Kann ich als evangelisch und standesamtlich verheiratet und später geschieden meinen katholischen Partner kirchlich heiraten?

6 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Das kommt darauf an, ob dein erster und geschiedener Partner katholisch war oder nicht.

Wenn nicht, dann ist zu 99% keine kirchliche Trauung mit dem neuen katholischen Partner möglich. Das gilt ganz unabhängig davon, ob ihr damals evangelisch kirchlich oder nur standesamtlich verheiratet wart.

Wenn schon, dann ist es von Bedeutung ob du mit deinem ersten katholischen Partner kirchlich gültig verheiratet warst oder nicht.

Also entscheidend ist, ob katholischerseits deine erste Ehe als gültige Ehe angesehen wird. Das ist auch dann der Fall, wenn man gar nichts mit der Katholischen Kirche zu tun hatte (sogenannte Naturrechtsehe).

Es gibt zwar eine Möglichkeit, aber um das zu erklären, bräuchte ich noch einige Infos. Aber so wie sich deine Frage anhört, sieht es leider eher mau aus.

P. S.: Ich kenne mich aus mit Kirchenrecht. 🤗

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@wolfruprecht

Aufgrund der Antwort eines anderen Teilnehmers ist nicht ganz klar: Bist du selbst katholisch oder evangelisch? Die Formulierung in deiner Frage ist da nicht eindeutig. Es könnte auch bedeuten, dass du selbst katholisch und in erster Ehe standesamtlich und evangelisch-kirchlich verheiratet warst. In diesem Fall ist entscheidend, ob damals ein entsprechenden Dispens von der Formpflicht eingeholt wurde oder nicht. Wenn nicht, dann wäre deine erste Ehe aus katholischer Sicht keine gültige Ehe gewesen und du könntest jetzt kirchlich heiraten.

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@wolfruprecht

Ich bin evangelisch und mein Exmann war katholisch. Es wurde nur standesamtlich geheiratet, keine kirchliche Trauung

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@nonepossibile

Nun ist entscheidend, ob er damals (über den katholischen Pfarrer) einen Dispens einholen ließ. Es ist zwar sehr selten, dass das jemand macht, aber theoretisch möglich. Wenn ja, dann sieht es schlecht aus für eine kirchliche Trauung.

Ich gehe mal vom üblichen Fall aus, dass Ihr damals standesamtlich geheiratet habt und das mit der Kirche völlig weglassen habt. In diesem Fall sieht es sehr gut aus, da die erste (standesamtliche) Ehe aus kirchlicher Sicht keine gültige Ehe war. Der Grund ist, dass der katholische Partner bei der Eheschließung der sogenannten Formpflicht unterliegt. Wenn er keine Erlaubnis vom zuständigen Bischöflichen Ordinariat einholen hat lassen, so ist aus katholischer Sicht keine gültige Ehe zustande gekommen. Damit steht einer Eheschließung heute nichts mehr im Wege.

Beim Gespräch mit dem katholischen Pfarrer wird ein sogenanntes Eheprotokoll erstellt. Da kann es sein, dass das alles nochmal geprüft wird (Ist nichts Dramatisches! 😊), aber wenn bei deinem neuen Partner kein Ehehindernis vorliegt, gibt es kein Problem. Ich habe jetzt die vorherigen Inhalte in den Beiträgen nicht mehr genau im Kopf, aber es sieht recht gut aus. 😊

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Da ist die katholische Kirche leider noch sehr antiquiert. Es geht nicht. Beide müssen Katholisch sein. Ein Evangele und ein Kathole geht nicht.

Woher ich das weiß? Meine Eltern hatten das Problem... Sind dann aus den jeweiligen Kirchen ausgetreten.

Evangelische Kirche geht aber, die sind nicht so engstirnig.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Deine "eigene Erfahrung" ist nach dieser Antwort zu urteilen, ebenfalls antiquiert. Es ist keineswegs (mehr) so, dass beide katholisch sein müssen.

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Bist du sicher dass das immer noch so ist?

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Die Ehe ist eins der Sakramente. Die evangelische Trauung, wird auch von der katholischen Kirche als gültige, sakramentale Ehe angesehen. Damit besteht ein Ehehindernis. Du kennst ja den Spruch: Bis das der Tod uns scheidet und was Gott zusammen geführt hat, darf der Mensch nicht trennen!

Es gäbe nur die Möglichkeit, die vorherige Ehe anulieren zu lassen und sie, von katholischer Seite, als ungültig zu erklären.

Ich war nur standesamtlich getraut, nicht kirchlich

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@nonepossibile
Kann man als Katholik in der katholischen Kirche heiraten, obwohl man schon einmal standesamtlich verheiratet war und die Ehe geschieden wurde?
Es kommt darauf an, ob man zum Zeitpunkt der standesamtlichen Trauung schon katholisch war. Wenn ja, dann kann man kirchlich heiraten. Denn ein Katholik ist zur kirchlichen Eheschließung verpflichtet und so war die standesamtliche Hochzeit aus kirchlicher Sicht keine. Wenn aber einer der Partner konfessionslos oder evangelisch war, als er die erste standesamtliche Trauung einging, dann kann das Paar nach einer Scheidung nicht mehr katholisch heiraten. Denn jemand, der nicht katholisch ist, unterliegt nicht dieser Formpflicht, das Kirchenrecht einzuhalten und kirchlich heiraten zu müssen. Hier wird aber theologisch gedeutet, dass jede Eheschließung (egal ob die Hochzeit vor einer evangelischen Kirche, dem Standesamt oder vor einem Medizinmann stattfand) eine gültige ist, da sie vor Gott geschlossen und damit prinzipiell unauflösbar ist.
Mein Partner gehört einer anderen Konfession an. Können wir dennoch kirchlich heiraten?
Eine konfessionsverschiedene Ehe ist in der Regel kein Problem. Sie müssen sich jedoch vor der Eheschließung die Zustimmung vonseiten der Kirche einholen. Hiermit möchte die Kirche sichergehen, dass die Konfessionsverschiedenheit nicht dazu führt, dass die Glaubenspraxis der Eheleute verschwindet. Es muss beiden Eheleuten klar sein, dass die teils unterschiedlichen Glaubensüberzeugungen nicht die Beziehung und nicht den eigenen Glauben gefährden dürfen.

https://www.katholisch.de/artikel/4505-ehe

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@JaquesSchabrack

Danke das ist sehr informativ. Weißt du wie es in der Konstellation gewertet wird: mein Exmann war ebenfalls Katholik, er ist ja in dem Fall der Formpflicht nicht nachgekommen. Wird diese Ehe dann von der katholischen Kirche anerkannt?

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@nonepossibile
Wird diese Ehe dann von der katholischen Kirche anerkannt?

Da zitiere ich nochmal aus dem Link:

Hier wird aber theologisch gedeutet, dass jede Eheschließung (egal ob die Hochzeit vor einer evangelischen Kirche, dem Standesamt oder vor einem Medizinmann stattfand) eine gültige ist, da sie vor Gott geschlossen und damit prinzipiell unauflösbar ist.
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@nonepossibile

mein Exmann war ebenfalls Katholik, er ist ja in dem Fall der Formpflicht nicht nachgekommen.

Wenn das so ist und kein Dispens von der Formpflicht eingeholt wurde, dann war das aus Sicht der Katholischen Kirche keine Ehe.

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Mit den Informationen, die du geliefert hast, sind leider nur Vermutungen möglich. Und meine Vermutung lautet: es wird mit der geplanten Hochzeit Probleme geben.

Aber wenn du eine absolut zuverlässliche Antwort haben möchtest, dann besprecht eure Situation mit einem Pfarrer. Dort wird es dann auch um jene Details gehen, die den Unterschied zwischen vermutet und sicher ausmachen.

Ist ne Folkloreveranstaltung ohne jegliche rechtliche Relevanz.

Ein kleiner Hinweis, dass man auch aus der Kirche austreten könnte macht den einen oder anderen schon mal geneigter etwas großzügiger zu sein.

Aber da heißt es dann auch konsequent sein.

Ein Austritt aus einer der beiden großen christlichen Sekten spart zudem viel Geld

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Ein austritt aus der Kirche steht für mich nicht im Raum

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@nonepossibile

Für mich auch nicht.

Ich habe den Wahnsinn schon früh erkannt und die Konsequenz daraus vor über 40 Jahren gezogen.

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