Kann Gewalt eine Lösung im menschlichen Umgang oder in der Erziehung sein?

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30 Antworten

meiner meinung nach nein. ich arbeite in einer kinder- und jugendpsychiatrie und sehe immer wieder viel zu oft kinder, die mittels gewalt erzogen werden. das resultat: sie wenden selbst gewalt an, da es ihnen an anderen lösungsstrategien mangelt. durch eine "gewaltige" erziehung erzeugt man mehr angst als respekt und zusätzlich eventuell auch eine gestörte psyche/ persönlichkeit des kindes. konsequenz, ausdauer und ein liebevolles maß sind der schlüssel zum erfolg. dies sollte jedoch von anfang an stattfinden, denn wenn man einmal zur gewalt gegriffen hat, ist es oft schwer, die in dem kind hervorgerufene angst " weg zu erziehen". das vertrauen leidet zudem oftmals sehr unter gewalt. gewalt ist eher ein " nicht- mehr- weiterwissen" des erwachsenen, da er in dem fall seine macht:" stärke und körpergröße"- in denen er dem kind stets überlegen ist- ausnutzt um sein ziel zu erreichen. aber selbst gewalttätige kinder und jugendliche können in bestimmtem maß lernen, andere mittel und wege bei problemen anzuwenden. dies bedarf jedoch viel zeit, verständnis und geduld dessen, der sich der "gebrochenen individuen" annimmt.

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Erziehung beruht ja auf der Idee das gute und erlaubte Taten belohnt, und schlechte oder verbotene Taten bestraft werden.

Das Belohnen kann ein Geschenk oder eine Gabe beinhalten, oder schlicht Akzeptanz und Freundlichkeit. Ein Kind das sich besonders freundlich verhält lobt man in der Regel ja.

Das Bestrafen soll ja zu dem Zweck dienen, dass das Kind die jeweilige Tat mit der Betsrafung verbindet. Also: Jedesmal wenn ich Papas Fernseher runter schmeisse schreit er mich fürchterlich an. Ich will nciht angeschrien werden, deshalb schmeiss ich ihn nicht mehr runter. Diese Bestrafung kann jetzt ja kunterbund ausfallen. Durch das Gefühl jemanden entäuscht zu haben, durch negative Folgen (zb. kein Fernsehen), durch Angst (Standpauke, Anschreien) oder eben durch Schmerzen.

Für mich ist die Lösung des Schmerzes eine absolut inakzeptabele Art mit der Situation umzugehen. Denn wärend das Schimpfen oder die negativen Folgen der Tat sich ja tatsächlich in ihrer Wirkung nur auf die Tat beziehen, weckt Gewalt und folgender Schmerz auf Dauer oft zu einer kontra-Haltung. Der Bestrafte fragt sich mit der Zeit ob das Schmerzausmaß gerechtfertigt war. Gerade Kinder verlieren schnell den Zusammenhang zwischen Tat und Schmerz, sodass sie gar nicht realisieren dass der Schmerz wegbleiben würde, wenn sie sich anders verhalten würden.

Zudem lehrt Gewalt dem Kind, dass es selber Situationen mit Gewalt lösen kann.

Der Weg der Bestrafung ohne Gewalt ist sicher anstrengender für die Eltern, weil sie reden oder handeln müssen. Aber dem simplen Handheben ind er Wirkung deutlich vorzuziehen. Vorallem weil schlagende Eltern blos aus Dummheit und Faulheit ihren Kindern Schmerzen zufügen.

Ausserdem ist die Anwendung von Gewalt gegen Kinder sowieso ungesetzlich. Gott sei Dank.

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Kommentar von teddybaeruj
01.10.2010, 13:16

Danke für deinen Beitrag und den Verweis auf die Kinderrechte.

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Kommentar von Gartenphilo
01.10.2010, 19:52

"Erziehung beruht ja auf der Idee[, dass] gute und erlaubte Taten belohnt, und schlechte oder verbotene Taten bestraft werden."
Damit zeigst du das Bild auf, wonach sich Erziehung lediglich Konditionierungen (v.a. operante) und (weiter unten) Modelllernen bedient!

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Nein... zu was willst du denn Heranwachsende (oder sonstwen) mit Gewalt erziehen? Wahre Gutmütigkeit können Menschen nur mit einem möglichst großen Selbstbewusstsein zeigen, erst, wenn sie sich sicher sind "ICH bin versorgt". Gewalt zerstört das, es wird sich irgendwann rechen. Im günstigsten Fall so, dass der Mensch "nur" sich selber schadet...

Dass der Mensch erstmal an sich denkt, liegt in seiner Natur... man kann die natürlich unterdrücken, aber dadurch bricht sie trotdzem irgendwann raus und der Mensch hat dann nur noch die Wahl, die Unterdrückung auszuschalten oder sich selbst. Das ist beides nicht erstrebenswert, weil bei dem einen könnte der Erzieher auf ewig Schuldgefühle haben, bei dem anderen draufgehn.

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Niemals Gewalt!!!

...ich mag dieses Wort erziehen im Umgang mit Kindern überhaupt nicht! Ich begleite meine Kinder und lege großen Wert auf gegenseitiges Vertrauen.

Wer handgreiflich wird oder, was noch schlimmer für mich ist, seelische Grausamkeit seinen Kindern gegenüber auslebt, hat eigentlich schon verloren.

Kinder und Jugendliche übernehmen das, was man ihnen vorlebt und somit spiegeln sie das Verhalten der Erwachsenen. Was bleibt ihnen auch anderes übrig? Jeder, der mit Kindern zu tun hat, sollte sich diese Tatsache vor Augen führen.

Es gibt für mich keine Entschuldigung, wenn Erwachsene ein Kind mit Schlägen oder verbalen Erniedrigungen züchtigen und dadurch auf Besserung oder Änderung des kindlichen Verhaltens hoffen! Hier hat in jedem Fall der Erwachsene versagt!

Druck erzeugt Gegendruck oder, wie man in den Wald reinruft, so schallt es zurück! Ganz allgemein lässt sich diese Tatsache auf alle Situationen des menschlichen Miteinanders anwenden ....

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Kommentar von teddybaeruj
02.10.2010, 09:09

So sehe ich das auch. Für mich ist es am schlimmsten, wenn ich mir vorstelle, dass Kinder so lernen, das Liebe irgendwie auch mit körperlicher bzw. seelischer Gewalt einher geht.

Ich danke dir.

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ein bisschen viel fragen auf einmal. klar ist gewalt nicht wünschenswert, manchmal gehts nicht aber anders. gewisse menschen verstehen nur diese sprache. und in der erziehung muss man grenzen setzen, es gibt nichts schlimmeres als kinder/menschen, die nie gelernt haben, dass es gewisse grenzen im menschlichen umgang zu akzeptieren gibt. von dem her, halte ich den klapps auf die hand des kleinen kindes, dass partout nicht hören will und trotz mehrmaligen Hinweisen etwas trotzdem anfassen will was es nicht darf, durchaus für legitim und für das kleinere Übel als schlechterzogene Leute, die dann mit Autorität nicht zu gange kommen.

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Zum Thema der strukturellen Gewalt habe ich an einer anderen Stelle etwas geschrieben. Der Kontext ist etwas anders, aber der dritte Absatz ist perfekt auf die hier schon beschriebene Allgegenwärtigkeit von Gewalt anzuwenden.

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Weiß jemand historische Ereignisse die mit struktureller/personaler Gewalt zu tun haben?

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Wir befinden uns, wie es Bourdieu gesagt hat, in einem permanenten Kampf um Position im sozialen Raum. Das gilt auch für das Erziehungsverhältnis. Es stellt sich grundsätzlicher die Frage, da ja Erziehung in einem Herrschaftsverhältnis stattfindet, ob gewollt oder nicht, und Herrschaft grundsätzlich auf Gewalt, jedoch verschiedenen Formen von ihr, beruht, ob überhaupt eine gewaltfreie Erziehung möglich ist. Zu wenig Grenzen sind nicht förderlich für die Entwicklung des Kindes. Das zeigen verschiedenste Untersuchungen und die gescheiterte antiautoritäre Erziehung.

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Körperliche Gewalt ist grundsätzlich zu bestrafen. Hier übt der Staat dann Gewalt über die Täter aus Es stellt sich natürlich die Frage nach der Kontrolle. Ohne Kontrolle der Einhaltung der Regeln lässt sich scheinbar eine Gewaltfreiheit nicht aufrechterhalten.

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So wie sich Bourdieu vorstellt, dass wir uns in einem permanenten Kampf befinden, so befinden wir uns auch in einem permanenten Netz von Gewalt- und Herrschaftsstrukturen. Also auch, wenn die körperliche Gewalt völlig ausgemerzt werden könnte, würde sich an den Strukturen nichts ändern. Außer natürlich am Sicherheitsempfinden des Einzelnen.

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Kommentar von teddybaeruj
02.10.2010, 09:17

Danke sehr für deine Antwort.

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Gewalt sollte kein Mittel sein, sich in irgendeiner Form durchzusetzen. Es ist ein Zeichen von Hilflosigkeit und Schwäche. Es ist oft auch durchaus ein Zeichen von mangelnder Intelligenz.

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Kommentar von teddybaeruj
01.10.2010, 13:04

Kurz, knapp und wahr. Danke dir.

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Körperliche Gewalt (im Sinn von Prügelstrafe etc.) sollte natürlich kein Bestandteil von Erziehung sein, mal abgesehen davon, dass sie verboten ist, ist es nicht sinnvoll, quasi ein Terrorregime zu errichten. Das wäre keine Erziehung, sondern Dressur und Unterdrückung. Körperliche Gewalt um vor Schaden zu bewahren wäre andererseits wieder notwendig (und ja, es ist auch körperliche Gewalt, wenn man ein Kind festhält, damit es nicht auf die Straße läuft.

Gewalt, die sich nicht körperlich ausdrückt, ist aber fast allgegenwärtig, und meistens sinnvoll. Zur Erziehung gehört es ja auch, dass Kinder lernen, mit dem Leben zurechtzukommen, und da gibt es leider mehr Zwänge, Verbote und Gebote, als einem lieb ist. Und auch der Umgang damit gehört gelernt. Aber auch bei dieser Art von Gewalt gibt es "falsch" und "zuviel". Es kommt da sehr aufs gesunde Maß an.

Astrid Lindgren bezog sich wahrscheinlich auf körperlichen Terror - und da stimme ich ihr zu!

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Kommentar von teddybaeruj
01.10.2010, 14:40

Sinnvolle Gewalt, die sich nicht körperlich ausdrückt? Wie könnte die denn aussehen?

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Zur Begriffsklärung hier den Anfang meines Artikels "Gewalt und Zivilisations-Neurose", erschienen in der Jahreszeitschrift BRÜCKENSCHLAG 2004, Paranus Verlag, Neumünster:

Was ist Gewalt? Andere Worte dafür sind Intensität, Heftigkeit, Energie, Kraft oder Stärke. Damit verbinden wir auch schöne und konstruktive Dinge. Wir sprechen von Intensität der Wahrnehmung, der Gefühle und des Ausdrucks; von Heftigkeit der Liebe; von Lebensenergie; von Tatkraft oder von Stärke der Persönlichkeit. Mit Gewalt brechen Pflanzenkeime durch Straßenbelag und sprengen Baumwurzeln auch dicke Mauern. Ohne (göttliche) Gewalt wäre keine Schöpfung und ohne Naturgewalten die Natur kaum denkbar. Gewalt als Mittel, als Instrument, ist zunächst also weder gut noch schlecht. Gut oder schlecht ist nur die Gesinnung oder Absicht desjenigen, der Gewalt einsetzt. Wie mit jedem anderen Werkzeug müssen wir auch mit Gewalt verantwortungsvoll umgehen. Das aber geschieht heutzutage offenbar immer weniger und der Begriff "Gewalt" ist überwiegend negativ besetzt. Die Medien berichten viel über zerstörerische Gewalt, und wir erleben sie auch selbst im täglichen Leben - in der Schule, am Arbeitsplatz, im Straßenverkehr, in Partnerschaft und Familie. Neben der für jedermann erkennbaren ‚offenen‘ Gewalt gibt es auch ‚verdeckte‘ Gewalt. Sie versteckt sich in der ‚Normalität‘, in den geschriebenen und ungeschriebenen Gesetzen unserer Gesellschaft, in der als normal angesehenen Ordnung des ‚organisierten Systems‘ unserer Zivilisation. Von Kind an werden wir Teil dieser Normalität und sie wird Teil von uns. Deshalb werden wir sie kaum je als Quelle zerstörerischer Gewalt erkennen oder in Frage stellen. So werden wir Opfer dieser Gewalt und krank - ohne die Ursachen zu kennen. Und wenn jemand sie gelegentlich doch erkennt, kann er rechtlich dennoch nichts dagegen unternehmen. Denn auch das Recht ist Teil dieser kranken und krankmachenden Normalität.

Fortsetzung folgt!

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Kommentar von teddybaeruj
01.10.2010, 13:13

Da sagte doch neulich ein scheidender User, GF sei primitiv und oberflächlich.

Schade, dass er deinen Beitrag nicht lesen kann, denn dann würde er diese Meinung überdenken müssen.

Ich danke dir sehr für deine Antwort.

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Kommentar von heureka47
01.10.2010, 13:50

Fortsetzung:

Der Mensch kann sich jedoch von der Gewalt der Zivilisations-Neurose befreien! Er kann lernen, Angst konstruktiv zu überwinden (statt sie nur zu verdrängen); er kann dann die höhere Dimension des Seins und seiner selbst kennen lernen: Sein wahres Selbst; kann das höchste Prinzip des Universums erkennen und sich entscheiden, es zum eigenen höchsten Prinzip zu machen und danach - weitgehend gewaltfrei - zu leben.

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Ich fürchte, Gewalt ist in jedem Bereich des menschlichen Umgangs present, allein wenn der Lehrer in der Schule Zweitklässlern Sechsen androht für den Fall, dass die Hausaufgaben nicht am nächsten Tag vorliegen.

Ist Gewalt nicht jedes Durchsetzten seines Willens gegen den Willen der aNDEREN; OB NUN MIT 2SANFTER gEWALT2 ODER DURch Drohungen und Erpressungen?

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jetzt mal im ernst gewalt KEINE Lösung !!!!! wenn du streit mit jemandem hast dann such das gespräch auf denn es bringt dir nichts nachher im knast zu sitzen wegen körperverletzug oder so was ähnliches.....

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Ja, Gewalt ist eine Lösung. Aber eben nur eine kurzfristige, denn die Ursachen eines Problems werden dadurch nicht gelöst.

Wenn ich einem Kind eine scheuere, um es davon abzuhalten, etwas zu tun, so erreiche ich mein Ziel. Das Bedürfnis des Kindes hinter seiner Aktion wird aber nicht befriedigt, muss sich also langfristig andere Möglichkeiten suchen. Ohne Hilfe wird das wahrscheinlich keine gewaltlose Möglichkeit sein.

Wenn ich einen Dieb dafür einsperre, dass er klaut, löse ich auch sein psychisches Problem und seine Notlage nicht. Nicht einmal die eventuelle Tatsache, dass er dumm wie brot ist und keiner Erwerbsarbeit nachgehen kann oder auch will, beheb ich.

Einsperren wie Scheuern rufen also selber Probleme hervor. Mehr noch: sie machen Opfer oder Unbeteiligte zu Tätern - entweder aus Hilflosigkeit oder gar aus Rache: "Das Schwein sollte man wegsperren!"

Gewalt entsteht also aus Hilflosigkeit. Ich wende, als Erzieher, selber psychische und körperliche Gewalt an, alleine wenn ich ein Kind erpresse: "Das darfst Du erst, wenn ..." oder es festhalte, wenn es wegläuft. Je mehr man das Prinzip verinnerlicht, ohne Gewalt auszukommen und je mehr man nach anderen Lösungen sucht, desto eher wird man auch in akuten Situationen gewaltlos handeln können.

Es wird aber immer Situationen geben, die mich an meine Grenzen bringen. Auch der Staat ist an seinen Grenzen, wenn er darüber diskutiert, Terroristen per finalem Rettungsschutz umzubringen. Diese Möglichkeit in Gesetzen zu manifestieren, hieße das Prinzip der Gewaltlosigkeit zu unterminieren. Stattdessen müsste immer darauf geachtet werden, dass ein solcher Schuss nicht tödlich ist, sondern nur handlungsunfähig macht, entweder durch die Zielvorgabe oder durch nicht-tödliche Waffen. Das Restrisiko kann der Täter tragen - wer ihn aber von Vornherein zur Sache degradiert und für unheilbar erklärt, widersprich allem, was Kindern beigebracht wird.

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Kommentar von teddybaeruj
02.10.2010, 09:18

Danke sehr!

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Gewalt erzeugt Gewalt. Daher, keine Erziehung mit Gewalt. Kein Lernen mit Gewalt, denn Gewalt erzeugt Angst bei Kindern. Angst verhindert gutes Lernen. Es setzen sich so einige Menschen mit Gewalt durch, weil sie andere Menschen eingeschüchtert haben. Allerdings halte ich das für emotionale Schwäche.

Interessant ist auch: "Wo fängt Gewalt an?"

So viele Menschen wissen gar nicht, dass sie Gewalt ihren Nächsten gegenüber ausüben. Das kann dann die seelische Gewalt sein. Diese ist nicht zu unterschätzen, denn sie liegt verborgen und kann viele Jahre schlummern.

Also mit Gewalt kannst Du zwar weiter kommen, wirst aber nie richtig glücklich werden. Es gibt andere Alternativen.

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Eigentlich sollte erstmal der Begriff Gewalt klar definiert sein.

Rohe Gewalt, unter der ich Schläge und andere körperliche Übergriffe im Sinne von Schmerz zufügen wollen verstehe, gehören für mich nicht zu einer Erziehung.

Mentale Gewalt, in der ich meine Kinder durch bewußte handlungen, die, wie ich vorher weiß, zutiefst verunsichern und schmerzen, nicht körperlich sondern seelisch, dürfen auch nicht dazu gehören. Hiermit meine ich gezielte Nichtbeachtung des Anderen, Bloßstellung seiner Schwächen, Lächerlich machen vor Anderen, eben vorführen. Abwertende Beurteilungen etc.

Doch ist es nicht auch Gewalt, wenn ich in bestimmten Punkten meine Meinung, meine Entscheidung als unumstößlich deklariere. Ich möchte, daß eine bestimmte Sche in einer bestimmten Form zu einem bestimmten Zeitpunkt gemacht wird. Da gibt es keine Diskusion. Ich beharre auf mein Recht des Stärkeren. Ich übe dann auch Gewalt aus, indem ich meine Position ausnütze. Dies halte ich für selbstverständlich.

Bedauerlicherweise habe ich etwas lange gebraucht, um zu kapieren, daß es nicht nur ein freundliches Miteinander mit Kindern und auch Ehemännern geben kann. Nicht alles ausdiskutieren. Zum richtigen Zeitpunkt bitte schön dieWeisungsgewalt einsetzen. OK hört sich vielleicht etwas überheblich an, doch kann durch die Gleichstellung des Begriffes Macht/ Gewalt etwas abgemildert werden.

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Kommentar von Entdeckung
02.10.2010, 07:58

Das hört sich nicht überheblich an. Das ist eine Tatsache. Und ... wer anderen Menschen nicht zeigt, wo die eigenen Grenzen beginnen und die des anderen enden müssen, der kann deswegen nicht "friedlicher" leben.

Und was die Erziehung der Kinder betrifft. Kinder fordern geradezu (wie wir alle wissen) ihre Eltern (Erzieher) heraus, sich mit ihnen zu messen. Grenzen müssen gezeigt und gesetzt werden.

Machen dies nicht die Eltern, dann machen es die Kinder. So einfach ist das.

Und das ist eine Notwendigkeit, sie liegt in der Natur und der Entwicklung des Menschen begründet.

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Kommentar von teddybaeruj
02.10.2010, 09:15

Liebe Merzhi, auch ich habe gemerkt, wie vielfältig der Begriff der Gewalt verstanden wird. Ich denke nicht, dass du mit deinem Recht als Mutter wie du es beschreibst Gewalt in meinem Sinn (bzw. Astrid Lindgrens) anwendest.

Danke dir herzlich für deinen Beitrag.

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Wenn Kinder mit Gewalt erzogen werden haben sie Angst aber noch lange keinen Respeckt. Also bringt Gewalt in der Erziehung gar nichts,es schadet dem Kind nur. Die Gewalt von zu Hause wird an andere(meißt schwächere) Kinder weitergegeben. Also ist das ganze ein Kreislauf. Also ist Gewalt eine sehr schlechte Lösung,es gibt weit aus bessere.

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NEIN!

Aber es nützt niemanden, diejenigen zu verurteilen, die es dennoch tun, denn sie sind es, die zuerst Hilfe benötigen.

Meist ist es ein Akt der Hilflosigkeit. Es sind Menschen, die mit sich selbst nicht im Reinen sind, oftmals selbst Gewalt erfahren haben.

Dann sind die gesellschaftlichen Verhältnisse nicht unbedingt dazu angetan, gelassen und mit innerem Frieden unsere Kinder zu betreuen. Es ist ein großer Unterschied, ob ein Kind in einem Familienverbund aufgehoben ist und damit mehrere Bezugspersonen zur Verfügung stehen, oder ob eine Mutter alleine auf sich gestellt ist und das Kind (Kinder) rund um die Uhr betreuen darf. Da kann schon mal die Puste ausgehen.

Fazit:

Um Kindern liebevoll und gewaltfrei zu begegnen, muss ich bei mir anfangen, meinen seelischen Müll raus bringen, um inneren Frieden und Gelassenheit zu finden.

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Kommentar von teddybaeruj
02.10.2010, 09:12

Ich bin zuversichtlich, dass du meine Frage nicht als Verurteilung empfunden hast, denn das soll sie nicht sein.

Da kann man allen "Vorbildern" eine gute Selbsterkenntnis wünschen und hoffen, dass viele den Weg zu sich selbst auch finden.

Ich danke dir sehr.

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Gewalt ist keine Lösung - das lernen die Kinder heute schon in der Kita und in der Schule. Bloß die Erwachsenen halten sich nicht daran, was ihre Hilflosigkeit ausdrückt.

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Kommentar von teddybaeruj
01.10.2010, 13:10

Für mich ist die Frage, was es nutzt, wenn Kinder das lernen und ihre Vorbilder das nicht leben können. Bleibt da nicht der beängstigende Eindruck zurück, dass Liebe und Gewalt miteinander in Verbindung stehen, weil Eltern in ihrer Hilflosigkeit die falsche Wahl der Mittel praktizieren?

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Lieber Teddy,

jetzt sitz ich tatsächlich in Ungarn und denke über Gewalt in der Erziehung nach....


Für mich ist Gewalt ein Zeichen dafür, dass diejenige Person, welche sie ausübt, sich verbal nicht mehr zu wehren weiss.

Ich hab jetzt nur ein paar Antworten kurz überflogen, aber wie ich sehe, ist wenigstens die Mehrheit absolut davon überzeugt, dass Gewalt ein NoGo ist.Das freut mich natürlich.

Bei der Erziehung Heranwachsender kann ich zwar nicht wirklich mitreden, da ich ja keine Kinder hab, doch beobachte ich meine Geschwister und Freunde, wie sie mit ihren Kindern in der Erziehung umgehen.Sie wissen, wenn ich sehen würde, dass bei einem der Kinder Gewalt angewandt würde, wäre ich die Erste, die dazwischen geht.

Man kann ein Kind auch ohne Gewalt durch's Leben begleiten.Meine Meinung!

LG Marion

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Kommentar von teddybaeruj
02.10.2010, 09:07

Danke, liebe Marion.

Und ganz liebe Wünsche in die Ferne...

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Aus einer emotionalen Bedrängnis kann man sich nur durch Loslassen lösen, nicht durch Gewalt. Gewalt bindet emotional, Verzeihen löst und erlöst und macht frei für bessere Strategieen.

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Gewalt ist das aller letzte durch gewalt kommt mann nicht voran in garnichts egal was du machst

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