Kann ich an den letzten Tag meinen Urlaub in der Kündigungsfrist nehmen?

3 Antworten

kann ich dann die letzten Tage von meiner Kündigungsfrist Urlaub nehmen?

Ja - allerdings nicht gegen die Willen des Arbeitgebers, auch wenn eine Urlaubsverweigerung nicht rechtskonform wäre.

Nach dem Bundesurlaubsgesetz BUrlG § 7 "Zeitpunkt, Übertragbarkeit und Abgeltung des Urlaubs" Abs. 4 hat der Arbeitgeber den noch zustehende Urlaub bis zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses zu gewähren. sofern nicht wirklich (!) dringende (!) betriebliche Gründe eine Verweigerung rechtfertigen.

Bei Auszubildenden ist eine solche Urlaubsverweigerung aber in aller Regel nicht gerechtfertigt, da Auszubildende zu ihrer Ausbildung beschäftigt werden und nicht dafür, den betrieblichen Ablauf aufrechtzuerhalten.

Sollte es dennoch besondere Umstände geben, die das trotzdem rechtfertigen würden, muss der urlaub ausgezahlt werden; das trifft selbstverständlich auch dann zu, wenn Du den Urlaub wegen einer Erkrankung ganz oder teilweise nicht mehr nehmen kannst.

Übrigens hast Du Anspruch auf den vollen Jahresurlaub, da das Ausbildungsverhältnis bei seiner Beendigung in der 2. Jahreshälfte länger als 6 Monate bestanden haben wird. Das gilt zumindest für den gesetzlichen Urlaubsanspruch. Solltest Du einen darüber hinausgehenden Urlaubsanspruch haben, kommt es für den zusätzlichen Urlaub darauf an, ob dazu etwas - und wenn ja: was? - vertraglich vereinbart wurde.

Solltest Du den vollen Urlaub (und nicht nur den zeitanteiligen) beanspruchen, hast Du in einem neuen Betrieb in diesem Kalenderjahr allerdings keinen Urlaubsanspruch mehr - es sei denn einen zeitanteiligen, wenn es dort mehr Urlaub gibt als beim jetzigen.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Beruf/Ehrenamt, lange private Beschäftigung mit Arbeitsrecht

Bei Firmeninterne Regelungen steht:

Endet das Arbeitsverhältnis in der 2. Kalenderjahreshälfte, so erfolgt keine Abgeltung der über den gesetzlichen Mindesturlaub hinausgehenden noch nicht genommenen Urlaubstage des betreffenden Kalenderjahres.

was kann ich darunter verstehen?

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@Icelane97

Das ist eine Regelung zu dem Urlaubsteil, der Dir über den gesetzlichen Urlaub hinaus gewährt wird:

Wenn dieser - also der zusätzlich gewährte - Urlsubsanteil wegen der Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht genommen werden kann, besteht (anders als beim gesetzlichen Urlaubsanspruch) kein Anspruch auf seine Abgeltung/Auszahlung.

Also solltest Du möglichst den gesamten Urlaub real nehmen.

Und Gründe, ihn Dir nicht zu genehmigen, hat der Arbeitgeber nicht. Aber zur Not müsstest Du die Genehmigung durch eine Leistungsklage beim Arbeitsgericht ersetzen lassen bzw. - wegen der Kürze der Zeit - durch eine entsprechende einstweilige Verfügung des Gerichts gegen den Arbeitgeber.

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man muss immer zum ende eines arbeits- oder ausbildungsverhältnisses den restlichen urlaub nehmen.

die frage ist, ob du deinen rest-urlaub richtig berechnest hat. wenn du zum 8.8. ausscheidest, hast du keinen vollen anspruch mehr, da es nur 7 volle monate sind. da der august weniger als die hälfte an arbeitstagen für dich hat, zählt er bei der 1/12 regelung nicht mit.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Also insgesamt hab ich für dieses Jahr 25,5 Urlaubstage und 2 halb tage sind im Dezember einplant (vom Betrieb nicht mir)

13 Urlaubstage habe ich schon genommen. Somit bleiben mir 11,50.

Vom 01.08 bis zum 08.08 sind das 5 Tage. würde das gehen?

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@Icelane97

25,5 tage gelten für ein volles urlaubsjahr von 12 monaten. du bist aber nur 7 volle monate beschäftigt, also 7/12 von 25,5 = 15 tage aufgerundet. wenn du davon schon 13 genommen hast, bleiben nur noch 2 tage übrig.

etwas anderes wäre es, wenn du jetzt schon vor einer kündigung mehr als 15 tage vom laufenden jahr genommen hättest. die kann der arbeitgeber nicht mehr zurückfordern.

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@noname68

Dein 1. Absatz - die Berechnung des Urlaubsanspruchs - ist falsch!

Es besteht Anspruch auf den vollen - mindestens gesetzlichen - Jahresurlaub.

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hast du keinen vollen anspruch mehr, da es nur 7 volle monate sind.

Eben!

Dein Antwort ist bezüglich des Urlaubsanspruchs falsch.

Und deswegen - weil das Ausbildungsverhältnis bei der Beendigung in der 2. Jahreshälfte länger als 6 Monate bestanden haben wird - hat der Auszubildende Anspruch auf den vollen - mindestens gesetzlichen - Jahresurlaub.

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Ja, das ist im Prinzip möglich. Genau kann dir das die Personalabteilung sagen.

Nicht nur "im Prinzip" ...

Bei Auszubildenden gibt es in aller Regel/generell keinen - jedenfalls keinen betrieblichen - Grund für den Arbeitgeber, die Gewährung von Urlaub in Zusammenhang mit der Beendigung des Ausbildungsverhältnisses zu verweigern, da Auszubildende nicht dafür da sind, den Betrieb "am Laufen zu halten".

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