Kann es sein, dass man nach einer gewissen Zeit einfach nichts mehr spürt, wenn man lange genug traurig war?

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Das wird mit der Zeit besser. Vergessen tut man das nie. Eine Freundin von mir hat sich auch erhängt. Es gab absolut kein Anzeichen.

Wir waren an dem Tag bei ihr und sie war wie immer. Dann hat sie gewartet bis alle weg waren und ging auf den Dachboden.

Wir waren alle geschockt und haben überlegt ob es nicht doch Anzeichen gegeben hat und wir diese übersehen haben.

Mit der Zeit denkt man nicht mehr dauernd daran, aber vergessen tut man es nicht.

Wir hatten einen Psychologen der uns zur Seite stand. Vielleicht suchst du dir auch Hilfe.

Ich wünsch dir alles Gute

Danke für den Stern

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Hallo greyblckaelly,

erst einmal möchte ich Dir sagen, dass es mir leid tut, dass Du so etwas Schlimmes erleben musstest! Wenn ich Dich richtig verstanden habe, meinst Du, ob  nach längerer Zeit der Trauer der Schmerz irgenwann ganz verschwindet. Nun, wenn man einen Menschen sehr geliebt hat, dann wird einen ein gewisser Schmerz  wohl das ganze Leben lang begleiten. Doch wird er  irgendwann nicht mehr ganz so groß sein wie am Anfang.

Ich selbst habe vor wenigen Jahren meinen Vater, meine Mutter und eine meiner Schwestern relativ kurz hintereinander durch den Tod verloren. Ich weiß daher, dass der Schmerz nach dem Verlust eines geliebten Menschen sehr groß sein kann und man braucht unter Umständen sehr viel Zeit, um diesen Schmerz verarbeiten zu können. Mir hat jemand einmal erklärt, dass jeder auf eine andere Weise trauert und es auch kein Zeitmaß für die Trauer gibt. Das hat mir schon sehr geholfen. Ich finde es auch immer sehr hilfreich, wenn man mit jemandem über meine Gefühle sprechen kann, der vielleicht Ähnliches erlebt hat und sich am besten in meine Lage hineinversetzen kann. Für den Trauernden ist es nämlich schon eine große Erleichterung, jemanden zu haben, der verständnisvoll zuhört.

Was ebenfalls Erleichterung bringen kann ist, wie ich finde, zu weinen. Ja das Vergießen von Tränen der Trauer ist ein wichtiger und notwendiger Bestandteil des Heilungsprozesses. Hinterher fühlt man sich immer ein wenig erleichtert. Ich glaube, es ist gar nicht gut, wenn man irgendwie versucht, vor anderen seine Gefühle zu verbergen und stark sein zu wollen. Seinen Tränen freien Lauf zu lassen, hilft am besten bei der Trauer.

Am meisten aber hilft mir die Hoffnung, die die Bibel im Hinblick auf die Verstorbenen gibt. Da ich mich viel mit der Bibel beschäftige, hat es mich sehr getröstet, das zu lesen, was Jesus einmal über die Toten sagte: "Denn so, wie der Vater die Toten auferweckt und sie lebendig macht, so macht auch der Sohn die lebendig, welche er will. Wundert euch nicht darüber, denn die Stunde kommt, in der alle, die in den Gedächtnisgrüften sind, seine Stimme hören   und herauskommen werden... zu einer Auferstehung" (Johannes5:21, 28 u. 29a).

Diese Verheißung beschreibt, dass Millionen von Verstorbenen wieder auf der Erde leben werden, und zwar unter besseren Verhältnissen als heute. Wir werden sie so sehen, wie wir sie gekannt haben und können sie dann endlich wieder in unsere Arme schließen! Ist das nicht großartig?

Die Bibel lässt auch erkennen, dass wir dann unter friedlichen, paradiesischen Verhältnissen leben werden. Dazu heißt es in den Psalmen: " Die Gerechten selbst werden die Erde besitzen, und sie werden immerdar darauf wohnen" (Psalm 37:29). Diese wundervollen Aussichten, die die Bibel gibt, haben schon Millionen Trauernden geholfen, besser über den Verlust eines lieben Menschen hinwegzukommen. Ja, die Hoffnung auf die Auferstehung kann den großen Schmerz, den ein Trauernder empfindet enorm lindern!

Ich kann von mir jedenfalls sagen, dass mir diese Hoffnung sehr hilft, besonders dann, wenn alles um mich herum grau und trüb aussieht. Ich bin Gott sehr dankbar dafür, dass er uns diese schönen Verheißungen gegeben hat und ich bin felsenfest davon überzeugt, dass er sie auch erfüllen wird.
Alles Gute und viel Kraft bei der Trauerbewältigung!

LG Philipp

Das kann ich so nicht bestätigen... also bei mir persönlich ist der Todesfall einer geliebten, mir nahestehenden Person jetzt über 3 Jahre her und ich kann dir sagen das ich jeden einzelnen Tag sehr oft noch an die Person denke und der Schmerz immer noch genauso schlimm ist.

Vor allem wenn ich irgendwas erlebe, wo ich mir denke das hätte ihr jetzt auch Spaß gemacht oder ich ihr es einfach wahnsinnig gerne erzählen würde. Es passiert mir oft das ich mir denke ich würde ihr gern sagen wie sehr sie mir fehlt und wie schlimm es ohne sie ist. Grad dann kommt es mir so vor als würde alles wieder von vorne los gehen.

Das einzige Trost ist denke ich das man mit der Zeit lernt mit dem Schmerz besser umzugehen und lernt sich über die Zeit die man gemeinsam hatte zu freuen und dankbar dafür zu sein, als nur den Verlust zu betrauern.  

Alles Gute, LG

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