Kann ich als insolventer Einzelunternehmer durch Gründung einer GmbH die Firma retten?

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4 Antworten

Das funktioniert so einfach natürlich nicht. Die GmbH müsste ja den Betrieb auch noch kaufen und einen angemessenen Kaufpreis dafür zahlen. Wenn nicht, wäre diese Vermögensverschiebung anfechtbar. Macht man sowas rechtzeitig (!) und rechtlich sauber, dann funktioniert das allerdings durchaus.

Eine Privatinsolvenz gibt es nicht, nur eine Verbraucherinsolvenz. Wurde das Gewerbe noch ausgeübt, dann wird wohl ein Regelinsolvenzverfahren eröffnet worden sein

Natürlich kann der Gatte eine GmbH gründen und dabei den gleichen Namen verwenden. Allerdings kann er nicht so einfach alle unter Insolvenzbeschlag bestehenden MObilien übernehmen. Das müsste er dann mit dem Insolvenzverwalter verhandeln.

In Deinem Fall wäre das dann eine Geschäftsveräußerung im ganzen, was für den Verwalter durchaus interessant sein kann, da er das Verfahren dann schnell abschließen kann.

Eine Insolvenzverschleppung ist etwas anders, so dass Du Dir hier keine Sorgen machen musst.

Wenn das so einfach wäre, dann würde wohl jeder Einzelunternehmer mit Finanzproblemen mal schnell eine GmbH gründen und einen Strohmann als Geschäftsführer einsetzen.

Weiterhin, wie soll den die verschuldete Einzelunternehmung samt Betriebsmittel in die GmbH überführt werden? Als Schenkung??? So nach dem Motto, Du nimmst alles mit rein was wir noch haben und die Schulden lässt Du draußen?? Nein, geht auch nicht. Hier muss schon eine ordentliche Überführung realisiert werden, sprich die GmbH kauft für einen Euro die Unternehmung hat aber dann auch die Verbindlichkeiten an der Backe.

Ich denke was diese Sache betrifft solltet man sich lieber mit seinem Steuerberater austauschen und alle legalen Möglichkeiten eruieren. Aber einfach mal eine GmbH gründen aus einer insolventen Unternehmung heraus, das dürfte man dann schon als strafbewährte Handlung ansehen.

Es kann durchaus passieren, daß wenn Dein Mann z.B. unter der gleichen Firmenbezeichnung auftritt, seine Firma für die Schulden Deiner Firma haftet. Das ist KEIN Witz, sondern dazu gibt es höchstrichterliche Rechtsprechung. Also tu dir selbst bitte einen Gefallen: laß dich von einem guten Anwalt und von einem Steuerberater über mögliche Fallstricke beraten. Das Geld dafür ist bestens investiert. Viel Glück!

Eine neu gegründete juristische Person wird niemals für die Verbindlichkeiten einer natürlichen Person aufkommen, die unter dem gleichen Namen gehandelt hat.

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@Bauingenieur

Danke erstmal für Eure schnellen Antworten! Verwirrt mich grade zwar etwas, aber denke ich muss mich da entweder ausgiebiger mit beschäftigen, bzw. mir das ganze von einem Anwalt bzw Steuerberater erläutern lassen. Also wäre das wenn ich das richtig verstehe in meinem Falle eine Verbraucherinsolvenz? Und in meinem Falle wäre das Betriebsvermögen ja der Fuhrpark, Kundenstamm und natürlich die Telefonnummer. Das müsste dann ja an meinen Mann wenn ich es richtig sehe veräussert werden. Und da denke ich liegt ja dann der Knackpunkt. So wie ich es aus dem letzten Beitrag ersehe, kann es immer noch dann nach hinten losgehen, da es bis jetzt ja noch keinen Insolvenzverwalter gibt. Und wenn ich dieses Firmenvermögen ohne einen Insolvenzverwalter übertrage dann kann es so wie ich es verstehe entweder durch die Anfechtung rückgängig gemacht werden oder eben mein Mann muss dann trotzdem haften ? Oder sehe ich das falsch?? Danke nochmals für Eure Antworten.

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@claudia001

Du solltest so schnell wie möglich einen Termin bei einem Anwalt für Insolvenzrecht machen. Nur der kann Dir wirklich sagen, was geht und was nicht. Gerade Vermögensübertragungen - insbesondere wenn sie in zeitlichem Zusammenhang mit der Insolvenz stehen - werden regelmäßig angefochten. Du mußt dir auch genau überlegen, welche Steuern und Beiträge Du noch abführst, und welche nicht. Auch hier kommt es bei falschen Entscheidungen immer wieder zu Anfechtungen. D.h. Du solltest nicht überlegen sondern Anwalt und Steuerberater befragen. Wir können hier nur erste Tips geben. Selbst die Übernahme der Telefonnummer birgt Risiken. Wenn Dein Mann unter Deiner Firmenbezeichnung und obendrein mit Deiner Telefonnummer weitermacht, greift § 25 (1) HGB erst recht. Viele Gläubiger kennen diese Regelung zwar nicht - aber da kann man sich eben nicht drauf verlassen. Und gerade das FA als Gläubiger sollte man nicht unterschätzen.

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