Kann ich als Teilzeitmitarbeiter gegenüber dem Vollzeitmita. im Urlaubsanspruch benacht. werden?

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6 Antworten

Wenn Du in Deiner Frage mitteilen würdest, an wie vielen Wochearbeitstagen Du Deine 30 Wochenstunden leistest, wäre es etwas einfacher.

Wie ich einem Kommentar von Dir unten entnehme, sind es 4 Wochenarbeitstage.

Ausgehend von den betrieblichen 24 Urlaubstagen für Arbeitskräfte mit 5 Wochenarbeitstagen ergibt sich für Dich der auch von Dir schon errechnete Urlaubsanspruch von 19,2 Tagen - das sind wie bei den 5-Tage-Kräften knapp 5 Wochen Urlaub für die 4-Tage-Kraft.

Auch die von Dir kritisierte Vorgehensweise des Arbeitgebers, dass er Dir - ausgehend von den betrieblich definierten 24 Werktagen Urlaub - für einen z.B. 1-wöchigen Urlaub (also 4 Arbeitstage als Urlaub) 5 Werktage als Urlaub anrechnet, führt im Endergebnis zu selben Ziel!

Du bist tatsächlichd nicht benachteiligt!

Übrigens sind die Antworten, die eine Ungleichbehandlung (wenn sie den tatsächlich vorläge, was aber nicht der Fall ist) mit dem Schlagwort "Vertragsfreiheit" begründen und rechtfertigen, Unsinn, weil diese angebliche "Vertragsfreiheit" gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz verstoße würde, wonach es unzulässig ist, "Arbeitnehmer willkürlich oder aus sachfremden Erwägungen heraus gegenüber anderen Arbeitnehmern in vergleichbarer Lage zu benachteiligen (BAG, 17.05.1978, 5 AZR 132/77)." (Zitat: http://www.betriebsrat.com/gleichbehandlungsgrundsatz)

Familiengerd 06.03.2014, 14:01

Ergänzung:

Ist es so zu verstehen, dass Dir der Arbeitgeber 20 Tage (Werktage) Urlaub gewährt und dabei auch den Freitag, den Du nicht arbeitest, berechnet?

Dann in der Tat läge hier ein Fall von Ungleichbehandlung vor, die nicht hingenommen werden muss!

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sisiphus007 08.03.2014, 09:39
@Familiengerd

Hallo Familiengerd,

vielen Dank für deine Antwort.

Es ist so wie du es in deiner Ergänzung schreibst. Der Arbeitgeber behauptet, es sei egal an wie vielen Tagen ich in der Woche arbeite. Mir stehen in jedem Fall nur 4 Wochen a 5 Werktage zur Verfügung.

Hier der Text:

Dem Arbeitneh. stehen in der 30 Stunden Woche 20 Werktage als Urlaub zu, in der 40 Stunden Woche, 24 Werktage als Urlaub zu. Werktage sind alle Kalendertage, die nicht Sonnabende, Sonntage oder gesetzliche Feiertage sind.

Er behauptet, egal wie viele Tage real in der Woche gearbeitet werden, für die 30 Stunden Kraft sind es immer 20 Tage (4x5Werktage Mo-Fr.). Auch wenn man 5 Tage die Woche arbeitet. Im Gegensatz dazu stehen der 40 Stundenkraft ja bei 5 Tagen in der Woche 24 Urlaubstage zur Verfügung.

Somit ist in diesem Text der Teilzeitarbeitnehmer direkt benachteiligt.

Die Frage ist, ob es rechtens ist, mich zu benachteiligen, wenn ich 30 anstatt 40 Stunden arbeite obwohl der gesetzliche Mindesturlaub ja eingehalten ist?

Freuen mich nochmal von dir zu hören

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Familiengerd 08.03.2014, 11:31
@sisiphus007

Dein Auffassung des Problems ist absolut richtig!

Eigentlich war mir das schon gleich nach meiner ersten Antwort klar, dass hier etwas nicht stimmen kann - aber da war sie schon raus ...

Also hier handelt es sich eindeutig um einen Verstoß gegen das Verbot der Benachteiligung von Teilzeitkräften nach dem Teilzeit- und Befristungsgesetz TzBfG § 5 ("Benachteiligungsverbot"):

Der Arbeitgeber darf einen Arbeitnehmer nicht wegen der Inanspruchnahme von Rechten nach diesem Gesetz benachteiligen.

da Dir als Teilzeitarbeitnehmer alleine aufgrund dieser Tatsache unerlaubterweise der Urlaub verkürzt wird (von dem grundsätzlichen Benachteiligungsverbot nach dem in meiner Antwort z.B. genannten BAG-Urteil einmal ganz abgesehen) .

Ausgehend vom Urlaubsanspruch für Vollzeitkräfte (bei dem der Arbeitgeber die Werktagsdefinition des Bundesurlaubsgesetzes BUrlG auf den Arbeitstags anwendet) müsste der Arbeitgeber für den Urlaubsanspruch für Teilzeitkräfte entsprechend ihrer Arbeitstage aus dem Urlaubsanspruch für Vollzeitkräfte umrechnen - woraus sich für Dich also ein Urlaubsanspruch von 19,2 Arbeitstagen ergibt.

Ein Urlaubsanspruch nach "Werktagen" bleibt für alle Arbeitnehmer gleich hoch, egal wieviele Wochenarbeitstage sie haben.

Die Formulierung des Arbeitgebers ist auch alleine deswegen schon völlig abwegig und nicht gesetzeskonform, weil sie als Grundlage für den Urlaubsanspruch die Zahl Wochenarbeitsstunden heran zieht! Maßgeblich ist aber alleine die Zahl der Wochenarbeitstage!

Also: Deine Frage

ob es rechtens ist, mich zu benachteiligen, wenn ich 30 anstatt 40 Stunden arbeite obwohl der gesetzliche Mindesturlaub ja eingehalten ist?

ist eindeutig mit "Nein!" zu beantworten! Zwar wird der gesetzliche Mindesturlaub nicht unterschritten, aber es gibt beim Urlaubsanspruch eine nicht sachlich begründete Benachteiligung gegenüber Vollzeitkräften, die allgemein - weil es keine sachliche Begründung gibt - und hier speziell nach dem TzBfG § 5 - weil sie sich gegen Teilzeitbeschäftigte richtet - verboten ist!

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Familiengerd 08.03.2014, 14:20
@Familiengerd

Nachtrag/Ergänzung:

Wichtiger noch als TzBfG § 5 ("Benachteiligungsverbot") ist der folgende § 4 "Verbot der Diskriminierung" dieses Gesetzes:

Ein teilzeitbeschäftigter Arbeitnehmer darf wegen der Teilzeitarbeit nicht schlechter behandelt werden als ein vergleichbarer vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer, es sei denn, dass sachliche Gründe eine unterschiedliche Behandlung rechtfertigen. Einem teilzeitbeschäftigten Arbeitnehmer ist Arbeitsentgelt oder eine andere teilbare geldwerte Leistung mindestens in dem Umfang zu gewähren, der dem Anteil seiner Arbeitszeit an der Arbeitszeit eines vergleichbaren vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmers entspricht.

Das trifft selbstverständlich auch auf den Urlaubsanspruch zu, der ja über das zu zahlende Urlaubsentgelt auch eine geldwerte Leistung darstellt (das Urlaubsentgelt sowieso): für den Urlaubsanspruch gilt also auch die anteilige Gewährung, gegen die Dein Arbeitgeber mit seiner Urlaubsklausel eindeutig verstößt.

Dazu gibt es dann eigentlich auch nicht mehr viel zu sagen - und Dein Anspruch ist so klar wie die sprichtwörtliche Kloßbrühe!

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sisiphus007 08.03.2014, 15:54
@Familiengerd

Vielen Dank Familiengerd. Du hast mir sehr geholfen. Jetzt weiß ich wie ich meine Ansprüche argumentativ richtig vortragen kann. Ich werde so lange auf mein Recht beharren, bis er mir recht gibt.

Schönen Gruß

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Die Anzahl der Urlaubstage ist abhängig von der Anzahl der tatsächlichen Arbeitstage pro Woche.

Würde ein Arbeitnehmer (30 Wochenstunden) an fünf von fünf Arbeitstagen (je 6 Stunden) pro Woche arbeiten, so stünde ihm der "volle" Urlaub zu.
Wenn er seine wöchentliche Arbeitszeit auf vier Tage (je 7,5 Stunden) verteilen würde bei einer Fünf-Tage-Arbeitswoche, stünden ihm tatsächlich nur 4/5 des Urlaubs zu.

sisiphus007 08.03.2014, 09:59

Dem Arbeitneh. stehen in der 30 Stunden Woche 20 Werktage als Urlaub zu, in der 40 Stunden Woche, 24 Werktage als Urlaub zu. Werktage sind alle Kalendertage, die nicht Sonnabende, Sonntage oder gesetzliche Feiertage sind.

Hier steht nichts von Arbeitstagen...

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Solange keine anderen tariflichen oder betriebliche Regelungen vorliegen, kann es der AG halten wie er will, wenn er dabei im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben bleibt. Das wäre in Deinem Fall korrekt mit den 20 Tagen.

Der gesetzliche Mindesturlaub ist bezogen auf eine 6-Tage-Woche. Bei einer anderen Verteilung der Wochenarbeitszeit ist der Anspruch im Dreisatz umzurechnen. Im Fall einer 5-Tage-Woche beträgt der gesetzliche Urlaubsanspruch daher umgerechnet 20 Arbeitstage. In allen Fällen entspricht er also vier Arbeitswochen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesurlaubsgesetz#Gesetzlicher_Mindesturlaub

Ob das gerecht und fair ist, steht (leider) auf einen anderen Blatt.

sisiphus007 06.03.2014, 08:34

Vollzeitangestellte haben bei uns 24 Tage bei 5 Arbeitstagen in der Woche.

Theoretisch müsste eine 30 Stundenkraft bei einer 5 Tage Woche auch 24 Tage Urlaub haben und nicht nur 20.

Und wie gesagt, laut Vertrag haben wir nur 5 Werktage in der Woche und nicht 6.

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baindl 06.03.2014, 09:40
@sisiphus007

Es geht darum, dass gesetzlich nur 20 Tage/4 Wochen vorgeschrieben sind.

Wenn der AG sich daran hält, lässt es sich nicht ändern, es sei denn es gibt andere Abmachungen..

Auch wenn es ungerecht ist, der AG kann für jeden MA den Urlaub so vereinbaren, wie er will, solange er sich an die gesetzlichen Vorgaben hält.

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Familiengerd 06.03.2014, 13:57
@baindl

Auch wenn es ungerecht ist, der AG kann für jeden MA den Urlaub so vereinbaren, wie er will, solange er sich an die gesetzlichen Vorgaben hält.

Nein, das kann er nicht!!!!

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Familiengerd 06.03.2014, 13:56

kann es der AG halten wie er will

Das ist schlicht und einfach falsch!

Auch die hier von Dir implizierte Vertragsfreiheit erlaubt keine willkürliche, sachlich unbegründete Ungleichbehandlung!

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Du hast gleichtzeitig Recht und Unrecht. In der Tat berechnet sich der Mindestanspruch an Urlaub nach Arbeitstagen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Bundesurlaubsgesetz#Gesetzlicher_Mindesturlaub

Dummerweise möchte der Gesetzgeber eben auf diese vier Wochen herauskommen, die Berechnung nach 5 Wochenarbeitstagen ergibt also einen Anspruch von 20 Tagen.

Ich nehme mal an, bei euch gibt es keinen Tarif und auch keinen Betriebsrat, Verträge sind individuell ausgehandelt. Dann kann sich dein Arbeitgeber aussuchen, wem er 30 oder 100 Tage Urlaub gibt.

Dein Arbeitgeber hat völlig recht, und du machst einen Denkfehler. Wenn die Teilzeitkraft 20 Tage Urlaub bekommt , dann bekommt sie natürlich den Urlaub auch nur für die Tage, an denen sie arbeitet. Arbeitet sie grundsätzlich freitags nicht, dann wird ihr für den Freitag ja auch kein Urlaubstag abgezogen. Also hat sie bei 4 Arbeitstagen in der Woche genau so 5 Wochen Urlaub im Jahr.

sisiphus007 06.03.2014, 08:31

Mein Arbeitgeber möchte für den nicht gearbeiteten Freitag aber einen Urlaubstag anrechnen. So komme ich dann auf 4 Wochen Urlaub.

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trollshow 07.03.2014, 22:22
@sisiphus007

Ein Tag, an dem nie gearbeitet wird, KANN NICHT als Urlaubstag angerechnet werden. Frag nochmal nach, ob du nicht doch etwas falsch verstanden hast.

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