Kann ich als Konstrukteur den Beruf "Archäologischer Zeichner" ausüben oder benötige ich unbedingt ein Studium?

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3 Antworten

Den Beruf "Archäologischer Zeichner" gibt es so gar nicht. Das heißt, es gibt keine spezielle Ausbildung dafür. Oft sind es studierte Archäologen, die in diese Richtung gehen. Das ist aber keine Voraussetzung. Es gibt auch Quereinsteiger.

Mir fallen mehrere Felder ein, auf denen man "archäologische Zeichner" einsetzt:

- Fundzeichnungen: eher technische Darstellung, bei der meist Scherben in Seitenansicht (evtl. mit Punktschattierung) und im Querschnitt dargestellt werden. Da sollte man zumindest wissen, wie man eine Scherbe kippen muss, so dass die ursprüngliche Gefäßform rekonstruiert werden kann.

- Grabungszeichner: Auf Grabungen werden Querschnitte durch Bodenbefunde z.T. noch von Hand auf Millimeterpapier gezeichnet (nimmt durch die Digitalisierung aber rapide ab). 

- Planbearbeiter: Digital eingemessene Pläne müssen nachbearbeitet werden. Da sind Kenntnisse in CAD oder GIS von Vorteil.

Hilfreich ist es in allen Fällen, wenn man sich mit der Archäologie, den entsprechenden Funden oder der Grabungstechnik auskennt. Zum Teil kann man da eingelernt werden. Falls es um eine Ausschreibung geht, einfach nachfragen. Fundzeichner sind meiner Erfahrung nach aber nicht gerade überbeschäftigt. Und Grabungszeichner werden durch die Digitalisierung auch immer mehr von Computergrafikern abgelöst. Planbearbeitung hat da noch am ehesten Perspektiven.

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Dass es einen solchen Beruf nicht gibt, hat man dir ja bereits gesagt.

Je nach Region und Grabungsfirma kann es schon möglich sein, dass man gezielt nach Befundzeichnern für Grabungen sucht. Aber auch nur, wenn die Firma so strukturiert ist, dass nicht jeder alles können muss und du zu einer längeren Einarbeitung bereit bist. Befundzeichnungen sind kein Zauberwerk, aber archäologisches Grundverständnis braucht man eben genauso wie die Fähigkeit, maßstabs- und v.a. verformungsgerecht zu zeichnen. Gerade Letzteres ist für viele Leute aus dem Bauwesen oder der Technik eine harte Umstellung.

Was das Fundmaterial betrifft, sehe ich keine Chance, sich tatsächlich allein davon zu ernähren. Meist werden solche Sachen über Zeit- oder Werkverträge an Studenten höheren Semesters vergeben, wenn überhaupt Geld dafür rüberwächst. Die wenigen Leute, die ich kenne, die sich mal rein durch Fundzeichnungen über Wasser gehalten haben, haben das für über 2 Jahrzehnten gemacht und irgendwann aufgegeben.
Im Übrigen bräuchtest du bei Fundzeichnungen nicht unerhebliche Materialkenntnis, damit beispielsweise nicht ein mittelalterlicher Topfdeckel plötzlich eine flache Schale wird und das Wissen um Darstellungsnormen im Fach.

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Diesen Beruf gibt es nicht. 

Jeder Student lernt während des Studiums zumindest die Grundbegriffe des archäologischen Zeichnens, zumindest war es früher so. Wenn unsere Professoren Funde für ihre Publikationen gezeichnet haben wollten, nannten sie das "Übung" und suchten sich die besten Zeichnungen raus. An Museen oder Landesämtern beschäftigt man gerne Studenten von Kunsthochschulen für das Zeichnen von Funden. Und draußen auf dem Feld machen das die Grabungshelfer, meist ebenfalls Studenten oder Ein-Euro-Fachkräfte.

Man braucht kein ganzes Archäologie-Studium, um richtig zeichnen zu können. Aber man sollte schon wissen, WAS man da tut. So eine Harris-Matrix zeichnet sich nicht aus dem Stand.

Angesichts der großen Konkurrenz sehe ich wenig Berufschancen für interessierte Quereinsteiger.

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