Kann ich als Betrüger verurteilt werden, wenn ich bei Kleinanzeigen wegen einem Fehler Geld erhalten, die Ware nicht versendet aber das Geld erstattet habe?

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3 Antworten

Es kommt darauf an, ob Du die Zahlung ohne Gegenleistung beabsichtigt hast. .Dann wäre es ein Betrug, auch wenn das Geld zurückgezahlt wurde. Der Diebstahl wird ja auch nicht dadurch ungeschehen, dass man das Paket Kaugummis hinterher wieder in den Laden zurück bringt.

Korrekt. Es war natürlich nicht beabsichtig, das Geld zu erhalten und dann abzuhauen. Es handelt sich nur um ein Missverständnis (weiter unten hab ich alles genauer beschrieben).

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@shetberd

Du solltest aber bedenken, dass auch ein echter Betrüger genug Gründe hat, warum es alles nur aus Versehen war - obwohl er das mit voller Absicht gemacht hat. Und sone Stories mit "aus Versehen"; "Missverständnis", Käuferverwechslungen und Zahlendrehern in Bankverbindungen -- das sind Standardausreden im Gerichtssaal, die kein Mensch glaubt, weil sowas mit einer normalen Sorgfalt nicht passieren würde und erst Recht nicht in der Häufung von vermeintlichen Fehlern und Zufällen bei ein und demselben Vorgang.

ICH würde Deine Geschichte jedenfalls nicht glauben.

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@skyfly71

Kann ich gut nachvollziehen, jedoch gibt es für die ganze Geschichte ja Beweise in Form von Konversationen und Einzelverbindungsnachweisen...

Außerdem bin ich Student, arbeite nebenbei und da kann es eben passieren dass man die eine oder andere Sache vergisst. Daher habe ich das Geld ja direkt wieder an den Käufer zurückgesendet. Es handelt sich lediglich um die Schusseligkeit eines 19 Jahre alten Studenten, und ich frage mich eben was mich da im schlimmsten Fall erwarten kann. 

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@shetberd

Im schlimmsten Fall kann er einen kurzzeitarrest erwarten - die Chance geht aber gegen Null.

Realistisch sind hier irgendwas zwischen 20 und 50 Sozialstunden. Wenns denn nicht sogar noch eine Verfahrenseinstellung gem. § 47 JGG  in der Verhandlung gibt.

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Nachdem Du Dich nicht bereichert und keinen Vermögensschaden verursacht hast, nach dieser (zugegebenermaßen nicht sehr detaillierten) Schilderung nicht.


Danke erstmal für die schnelle Antwort. Bin neu hier, und ich konnte die Frage leider nicht länger als 160 Zeichen lang schreiben. Dann lieber hier.

Ich habe auf Kleinanzeigen einen Laptop (defekt) verkauft. Zwei Personen hatten Interesse, ich gab beiden meine Kontodaten mit den Worten "wenn das Geld drauf ist schick ich ihn los". Der zweite Interessent war schneller mit dem Geld und an ihn ging der Laptop dann auch. Ich vergaß daraufhin gänzlich den zweiten Interessenten, der mir das Geld (ohne meine Kenntnissnahme) ebenfalls überwiesen hatte. Nach ca. 2 Wochen erstattete ich das Geld nach einem kleinen Missverständnis dann auch zurück: der zweite Interessent schrieb mir per Whatsapp und frage, wo sein Laptop denn bleibt. Ich dachte, es handelte sich um den Käufer, an den der Laptop unterwegs war, und sagte daraufhin dass es nicht mehr lange dauern kann. Danach ruft mich eine unbekannte Nummer an und fragt ob ich denn auf KA einen Laptop verkaufen würde. Dies bejahte ich, da ich noch ein zweites Gerät im Sortiment hatte. Wieder per Whatsapp: Drohungen über Polizei und Anwalt etc. Ich realisierte natürlich dass es der zweite Interessent sein müsse und überwies das Geld dann so schnell wie möglich zurück (schriftlich per Bank bei dem Gericht belegt!).

So. Und trotzdem bin ich zur Hauptverhandlung in zwei Wochen geladen worden. Was ist denn da los?

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@shetberd

Gab's vorher keine Vorladung von Polizei oder Staatsanwalt zu einer Beschuldigtenvernehmung?

Betrug ist ein Vorsatzdelikt. Nach Deiner Beschreibung würde ich da lediglich eine unbewusste Fahrlässigkeit bejahen, die in diesem Fall nicht strafbar wäre (es gibt keinen "fahrlässigen Betrug"). Schusseligkeit alleine ist nicht strafbar.

Ich muss allerdings zugeben, dass ich bei Deiner Schilderung erst im dritten Anlauf so ungefähr durchgeblickt habe. Wenn Du das vor einem Richter zum Besten geben sollst, würde ich eine etwas besser strukturierte Schilderung empfehlen.

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@RobertLiebling

Ich habe bei der Polizei all das so angegeben, als ich vorgeladen wurde. Und bevor die Hauptverhandlung angesetzt wurde, habe ich fristgerecht beim Gericht meine Stellungnahme (besser strukturiert und verfasst als die da oben) + Kontoauszüge der Erstattung abgegeben. Aus dem allem ist sehr gut ersichtlich, dass es sich tatsächlich nur um ein Versehen meinerseits handelt, und ich war nicht in der Absicht, jemanden vorsätzlich zu betrügen. 

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@shetberd

Dann drücke ich Dir mal die Daumen, dass dies Richter und Staatsanwalt am Ende genauso sehen.

Du hast doch hoffentlich einen Rechtsbeistand?

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@RobertLiebling

Ich vermute mal, man geht hier von bedingtem Vorsatz aus. Und den kann man hier - auch anhand der Sachverhaltsschilderung - durchaus sehen.

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@skyfly71

Wäre ich der Richter, hätte ich die Wahl zwischen zwei Interpretationsmöglichkeiten:

  • entweder hat sich da jemand beim Verkauf ein bisschen dämlich angestellt und den Überblick verloren

  • oder jemand hat sich absolut bescheuert bei einem Betrugsversuch angestellt.

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Nein, warum solltest du ? Du hast doch das Geld zurücküberwiesen bzw auch dich mit dem Käufer kontaktiert.

Du hast doch das Geld zurücküberwiesen....

aber wahrscheinlich ein bisschen zu spät

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