Kann ich als Vermieter aus Schwerwiegendem Grund von Mietvertrag zurücktreten

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11 Antworten

leider hat sunpoint da etwas falsch verstanden. bei so drastischen mängeln hat der mieter nach 536 bgb recht zur mietminderung, in krassen fällen zur fristlosen kündigung. das kann aber letztendlich nur ein ordentliches gericht bestätigen.

mietnormaden haben in der regel kein geld und erhalten darum vom staat rechtsbeistand. und die wissen das auch. mietnormaden sind halt gut angepasste schmarotzer.

ich würde die wohnung auch nicht übergeben. auf keinen fall. denn der mietausfall ist es ja nicht allein. meist wird die wohnung total verwahrlost. ich hatte das vergnügen an einen solchen zu geraten. der hat dann zum abschied sämtliche holzdecken durchstoßen und alle türen abgeschlossen...aber die schlüssel waren nicht mehr da. ich verstehe also sehr gut deine lage.

ich würde dem menschen eine summe, vielleicht eine monatsmiete cash bieten um im gegenseitigen einvernehmen den vertrag aufzuheben. ansonsten musst du es auf ein gerichtsverfahren ankommen lassen. in dem fall würde ich unter angabe von gründen fristlos ersatzweise mit frist kündigen. ich kenne leider keine passenden urteile, aber ich weiß daß (trendmäßig) in den gerichten das augenmerk auf solche leute gerichtet wird. aber jedes noch so aussichtsreiche gerichtsverfahren kann letztlich scheitern. darum versuch den vergleich und du kannst wieder ruhig schlafen. ansonsten lies die antwort von saarland. soweit ich es beurteilen kann ist der streitwert eine jahresmiete. auf jeden fall hast du jetzt einen gewissen überblick. der weg zum anwalt oder haus-und grundbesitzerverein ist jedenfall anzuraten.

also er arbeitet zwar bei der Firma, die er mir mitgeteilt hat, ist allerdings auch nicht direkt bei der Firma angestellt, sondern als Leiharbeiter; wenn er also nicht mehr gebraucht wird, bekommt er auch kein Geld...

Die Frage ist: Wie soll ich jetzt reagieren? (Er weiß noch nicht, dass ich von seiner Vorgeschichte weiß) Erst mal unter Fadenscheinigen Gründen (Schimmel etc.) die Wohnung nicht rausgeben und wenn er sich darauf nicht einlässt ODER Ihm seine Vergangenheit vorhalten und somit den Mietvertrag als Nichtig erklären ODER gleich den Rechtsweg einschlagen?

Versuch erst mal, ihm die Wohnung aus anderen Gründen vorzuenthalten (weil sie eben nicht bewohnbar ist). Manchmal fehlt den Gaunern die Geduld, auf Erfüllung eines Vertrages zu pochen und er verschwindet auf Nimmerwiedersehen. Du solltest das aber ohne Zeugen machen. Denn wenn es vor Gericht gehen sollte, und der Amtsrichter erfährt, dass du erst getrickst hat, anstatt den regulären Rechtsweg zu gehen, könnte er dir das übelnehmen.

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das war ein ganz schlechter vorschlag

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Sehr schwierig. Ich würde hier arglistige Täuschung geltend machen, nach § 123 BGB. Da der Mieter Umstände verschwiegen hat, die für den Abschluss des Vertrages maßgeblich sind und du bei Kenntnis dieser Umstände den Vertrag nicht abgeschlossen hättest, musst du diesen Mietvertrag zunächst einmal ausdrücklich ANFECHTEN. Rechtsfolge wäre dann eine rückwirkende Nichtigkeit des Vertrages. Da dein neuer Mieter aber möglicherweise vor Gericht ziehen wird (er kann das auch ohne Rechtschutzversicherung, denn möglicherweise erhält er Prozesskostenhilfe), bist du in der Beweisnot. Und der Amtsrichter wird deiner Beweisführung folgen müssen. Das ist für dich nicht eben ein kleines Prozessrisiko. Andererseits ist die Wohnungsübergabe an diesen Mieter wohl auch risikobehaftet. Welches Risiko scheint dir geringer zu sein? Diese Entscheidung kannst nur du alleine fällen (ich selbst als Vermieter, und ich kenne diese Typen auch zur Genüge, würde übrigens die Wohnungsübergabe verweigern und im Zweifelsfall vor Gericht ziehen).

Du hast halt eben entdeckt das Ungeziefer in der Wohnung ist, das die Toilette defekt ist, das die Heizung nicht funktioniert u.s.w. Unter diesen Umständen kannst Du die Wohnung nicht ordnungsgemäß vermieten und tritt`s vom Mietvertrag zurück. (Er wird das nicht einklagen weil er ja ein "bekannter Mietnomade" ist und sich scheut vor Gericht zu gehen)

Diese Antwort ist super. So kommt er elegant aus dem Vertrag raus. Ein dickes DH!

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Ich würde es drauf ankommen lassen, wenn er tatsächlich Mietnomade ist, hat er vermutlich keine Rechtsschutz bzw. tatsächlich kein Geld. Vor Gericht hättest du auch nicht die schlechtesten Argumente, da deine Wohnungsverwaltung dich ja ausdrücklich gewarnt hat. Ob das allerdings rechtlich i.O. ist? Wahrscheinlich nicht

Gibt der Mieter eine falsche Selbstauskunft, so ist der Vermieter zur Anfechtung des Mietvertrags wegen arglistiger Täuschung berechtigt, wenn die zu Grunde liegende Frage des Vermieters zulässig ist und wesentliche Bedeutung für den Fortbestand des Mietverhältnisses besitzt (hier: frühere Mietschulden).*)

LG Itzehoe, Urteil vom 28.03.2008 - 9 S 132/07

Eine Selbstauskunft des Mieters liegt hier aber vermutlich gar nicht vor, jedenfalls hat der Fragesteller keine erwähnt. Mit Selbstauskunft in diesem Urteil ist die übliche schriftliche Selbstauskunft gemeint.

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das ist der trend, aber LG urteile sind nicht bindend

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du wirst wohl nur die Alternative haben, dich mit dem vermeintlich neuen Mieter in Kontakt zu bringen und glasklar zu sagen, daß sich Umstände ergeben haben, die ein Mietverhältnis nicht rechtfertigen und er außerdem seiner Auskunftspflicht nicht nachgekommen ist..

ist allerdings ein sehr dünner Grat, auf dem du da wandeln kannst..

als vermieter kann man NATÜRLICH von dem vertrage zurücktreten. bei der vorgeschichte des mieters! niemand kann dich zwingen, an einen solchen mieter die wohnung zu vermieten. es ist doch ihr eigentum!

nur nachweisbar müßte es irgendwie sein, denke ich. also gerichtsrelevante schriftstücke, polizeiakten etc.pp.

das ist nonsens. der vermieter haette sich vor vertragszeichnung ueber seinen mieter erkundigen koennen. der mietvertrag ist rechtsverbindlich. der mietnomade kann sogar auf rausgabe der schluessel klagen und dieses unter prozesskostenhilfe

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denke ich ist keine rechtsgrundlage

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Mir wäre in diesem Fall das Gesetz völlig egal. Ich würde ihn nicht in meine Wohnung lassen. Den wird man so schnell nicht wieder los! Sollte er Dich verklagen, dann bringe Deine Einwände vor.

Auf keinen Fall in die Wohung lassen, das ist sogar ein gerichtsverfahren wert.

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Hat man nicht bei jedem Vertrag ein Rücktrittsrecht innerhalb der nächsten 14 Tg. ?

Das ist das Fernabsatzgesetz. Geht nur am Telefon im Internet und an der Haustür.

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NEIN! Pacta sunt servanda.

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So! kriegst gleich nochn paar ! NEIN! (nur spaß!)

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Ah ja danke.

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Erzähle ihm von Deinem Wissen. Am besten im Beisein der bisher geprellten Vermieter....

darfichMäuschensein???

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