Kann es sein, dass die SPD feministischer sind als die FDP?

6 Antworten

Die SPD möchte jedenfalls die Frauenquote ausweiten und auch in ihren Führungspositionen mehr Frauen einsetzen.

Die FDP stattdessen ist gegen eine fixe Frauenquote, allerdings sollte man sich deren Begründungen schon einmal zu Gemüte führen:

Wir Freie Demokraten wollen mehr Frauen in Führungsverantwortung, sowohl in der Wirtschaft als auch im Öffentlichen Dienst. Frauen sind in der Leitung von Unternehmen und anderen Führungspositionen sehr erfolgreich und gemischte Teams arbeiten produktiver und erfolgreicher. Wir erwarten daher von Unternehmen in Deutschland eine deutliche Verbesserung des Frauenanteils in Führungspositionen und werden uns dafür auch im Öffentlichen Dienst einsetzen. Eine gesetzliche Quote lehnen wir jedoch ab: So werden Frauen zu Platzhaltern degradiert und nicht entsprechend ihrer Leistungen gewürdigt. Wir setzen vielmehr auf Anreize für die Unternehmen, verbindliche Berichtspflichten und transparente Selbstverpflichtungen.

Quelle: https://www.fdp.de/forderung/86-2

Weitere Artikel, die sich mit der Position der FDP beschäftigten:

Danke :) aber würde das nicht jeder so schreiben, um viele Wähler zu kriegen? De SPD ist ja auch für einen gesetzlichen Beschluss, dass Frauen und Männer in gleichen Positionen den selben Lohn bekommen sollen. Wo bleibt bei der FDP der Grund, dass man darauf vertrauen kann? 

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@loewenherz17

Diesen Einwand kann ich nachvollziehen, der Text der FDP ist entsprechend positiv bedacht formuliert worden. Allerdings kann man nun nicht jeder Partei, trotz des Wahlkampfes, vorwerfen, sie würde dem Wähler etwas vorlügen. Im Grunde beziehen sie zu einer Frage einfach nur Stellung und begründen das auch. Alle die, die Einwände gegen diese Logik hatten, konnten eine andere Partei wählen. Inwiefern die Partei ihre Meinung durchsetzt / durchsetzen kann, wird sich zeigen.

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Weil jede Frauenquote 

- die Männer benachteiligt und damit gegen das Diskriminierungsverbot verstößt,
- weniger Qualifizierte nach oben hievt, nur weil sie das "richtige" Geschlecht haben, 
- damit die Gesamtqualität der Politik herabsetzt,
- diejenigen Frauen, die es auch ohne Quote geschafft hätten, als bloße "Quotenfrauen" erscheinen lässt, die nicht durch Qualität gepunktet haben. 

Quoten sind immer schlecht. Beispiel: Frauenquote in der Führung von Chemieunternehmen

In Chemieunternehmen sind sehr wenige Frauen beschäftigt. Einfach deshalb weil viel mehr Männer als Frauen gerne mit Chemie arbeiten. Der Zwang, die Aufsichtsräte eines Chemieunternehmens mit 30 % Frauen zu setzen, löst im Management blanke Verzweiflung aus. Wo sollen sie diese Quotenfrauen hernehmen? Also werden zähneknirschend auch wenig Qualifizierte genommen. 

Stimmt, gut argumentiert! :) Aber gehen wir mal von diesem Bereich weg und kommen zur Wirtschaft. Vorsitzende eines Unternehmens sind mehr Männer als Frauen. Das war schon immer so. Wie kommt man von diesem Bild weg? 

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@loewenherz17

vorsitzende eines unternehmens müssen halt 24/7 365 tage im jahr da sein und da sich oft die mütter um die kinder kümmert muss nur mal das kind krank werden und schon fällt man 2 tage aus

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Schwieriges Thema.

Frauenquoten sind "Krücken".

Eigentlich nicht echt gut. Aber vielleicht hilfreich, einen Fortschritt zu ermöglichen.

Ich selbst glaube gar nicht an die üblichen Geschlechter. Vielleicht, weil ich Bio und Psychologie und diverses andere studiert habe. Und Menschen kenne, die definitiv nicht in platte Schubladen passen.

Aber wenigen Jahrzehnten musste eine Ehefrau in Deutschland eine Einverständniserklärung ihres Gatten vorlegen, wenn sie sich für einen Job bewerben wollte.

In Frankreich war es bis in die 60er Jahre verboten, dass Frauen Hosen in der Öffentlichkeit trugen, sofern sie das nicht mit dringenden beruflichen Gründen rechtfertigen konnten.

In Saudi-Arabien denkt man HEUTE darüber nach, ob Frauen ein Kraftfahrzeug führen dürfen.

Eine "Frauenquote" ist eine beschränkte Lösung. Aber die meisten Menschen sind leider noch beschränkter, und brauchen deshalb wohl Druck von oben, um alle Menschen als gleichwertige und gleichberechtigte Menschen zu akzeptieren.

Die FDP vertritt sehr bestimmte Interessen.

Hm.... wer spendet dieser Partei große Summen?

Männer, die solche Unternehmen leiten, haben irgendwie eher wenig Bock auf (weibliche) Konkurrenz. Oder darauf, Steuern zahlen zu müssen.

Die FDP wirkt dafür perfekt.

Es gab tolle und starke Frauen in der FDP. Hildegard Hamm-Brücher... wow... Aber die trat nach mehr als 50 Jahren Mitgliedschaft sehr bewusst aus der FDP aus. Auch wegen diesem Thema.

"Freiheit" meinte für sie eine Chance zur gleichberechtigten Selbstentfaltung ALLER Menschen, unabhängig von Herkunft, Geldbeutel der Eltern, Hautfarbe oder Geschlecht.

Liebe Grüße,

Tanja 

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