich tragen will ist jedem selbst überlassen und nichts außergewöhnliches. Paranoide "German Angst"....

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andere frage wofür brauchst du so ein teil?

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PatrickLassan 20.03.2013, 08:44

Ich nehme mal an, um damit etwas zu schneiden. Das ist jedenfalls die übliche Verwendung für ein Messer.

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FloTheBrain 20.03.2013, 16:04

Ende letzen Jahres, konnte ein Rentner einen 38 jährigen, bewusstlosen Autofahrer aus seinem brennenden Unfallwagen befreien, weil er mit einem Taschenmesser den Gurt durchschneiden konnte.

Dann kann man damit noch Verpackungen öffnen, Äpfel schälen und sich freuen kein paranoider Mensch zu sein, der selbstständig denkt und für sich beschlossen hat, so ein nützliches Werkzeug mit sich zu führen.

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Bianca90 20.03.2013, 20:04
@FloTheBrain

da hilft auch jedes andere messer da braucht man nicht so ein monster teil

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FloTheBrain 20.03.2013, 21:00
@Bianca90

Die Klingenlänge beträgt bei diesem "Monsterteil" 8,5 cm und ist damit im unteren Bereich der Taschenmesser angesiedelt. Lediglich die kleinen schweizer Messer haben eine Klingenlänge von 7 cm.

Der Punkt ist, dass jeder selber wissen muss was er braucht und was nicht. Ich habe auch keine Lust mit einem kleinen Messer zu arbeiten, wo man x-fach die Klinge hin und her ziehen muss um was durchzuschneiden. Eine größere Klinge ist effizienter.

Was stört dich eigentlich daran? Dass das Messer böse aussieht, weil es schwarz ist? Seit wann bestimmt das Aussehen über die Eigenschaften? Dieses Messer hat einen intigrierten Gurtschneider und einen Glasbrecher. Es ist dazu entwickelt Menschenleben zu retten und wird oft von der Polizei und Feuerwehr verwendet. Nur seit 2008 haben wir einen sinnfreien §42a, der eben Messer aufgrund ihres Öffnungsmechanismus einschränkt. Nicht etwa nach Größe und Klingenform.

Und was glaubst du? Jemand der jemanden ausrauben oder sogar umbringen will hält sich an Verbote und Gesetze? Sagt er: "Oh nein, ich kann nicht los und den Türtsteher erstechen, der mich nicht reingelassen hat, weil ich dieses oder jenes Messer nicht mit mir rumtragen darf!" .... ?

Nein! Kriminelle werden sich immer bewaffnen, völlig egal wie die Gesetze und Strafen aussehen. Die man mit Verboten erreicht, sind immer die Falschen, nämlich die, die eh keine Straftaten begehen. Die beraubt man jeglicher Möglichkeit zur Gegenwehr. ... Prinzipiell gesprochen. Ein Messer eignet sich denkbar schlecht zur Notwehr, aus verschiedenen Gründen. Doch gibt es auch Fälle, wo es erfolgreich war.

Eine Frau in Berlin konnte sich vor ca. 2 Jahren gegen 4 Vergewaltiger erfolgreich wehren, weil sie einem von denen ihr Überlebensmesser (auch so ein böses Monsterteil) in den Unterschenkel gerammt hat. .... Was wäre wenn damals solche Messer verboten gewesen wären? Sie hätte als gesetzestreue Bürgerin weder eins Kaufen, noch besitzen dürfen. Sie hätte keins gehabt. Ihre Angreifer hingegen schon, die halten sich nicht an Gesetze.

Und Waffenverbote sind es, die zu mehr Gewalt führen nicht andersrum. In England, wo man alle Schusswaffen verboten hat (außer Jagdgewehre), und allen Leuten verboten hat auch nur sowas wie einen Schraubenzieher auf der Straße dabei zu haben, hat man heute eine größere Wahrscheinlichkeit auf der Straße erschossen oder erstochen zu werden, als vor dem Verbot. Denn nur noch Kriminelle haben Waffen und die setzen sie auf der Straße, oder bei Einbrüchen ohne Rücksicht ein!

In den USA hat man in den Bundesstaaten die höchsten Schusswaffenmordraten, wo es die wenigsten legalen Waffenbesitzer gibt und wo es verboten ist, Schusswaffen in der Öffentlichkeit zu tragen (wie New York und Washington). In Vermont, wo es mit am meisten (legale) Schusswaffen pro Einwohner gibt und wo jeder Nicht-Vorbestrafte ohne Lizenz einfach so eine Schusswaffe auf der Straße tragen darf, da ist die Mordrate geringer als in Deutschland. .... Alle Amokläufe und Anschläge mit Schusswaffen mit mehr als 4 Toten, weltweit, fanden immer dort statt, wo Waffen verboten waren. In Schulen, in Regierungsgebäuden... auf einer Insel in Norwegen...

Mal zum Nachdenken.

Ein Krimineller würde hier nicht nach der Gesetzeslage fragen, er würde sich so ein Teil kaufen und es für seine Straftaten missbrauchen. Also wenn du mitbekommst wie sich hier jemand nach der Gesetzeslage erkundigt, um sich ein Messer anzuschaffen solltest du froh drüber sein. Denn sojemand würde dir eher in einer Gefahrensituation helfen, als dich in eine zu bringen.

Und kein Messer ist für alle Aufgaben geeignet. Ich finde die "normalen" schweizer Taschenmesser, wie sie hier jeder kennt, total ungeeignet für was auch immer. Die kleine, dünne Klinge rastet nicht ein. Ich habe mich als Kind, weil mir meine Eltern nichts anderes erlaubten, mehrfach ein einer plötzlich einklappenden Klinge geschnitten. Will man etwas schrauben oder hebeln ist es ähnlich gefährlich. Auch verbiegt die Klinge sehr leicht.

Ich trage zum beispiel jeden Tag ein Pohl Force Alpha Two Outdoor mit mir herum (Google klärt dich auf). Vor dem Gesetz nichts anderes als ein schweizer Taschenmesser. Nur habe ich im Gegensatz dazu viel mehr möglichkeiten. Ich kann mit dem Glasbrecher bei einem Unfall Autoscheiben zertrümmern, oder wenn es sein muss mit der großen und dicken Klinge eine Tür aufhelbeln, ohne das dieses Messer dabei zerbricht! Natürlich nichts für Ungeübte. Wenn du mal als Zeuge vor einem Unfall oder sonst was stehst und kein Werkzeug dabei hast, nicht helfen kannst, dann weißt du vielleicht wovon ich rede.

Abschließend kann man sagen: Wenn du keine Taschenmesser magst, dann kauf dir einfach keine. Wenn aber andere sich vielleicht aus persönlichem Geschmack, oder aus bestimmten Zweck, ein Messer zulegen möchten, was eben kein kleines, billiges, unstabiles Messer ist, dann ist das völlig okay und gut so :-)

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