Kann es sein, dass die meisten Menschen keine Ahnung von Politik haben?

...komplette Frage anzeigen

14 Antworten



Kann es sein, dass die meisten Menschen keine Ahnung von Politik haben?

Das ist eine schwierige Frage, aber generell würde ich der Aussage zustimmen, dass sich sehr viele und leider immer mehr Menschen mit politischen Themen überhaupt nicht auseinandersetzen. Politik ist überwiegend rational zu bewerten. Stattdessen lassen sich mehr und mehr Menschen emotional verleiten, politische Vorgänge und Entwicklungen positiv oder negativ zu bewerten. Den meisten Menschen fehlt es an Bildung und/oder Wissen, um zu abgewogenen, differenzierten Urteilen zu gelangen. Beliebt ist bei vielen Menschen die grundsätzlich negative Bewertung alles Politischen, was sich bei Wahlen darin äußert, dass sie nicht politisch klug, sondern aus gefühlsmäßigem Protest heraus die seltsamsten Parteien wählen (wollen). 


...kann es sein, dass sie meisten Menschen überhaupt nicht wissen, was für einen Job Angela Merkel überhaupt hat? Alle sagen immer, dass sie blöd wäre o.Ä., wobei sie doch kaum etwas ernsthaftes politisches absolut Bestimmen kann...


Ja, das kann sehr gut sein. Wenn selbst Abgeordnete in den Parlamenten unsere Verfassung, das Grundgesetz, textlich nicht mehr kennen, geschweige vom Sinngehalt her begreifen, dann darf man vom Volk auch nicht mehr erwarten. Das Grundgesetz ist gewissermaßen das "Gebetbuch" des Abgeordneten und sollte in einer Demokratie auch dem Souverän, dem Volke, nicht ganz unbekannt sein.

Mit Recht verweist der Fragesteller auf die herbe Kritik, die an der Kanzlerin Merkel geübt wird. Auch ein Kanzler ist nur ein Mensch, der Fehler macht. In unserer Demokratie ist der Kanzler zweifellos das wichtigste politische Amt. Seine Richtlinienkompetenz wird allerdings überschätzt. Gerade in einer Koalitionsregierung müssen soviele Rücksichten genommen werden, dass der Kanzler eher als Moderator denn als Richtliniengeber seine Kompetenzen beweisen muss. Ein Kanzler muss dabei nicht nur die unterschiedlichen Interessen in seinem Kabinett ausgleichen, sondern auch mit Hilfe der Fraktionsvorsitzenden der Regierungsparteien um Mehrheiten für politische Beschlüsse werben. Nur unter bestimmten Voraussetzungen, in einer Ausnahmesituation wird ein Kanzler von seiner Richtlinenkompetenz Gebrauch machen, denn er muss damit rechnen, dass die Regierungskoalition platzen und er damit sein Amt verlieren könnte.

Dafür ist der Bundestag der von UNS gewählt wird verantwortlich...

Das ist eine ganz wesentliche Aussage! In der Tat ist es nicht so sehr die Regierung, die die Politik bestimmt, sondern es ist das vom Volk gewählte Parlament. Das Parlament wählt und kontrolliert die Regierung, wobei für die Kontrolle der Regierung und auch des Parlaments selbst weitere Institutionen zuständig sind: der Bundespräsident, der Bundesrat und das Bundesverfassungsgericht.

Eine Regierung braucht für seine Politik immer die Zustimmung einer Mehrheit der vom Volk gewählten Abgeordneten, sonst können keine Gesetze oder internationalen Verträge geschlossen werden. Die Regierung muss also die eigenen Regierungsparteien - denn Koalitionen sind in der Geschichte der bundesdeutschen Demokratie der Regelfall - ebenso wie die Opposition von ihrer Politik überzeugen - in gewissem Rahmen auch die Opposition, die, wenn sich die Regierung(skoalition) nicht wenigstens verfassungskonform verhält, vor dem Bundesverfassungsgericht klagen kann. Schließlich muss jedes Gesetz auch durch den Bundesrat, sodass auch die Länderinteressen Berücksichtigung zu finden haben.

Was sagt uns das? Es wird deutlich, dass kein Kanzler, keine Regierung und auch keine Mehrheit der Regierungsparteien im Parlament tun und lassen können, was sie wollen, sondern in ihrer Arbeit immer irgendeiner Kontrolle und damit Bewertung unterliegen.

Auch die Rolle der Öffentlichkeit darf nicht unterschätzt werden. Denn von den Wahlentscheidungen des Volkes hängt es ab, dass eine Regierung gewählt oder irgendwann wieder abgewählt wird. Insofern trifft das Volk gerade bei Wahlen wesentliche demokratische Entscheidungen, die die weitere Entwicklung Deutschlands bestimmen. Daher ist die zunehmende politische Interessenlosigkeit des Volkes, die bei manchen Bürgern mit einer trotzig-protestierenden Hinwendung zu radikaleren Parteien einhergeht, durchaus bedenklich. Nicht die Regierungen oder die demokratischen Parteien, sondern es ist das Volk selbst, das zu einer Gefahr für die Demokratie werden könnte, wenn die Hinwendung von immer mehr Bürgern zu einem politischen Irrweg sich fortsetzt.

Kann es nicht viel eher sein, dass die momentane politische Situation niemanden wirklich interessiert, hauptsache einer hat gesagt sie wäre doof und alle schließen sich an?


Wenn das Volk politisch interessierter und urteilsfähiger wäre, dann würde es über seine eigenen Dummheiten klagen, sich politisch mehr informieren und engagieren, statt nur über bestimmte Entscheidungen der gegenwärtig amtierenden Kanzlerin Merkel zu schimpfen. Gerade diejenigen, die am lautesten schimpfen, sind auch die, die keine konstruktiven Lösungen von Problemen vorschlagen können! Ihre Ziele sind, gewollt oder nicht gewollt, nicht konstriktiv, sondern destruktiv!

MfG

Arnold




Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Kann es sein, dass die meisten Menschen keine Ahnung von Politik haben?

Ja. Selbst einfachste Grundbegriffe und simpelstes Grundlagen-Wissen überfordert die meisten Menschen völlig. Das kannst du mit Leichtigkeit auch hier in der Liste der Antworten nachvollziehen.

Bestes Beispiel: Der Glaube, man gehöre einer "Mitte" an. Das klingt, oberflächlich betrachtet, wunderbar beruhigend. In der "Mitte" ist viel Platz. Doch diese "Mitte" hat nie existiert; und sie wird nie existieren. Vielmehr handelt es sich dabei um eine "Rechte on hold", wie die Weimarer Republik und nach ihr die Nazi-Diktatur eindrucksvoll gelehrt haben. 

Es sind also Leute, die aus verschiedensten Gründen kein Interesse an einer politischen Festlegung haben; sich im Zweifel, also wenn sie sich festlegen müssen, jedoch IMMER (weit) nach rechts orientieren.

kann es sein, dass sie meisten Menschen überhaupt nicht wissen, was für einen Job Angela Merkel überhaupt hat?

Die meisten werden schon wissen, dass sie Bundeskanzlerin ist. Doch darüber hinaus dürfte sich das Wissen bereits erschöpfen, ja.

Alle sagen immer, dass sie blöd wäre o.Ä., wobei sie doch kaum etwas ernsthaftes politisches absolut Bestimmen kann

Das ist richtig und falsch zugleich. 

  • Richtig daran ist, dass du Recht hättest, wenn du von einer "echten und grundgesetzkonformen Demokratie" ausgehen könntest. 
  • Falsch daran ist, dass du glaubst, von einer "echten und grundgesetzkonformen Demokratie" ausgehen zu können.

Frau Merkel ist nicht nur Bundeskanzlerin und damit "Chef der Regierung" (= grundgesetzkonform); sie ist zugleich auch "Anführerin der größten Bundestags-Fraktions-Koalition" (= i.S.d. Grundgesetzes wegen der (ungewollten) Machtkonzentration hochproblematisch und (teilweise) grundgesetzwidrig).

In diesem Sinne hat sie quasi die exekutive Arbeit der Regierung UND die (legislative) Kontrolle der Regierung inne. Sie ist also imstande, ihre eigene Arbeit zu kontrollieren und zu bewerten.

Und in dieser Funktions-Kombination stimmt nicht, was du sagst: Tatsächlich kann sie (nahezu beliebige) "ernsthafte politische [Dinge] absolut bestimmen".

Es ist also de facto keine "Demokratie i.S.d. Grundgesetzes" (s. "Gewaltenteilung"), sondern im aktuellen Zeitpunkt eine faktische Diktatur einer "Regierungs-Parteien-Koalition"; und in der gesamten Zeitspanne eine Aristokratie der Berufspolitiker.

Dafür ist der Bundestag der von UNS gewählt wird verantwortlich.

Theoretisch? Ja. In der Praxis verhindern das aber "Regierungs-Koalition" und "Fraktions-Zwang" sehr wirkungsvoll.

Infolge des Macht-Übergriffs der Regierung auf die "Regierungs-Partei" bzw. die "Regierungs-Koalition" können wirkungsvolle Durchmärsche realisiert werden, die - wie etwa in der aktuellen Konstellation, in der die beiden großen Regierungsparteien auch den Bundesrat beherrschen und den Bundespräsidenten abhängig gemacht haben - komplette diktatorische Auswirkungen haben, gegen die "der Bundestag" (also letztlich nur die verbliebene Minimal-Opposition) nicht das Geringste ausrichten kann.

Oder einfacher ausgedrückt: Der Bundestag ist als legislatives Auftrags- und Kontrollinstrument der Regierung macht- und zahnlos. 

Kann es nicht viel eher sein, dass die momentane politische Situation niemanden wirklich interessiert, hauptsache einer hat gesagt sie wäre doof und alle schließen sich an?

Ja. Der Herdentrieb ist ein gewaltiger Motor. Es ist in vielfacher Hinsicht sehr viel leichter, sich vorgefertigten Meinungen anzuschließen, als eine eigene Meinung zu entwickeln. Nicht zuletzt deshalb, weil das "normale Leben", also der tägliche Kreislauf Arbeit-Essen-Familie-Arbeit, schon anstrengend genug ist. 

In diesem Sinne ist - gerade internationale und überregionale - Politik für die allermeisten Menschen VÖLLIG UNINTERESSANT. Sie entzieht sich einfach ihrem Horizont. Sie wird zu einem "vagen und unbestimmbaren Gefühl".

Auch das kannst du leicht beobachten: "Grenzen zu!" ist so eine "politische Einstellung".

Damit wird kein einziges Problem gelöst. Aber es wird aus den Augen geschafft. Und damit verliert es schlagartig jede Bedeutung und Wichtigkeit. Es ist für diese Menschen "erledigt". Und das obendrein auch "doppelt positiv": Sie müssen sich weniger um ihre kargen Pfründe sorgen, weil nun ein paar Leute weniger am Tisch Platze nehmen wollen; und sie haben ein "Problem gelöst", also ein endorphinbelohntes Erfolgserlebnis errungen.

Ihr Hirn kommt gar nicht auf den Gedanken, dass "Grenzen zu!" gar nicht bewirken kann, dass die Fluchtgründe verschwinden und folglich die Flüchtlinge nicht mehr flüchten. Vielmehr assoziieren sie eigene Erfahrungen damit: "Wenn die Kneipe geschlossen hat, dann gehe ich halt nach Hause. Also machen die Flüchtlinge das auch, wenn wir die Grenzen schließen."

... also muss man nur noch einen Verantwortlichen finden (eigene Verantwortung ist schließlich ausgeschlossen), der daran Schuld trägt, dass die Kneipe immer noch geöffnet ist. Und das ist nun einmal der Wirt, also der Bundeskanzler...

So simpel ist die Welt der meisten Menschen...

Doch es ist tatsächlich menschlich. So sind Menschen gestrickt. Und deshalb sind sie sehr viel kompetenter, wenn es um die Entscheidung geht, ob neben dem Ortseingangsschild eine Blumenrabatte gebaut werden soll; als wenn es um die Entscheidung geht, welche Auswirkungen die Rückkehr zur DM auf die deutsche Wirtschaft hätte.

Wenn dann noch dazukommt, dass der Bundestag, kraft der Machtkonzentrationen an verschiedenen Stellen, vieles macht, nur nicht die Regierung zu kontrollieren, ... nun, dann kann einem ernsthaften Demokraten schon Angst und Bange werden...

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Interesierter 17.08.2016, 09:43

Offenbar hast du den Bundesrat in deinen Überlegungen vergessen.

1
Unsinkable2 18.08.2016, 08:11
@Interesierter

Offenbar hast du den Bundesrat in deinen Überlegungen vergessen.

Den habe ich nicht "vergessen", Interesierter: Den kannst du "vergessen". Er spielt in dieser Betrachtung keine Rolle, weil (a) er sich kongruent verhält und (b) der "demokratische Einfluss" auf ihn - ebenso, wie der auf die Bundesregierung - nahe NULL liegt.

Im Bundesrat sitzen die Ministerpräsidenten; also ebenfalls die (regionalen) Partei-Eliten der (überregionalen) Parteien, aus denen sich letztlich wiederum die "Gesamt-Partei-Eliten" zusammensetzen.

Solange hier keine Divergenzen - von Antipoden wagt man ja schon gar nicht mehr zu träumen - existieren, ist der Bundesrat nur eine "zum politischen Opportunismus gezwungene Versammlung regionaler Partei-Fürsten", die hierarchisch unterhalb(!) des Königreichs vegetiert. 

Mit anderen Worten: Der Bundesrat ist in seiner gegenwärtigen Partei-diktierten Konstellation ein "Club der opportunistischen Ja-Sager".

Das mag dir auf den ersten Blick nicht so erscheinen, weil dort gelegentlich scheinbar "gestritten" wird. Doch wenn du genauer hinschaust, wirst du feststellen, dass es bei diesem "Streit" stets um die Machtverteilung im Bund geht: Die lokalen(!) Fürsten beharken sich um der überregionalen(!) Machtverteilung zugunsten ihrer Parteien willen.

Sie führen also, wenn du so willst, einen "Macht-Krieg" mit den Fürsten der anderen Königs-Häuser ... und zwar stets zugunsten ihres überregionalen Königshauses namens "Partei".

Mithin sind sie "macht-synoynm" zur Bundestagsfraktion respektive Bundes-Partei ... respektive "Regierungs-Parteien-Koalition".

------------------------------------------------

Oder einfacher ausgedrückt: 

Die grundgesetzlich gewollte Macht-Dezentralisierung, um eben diesen großen Fehler der Macht-Konzentration, der letztlich IMMER zu Fehlentwicklungen führt und die DEMOKRATIE ZERSTÖRT, zu verhindern, wird auch im Bundesrat vorsätzlich ausgehebelt. Das Verhalten dabei ist absolut kongruent zum Fraktionszwang im Bundestag.

-------------------------------------------------

Da aber mit den aktuell noch erlaubten Mitteln und im Hinblick auf "das letzte verbliebene demokratische Mittel namens 'Wahl'" der Einfluss des Volkes auf den Ministerpräsidenten (ergo: den Bundesrat) sehr viel geringer ist, als der (mögliche) Einfluss des Volkes auf den Bundestag, ist der realistischere Hebel die - m. E. - bessere Betrachtungsperspektive.

0
MickyFinn 17.08.2016, 10:42

Dieser Text könnte glatt von mir sein :D hihi

0
PeVau 17.08.2016, 11:23
@MickyFinn

Nein, MickyFinn, das könnte er nicht, dazu bist du nicht gut genug. Vor allem aber fehlt dir das analytische Instrumentarium.

1

Damit hast du wohl recht.

Schau dich mal in der Welt um. Krieg, Armut, Vertreibung und Arbeitslosigkeit sind an der Tagesordnung.

Bei uns herrschen Frieden, Wohlstand, Freiheit, weitgehende Beschäftigung, freie Bildung und Demokratie.

Die wichtigsten Güter, die es zu verteidigen gilt, sind Frieden und Freiheit.

Verglichen mit dem Rest der Welt geht es uns hier doch richtig gut. Vor 70 Jahren lag Deutschland in Trümmern und hatte unglaubliche Schuld auf sich geladen. Heute wird Deutschland weltweit geachtet und beneidet. Deutschland ist heute ein maßgeblicher Stabilitätsfaktor in Europa und weltweit.

Dann kann das, was in diesen Jahren geleistet wurde doch nicht so falsch gewesen sein.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
voayager 17.08.2016, 09:09

Aprilscherze sollten auf diesen Monat beschränkt bleiben!

0
Interesierter 17.08.2016, 09:52
@voayager

Ich verstehe schon. Deiner Meinung nach sollte hier eine lupenreine Demokratie nach putin-russischem Vorbild eingeführt werden.

Dann könnten wir uns auch vollkommen rechtmäßig die Ostgebiete und Elsass-Lothringen zurück ins Reich holen.

So oder so ähnlich lautete doch die deine Legitimation für Russlands Ukraine-Feldzug.

0
MickyFinn 17.08.2016, 10:46

Wow.. wie kann man so an der Realität vorbeischießen.... gehst Du auch mal ab und zu vor die Türe, oder lebst Du in im Heile-Welt-Internet?

0

Die politische Ausrichtung wird laut Grundgesetz vom Bundeskanzler bestimmt. Denn die Regierung ist die Exekutive. Die Legislative ist das Parlament. Beide sollten niemals miteinander verwechselt werden. 

Hättest Du das Grundgesetz schon mal gelesen, wüsstest Du darüber Bescheid. Aber es gibt ja eine Menge Menschen in diesem Staat, die nennen unser Grundgesetz zwar vollmundig Verfassung, sich dafür aber mal ernsthaft zu interessieren kommt ihnen nicht in den Sinn. Ja, es gibt sogar Menschen in diesem Staat, die bilden sich ein, es sei verboten, sich damit auseinander zu setzen. Das Gegenteil ist der Fall. 

Je mehr Menschen sich mit den rechtlichen Grundlagen unseres Staates befassen, je weniger Chancen haben Raubritter in diesem Staat. Warum findest Du in genannten Text erläutert. 

Kannst Du online lesen. 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
xXmenschXx 18.08.2016, 23:14

Mir ist schon bewusst, dass beides nicht das Gleiche ist und dass es dies zu trennen gilt, aber wie du erwähnt hattest sind es Richtlinien und keine Beschlüsse, oder sehe ich das falsch?

0
teafferman 19.08.2016, 09:31
@xXmenschXx

Das Grundgesetz steht über Richtlinien und Beschlüssen. Es ist die Grundlage allen deutschen Rechts. 

Heute nennen wir den Text auch großspurig Verfassung. Ist es also denkbar, dass die Verfassung einen so geringen Wert hat, dass sie mal eben so beiseite geschoben werden kann?

Schaue und höre Dir mal die Ringvorlesung zu 60 Jahre Grundgesetz bei youtube an. Die ganze. Darf sich jeder Mensch in diesem Staat wert sein. 

0

ja, kann sein und ist wohl auch so.
Allerdings: Im Ernst: Politik ist komplizierter als die Schlagzeilen in den Medien.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Das ist sogar ganz sicher so.

Selbst politisch stark interessierte Leute haben praktisch nie Gelegenheit, tatsächlich hinter die Kulissen des Politikbetriebs zu kucken.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Naja erstens kann Frau Merkel verfassungsrechtlich sehr wohl einiges tun und zweitens hängt das was die Parteien in ihrer Koalition (CDU/CSU und SPD) im Bundestag tun auch viel von der Meinung der Bundesregierung ab von der sie die Chefin ist

Ich finde Merkel auch nicht blöd allerdings ist deine Argumentation nicht ganz schlüssig

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
xXmenschXx 16.08.2016, 23:07

Naja die letztendichen Entscheidungen über vor allem Gestze o. Ä. hat immernoch der Bundestag und absegnen muss es der Bundespräsident...

0

So in etwa, wie du es vermutest läuft der "Hase" Hier und Anderswo.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Das kann nicht nur sein, das war schon immer so. Sie ist halt ein guter Sündenbock und den Suchen sich Menschen ja bekanntlich gerne. Dieser Fakt hat übrigens auch eine große Rolle gespielt als die Nazis an die Macht kamen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
xXmenschXx 16.08.2016, 22:58

Den Vergleich habe ich nicht gewagt ;)

...auch wenn er offensichtilch da ist :/

0
BTyker99 16.08.2016, 23:41

Wie ist das gemeint? War Hitler nur der Sündenbock und hat selbst keine Verantwortung für das, was ihm zu Last gelegt wird?

0
Maximemaik 16.08.2016, 23:43
@BTyker99

Nein, damals war die Demokratie noch frisch und die Leute haben ihr die Schuld an der schlechten Lage (Die wohl eher an den Folgen des ersten Weltkriegs war)gegeben. Die NSDAP war offen für eine Diktatur, damit haben sie viele Stimmen gewonnen.

0

Ja das ist nunmal so, wenn man unzufrieden ist meckert man halt über andere, dass die Schuld eig. woanders oder gar bei einem selber liegt will man nicht hören

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Menschen neigen zu Pauschalisierungen und Simplifizierungen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Ist doch immer so, die breite dumme Masse schliesst sich an.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Nayennn  :-)  lediglich diejenigen,

die "direkte Demokratie" blöken !!!!

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
NickelPump 16.08.2016, 23:41

foll der undemokrat ey *sippt am Astra* *Zigarette auf der Stirn ausdrücken* Stimmt leider, aber direkte Demokratie ist tatsächlich nicht das wahre

0

Ach, das sind die üblichen Stammtischparolen!
Nach dem EM-Aus gegen Frankreich, wurden auch plötzlich 80mio Deutsche zu einem potenziellen und besseren Nationalmannschaftstrainer.

Wenn kein Fußballtunier läuft, wird eben jeder wieder Bundeskanzler.

Aber zu deiner Frage, ob viele Leute keine Ahnung von Politik haben:
20% wählen links oder rechts.

Beides ist unrealistisch und deswegen absoluter Schwachsinn.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
MegaAlchemist 17.08.2016, 00:12

Es ist nicht Unrealistisch, nur schwer umsetzbar. mal davon abgesehen muss man hier differenzieren. rechts ist nicht gleich rechts und links ist nicht gleich links.

0
MegaAlchemist 17.08.2016, 00:19

Rechts und Links hat auch nichts mit Intelligenz zu tun.
Ganz schwieriges Thema. Die ungebildeten lassen sich von hetzerischen Parolen schneller verführen, weil sie diesen keinen eigenen Sachverstand entgegensetzen können.
Intelligente Menschen sehen bestehende ´Probleme sehr klar und denken über Lösungen nach, die auch sehr unwahrscheinlich sind. Einfache Erklärungen sind für diese oft zu trivial weil sie oft auch Widersprüche in sich tragen oder vlt. auch nicht endgültige Klärung bringen, sodaß dann ein Restzweifel besteht, der Nährboden für Verschwörungstheorien ist.
Ein dritter Grund ist die Angst um die Existenz, der beide Gruppen umtreibt. Angst macht unlogisch und schafft Feindbilder, die Nährboden für Extremismus bieten.
Den anhaltenden Erfolg rechtsnationaler und rechtsradikaler Gruppierungen und Meinungen hat die Studie der Universität Leipzig vor wenigen Monaten erst quantitativ bestätigt. Demnach gibt es in der deutschen Gesellschaft, wie in anderen auch, eine latente Grundlast an tief verwurzelter Sympathie für Diktatur/starken Führern, Vorurteilen, Antisemitismus und überlegenem Rassedenken.
Daß hierbei der bildungsferne Teil der Gesellschaft betroffen ist, überrascht nicht - sozialer Abstieg, Erfolglosigkeit, Verlust, geringes Selbstwertgefühl leisten als Ursachen wichtige Beiträge.
Allerdings sind die Zahlen derart hoch, daß sie quer durch alle Schichten laufen müssen- gerade im Mittelstand fällt es schwer, Erklärungen hierfür zu finden. Warum beispielsweise finden sich verstärkt Akademiker mit hoher Bildung in den Reihen von Pegida und AfD? Was treibt Mediziner wie Wolfgang Gedeon und Zahnärztin Christina Baum dazu, sich Verschwörungstheorien oder Antisemitismus zuzuwenden?
Ein Erklärungsversuch
Einen Teil der Antwort haben Diego Gambetta und Steffen Hertog in einer Studie der Universität Oxford gegeben. In ihrem Forschungswerk "Engeneers of Jihad" haben sie untersucht, warum unter einer Vielzahl von Terroristen so viele Ingenieure und Mediziner zu finden sind.
Als Antwort fanden sie heraus: Es sind Menschen, überwiegend Männer, die sich nach Ordnung sehnen. Sie nehmen ihre Umwelt als Chaos und Unordnung war und streben danach, die Ordnung wieder herzustellen.
Nun is bspw. Religion eine klassische Ordnung, alles hat seinen Platz und Erklärung, es gibt keine Zweifel.
Diktatur und Führung ist Ordnung, weil es klare Regeln gibt. Sie sind nicht fair, aber man weiß, woran man ist.
Man findet daher im rechten extremen Spektrum deutlich mehr Ingeieure und Mediziner, als links, wo Geistes- und Sozialwissenschaft dominieren.
Insbesondere konservative und klare Fachdisziplinen, bei denen klare Strukturen vorherrschen, sind hier überproportional betroffen- Maschinenbau, Medizin, im Gegenzug weniger Informatik und Elektrotechnik.
Ein typischer Vetreter hier ist der "Kampfschlesier".
Der Kampfschlesier hat einst Maschinenbau an der renommierten RWTH Aachen studiert, ist ordentlich, pedantisch, langweilig, rechthaberisch und im Leben nicht besonders erfolgreich. Tatsächlich ist sein Leben nicht besonders ereignisreich.
Er sieht Chaos um sich herum- Flüchtlingschaos, Eurochaos, Russlandkrise - es gibt immer irgend etwas, was bei ihm Unordnung suggeriert.
Er kommt mit Menschen nicht besonders gut klar, sie sind ihm zu chaotisch, unberechenbar. So wie Politik, die er nicht versteht und verstehen will- er liest die Nachrichten sowieso nicht, sondern glaubt nur den Kommentaren, die er glauben will. Alles andere ist zu aufwändig, braucht Zeit. Es ist ja sowieso alles klar, die Medien lügen, eine ebenso einfache wie wirkungsvolle Ausrede, sich nicht damit sachlich auseinandersetzen zu müssen.
Er konsummiert en masse, da bleibt nicht viel Zeit für komplexe Analysen.
Die Suche nach Chaos und Unordnung wird zur fixen Idee, er schreit seinen Unwillen in die Welt. Die neuen Medien helfen ihm, weil er sich einer Diskussion Face2Face nicht stellen will und kann, Beschimpfungen und Unflätigkeiten gehen schnell von den Fingern.
Die Einzigen, die ihn verstehen und die er versteht, sind Gleichgesinnte. Das ist seine Welt. So dreht sich die Spirale tiefer und tiefer. Zu retten ist da kaum noch etwas.
Der Erklärungsversuch ist deshalb so interessant, weil er universell anwendbar ist und greift. Weil er im Grundsatz verständlich macht, warum der Hang zu autoritären Strukturen keine Frage der (Un)Bildung ist, sondern sich quer durch alle Schichten zieht. Man wird sicher mehr Erklärungen bemühen müssen, um das Bild abzurunden. Bspw. haben Juristen eine höhere Tendenz zu politischer Einflußnahme, als andere Berufsgruppen, was in kleinen Gruppierungen wie der AfD bspw. die Möglichkeit schneller Aufstiegschancen ermöglicht- mit entsprechender Rücksichtslosigkeitkeit, Egoismus und Ehrgeiz ausgestattet ein goldener Pfad.
Es gibt natürlich mehr Faktoren, die zu berücksichtigen sind- als Ansatz taugt die hier diskutierte Variante auf alle Fälle.

1
Iflar 17.08.2016, 00:32
@MegaAlchemist

Rechts und Links hat auch nichts mit Intelligenz zu tun.

Doch hat es!

Da gibt es auch mindestens eine Studie zu, die, soweit ich mich erinnere, sogar im Internet zu finden ist.

0

Was möchtest Du wissen?