Kann ich Betriebskosten von der Umsatzsteuer oder von der Einkommenssteuer abziehen?

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5 Antworten

Tach!

Sofern du Umsatzsteuerpflichtig bist, dann wie folgt:

Die Umsatzsteuer-Zahllast von 800,00 € (also von den Einnahmen stammend) mindert sich durch Vorsteuerbeträge. Das Fahrrad kostete 500,00 € (denke mal Brutto)... das ergibt einen Vorsteuerbetrag von 79,83 € (500 x 19 / 119). Zu zahlen wären demnach -> 720,17 € Umsatzsteuer in 2016

Das Fahrrad hat Netto einen höheren Wert als 410.00 €, also kann es nicht sofort abgeschrieben werden. Die Ausgaben werden auf die Jahre der Nutzungsdauer verteilt... Laut Afa-Tabelle geht man von einer Nutzungsdauer von 7 Jahren aus. Alternativ bietet sich die Poolabschreibung an.. diese beträgt 5 Jahre.. ist aber an Besonderheiten geknüpft. Soll heißen.. .die 500 € kannst du nicht vollständig im Jahr 2016 absetzen.

Was sich gewinnmindernd auswirkt, ist demnach die gezahlte Vorsteuer und der Absetzungsbetrag für 2016. Dies wäre (wenn man von der Poolabschreibung gebrauch macht) 84,03 € Abschreibung + 79,83 € Vorsteuer = 163,86 € Gewinnminderung in 2016

Hier hast du noch einige Tipps zum Thema ,,Fahrrad im Betriebsvermögen":

https://www.steuertipps.de/selbststaendig-freiberufler/themen/als-selbststaendiger-das-fahrrad-nutzen

Mfg

MickyFinn

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Kommentar von Asceroon
04.03.2017, 08:52

Antwort Top. Noch eine kleine Anmerkung. Um die AfA komplett abzuziehen und somit sofort den Aufwand gewinnmindernd zu berücksichtigen wäre eine paragraph 7g (5) Estg sonderabschreibung in Höhe von 20% möglich. Damit kommt man unter die gwg Grenze und kann den Rest auch sofort abziehen. Viele Grüße

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Wenn du einen Gewinn erwirtschaftet, dann impliziert das, dass du irgendeine Form von Gewinnermittlung durchführst - klassische Buchführung oder Einnahmen-Überschussrechnung.

Das wäre schonmal gut zu wissen.

Dann kann das Fahrrad nicht als volles in die Kosten, sondern nur der Abschreibungsbetrag für das Jahr 2016.

Diese Abschreibungskosten mindern deinen Gewinn und somit die sich aus dem Gewinn zu ermittelnde Einkommenssteuer.

Der Vorsteueranteil des Fahrrades mindert deine Umsatzsteuerzahllast. Dazu musst du eine Rechnung des Fahrrades haben, auf der du als Rechnungsempfänger angegeben bist und die Umsatzsteuer als Betrag ausgewiesen ist.

Ist die Umsatzsteuererklärung für 2016 schon gemacht?

Und eines noch: Für einen Selbständigen - der auch noch umsatzsteuerabführungspflichtig ist - hast du einen erschreckend defizitären Wissensstand.

Ich empfehle dir einen Existenzgründerkurs bei der IHK. Kostet wenig, bringt viel.

Und einen Besuch bei einem Steuerberater. Kostet ein bisschen mehr, bringt sehr viel mehr.

 

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Du kannst von der eingenommenen Umsatzsteuer die ausgelegte Vorsteuer abziehen. Die Differenz erhält das Finanzamt.

Dann hast du Nettoumsatz und Nettobetriebsausgaben und rechnest diese gegeneinander.

Wer mit USt. operiert, sollte, wenn er sich nicht mit der Thematik auskennt einen Steuerberater bemühen. Fehlerhafte UStVA ist etwas bei dem Finanzämter ziemlich humorlos sind.

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Kommentar von Mojoi
03.03.2017, 09:26

Finanzämter verzeihen vieles, aber bei Lohnsteuer und Umsatzsteuer hört der Spaß bei denen auf.

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Vom gewinn abziehen. Dannach die Steuer errechnen!

Aber ich bin nicht sicher, ob du alles auf einmal absetzten kannst oder du das Fahrrad auf mehrere Jahre aufteilen musst. (was ich nicht denke, da der Betrag zu klein ist)

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Kommentar von Mojoi
03.03.2017, 09:11

Er kommt so oder so auf über 410,- / 150,- Anschaffungskosten.

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Du machst m.E. die gezahlte Mehrwertsteuer in der UST-Erklärung geltend und die Abschreibung für den Netto-Kaufpreis in der EST-Erklärung.

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