Kann es sein, dass fast jeder Stern Planeten hat?

9 Antworten

Hallo darjwhisper,

richtig ist, dass die ersten Exoplaneten, die man entdecken konnte, Gasriesen waren - genau so, wie Du schreibst: Große Planeten, die ihre Zentralsterne nahe umkreisen, sind am leichtesten nachzuweisen. Mit Kepler (dem Teleskop, nicht dem Astronom ;-D) und Spitzer (auch ein Teleskop) war es aber durchaus mittlerweile möglich, die Messgenauigkeit auf erdähnliche Planeten zu steigern.

Dabei entdeckt man allerdings auch nur Planeten, die genau oder zumindest in etwa in einer Umlaufbahn sind, die dazu führt, dass sie von uns aus gesehen ihren Stern bedecken oder fast bedecken (in diesen Fällen weist man die "Zappelbewegung" des Sterns bei der Rotation um das gemeinsame Baryzentrum nach).

Allerdings kann man aus den daraus gefundenen Häufigkeiten hochrechnen und abschätzen, wie viele der Sterne der Milchstraße von Planeten umgeben sein dürften, denn man hat ja nur noch ein geometrisches Problem vor sich (hochrechnen vom Prozentsatz des Winkels, den die Beobachtungen abdecken zur Vollkugel).

Was man in diesen zwei Jahrzehnten, in denen dies technisch möglich ist, entdeckt hat, ist, dass die Ausbildung eines Planetensystems bei der Entstehung eines Sterns zumindest als Normalfall scheint. Ganz sicher ist man aufgrund der doch noch relativ kurzen Beobachtungszeit allerdings nicht.

Wie Roderic auch richtig schreibt, gibt es von diesem "Normalfall" aber Ausnahmen, von denen der wichtigste die Mehrfachsternsysteme sind. Zwar hat man in weiten Doppelsternsystemen inzwischen (überraschenderweise) auch schon einzelne Planeten gefunden, aber je enger die Doppel- und Mehrfachsterne einander umkreisen, desto mehr dürften stabile Planetenbahnen die Ausnahme werden.

Anderen Sternen könnten ihre Planeten im Laufe der Jahrmilliarden durch Vorbeizüge von anderen Sternen gravitativ entrissen worden sein. Wir dürfen bei der Hochrechnung nämlich nicht vergessen, dass wir bisher Planeten doch eher in der unmittelbaren Sonnenumgebung entdecken - und wir liegen nun einmal in einer eher "ruhigen Ecke" der Milchstraße. In anderen Regionen ist die Sterndichte höher und gravitative Störungen werden dadurch wahrscheinlicher.

Und einen dritten Fall sollte man erwähnen: Sehr heiße, blaue Überriesen bilden zwar möglicherweise bei ihrer Entstehung Planeten aus, nach Leben brauchen wir in diesen Systemen nicht suchen: Mit nur wenigen Millionen Jahren Lebensdauer des Zentralsterns, hat "Leben" einfach zu wenig Zeit, sich entwickeln zu können.

https://www.ds.mpg.de/2629896/Haben_alle_Sterne_Planeten

Grüße

Die meisten Sterne besitzen wohl Planeten, aber sicherlich nicht alle. Da selbst die ältesten Sterne der 2. Generation entstammen (Sterne der 1. Generation kann es nicht mehr geben, da diese nur sehr kurzlebig waren), sollten diese bereits über schwere Elemte (über der Masse von Eisen) verfügt haben und dann könnten sich aus dem Material auch Planeten geformt haben. Die Sonne ist ein Stern der 3. Generation, die Materiewolke aus der sie entstand muss also schon einen recht hohen Anteil an schweren Elementen wie Eisen, Silizium usw. (und einem noch höheren Anteil an leichten gasförmigen Elementen) gehabt haben, daher konnten auch recht viele Planeten entstehen. Ob nun 8 Planeten für einen Stern der 3. Generation normal, wenig oder viel ist kann man nicht sagen, bisher wurde noch kein Stern entdeckt, der 8 Planeten hat. Aber es ist in der Tat schwer sehr kleine Planeten zu entdecken, weil das Licht des Sterns diese überstrahlt oder die Helligkeit des Sterns nur unmerklich abnimmt, wenn der Planet an diesen vorüberzieht. Anhand der Bahnen und der Abstände von Exoplaneten eines Sterns kann man vermuten, dass es noch kleinere gibt, die man aber noch nicht entdecken konnte. Die derzeitige Technik ist noch nicht so weit.


Hey,

du guckst offensichtlich die falschen Dokus. Haben die dir auch erzählt, dass meine Mutter ein Gasriese ist? Willst du mich provozieren?

Heute beläuft sich die statistische Auswertung auf die Aussage, dass jeder zweite Stern von mindestens einem Planeten umkreist wird. Entdeckungsmethoden wie der Transit sind darüber hinaus nur bei entsprechenden geometrischen Verhältnissen sinnvoll durchzuführen. Außerdem gibt es nach wie vor ein Problem mit den sehr dunklen Sternen, bei denen die technischen Hilfsmittel an ihre Grenzen stoßen...

Lg Nikolai

jeder zweite Stern von mindestens einem Planeten umkreist wird

Das klingt aber anders, als wenn man schreiben würde, auf jeden Stern kommen zwei Planeten.

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