kann es sein, dass der richter direkt die höchststrafe ohne bewährung vergibt?

6 Antworten

Es wäre möglich.

Wer vor Gericht keine Reue für eine Straftat zeigt, tut sich damit keinen Gefallen. Es bedeutet, dass der Täter sein Fehlverhalten nicht einsieht - damit steigt natürlich die Wahrscheinlichkeit von Folgestraftaten.

Auch wenn der deutsche Vollzug gern als "Urlaub" im Vergleich zu anderen Ländern beschrieben wird: es ist keiner. Vor allem fehlt der Sandstrand, die Freunde und der Alkohol;-)

Eine Gefängnisstrafe soll auch dazu dienen, dem Täter die Konsequenzen seines Handelns noch mal deutlich zu machen.

Selbst ein uneinsichtiger Täter wird sich überlegen, ob er noch mal wegen eines Vergehens in den Knast gehen möchte.

Ein Richter ist verpflichtet sich nach der Strafprozessordnung zu richten und bei der Bemessung der Strafe sowohl Tat als auch die Person und Persönlichkeit sowie das soziale Umfeld des Täters zu würdigen.

Zum welchem Schluss ein Gericht letzlich bei Vorliegen aller kommt, kann von Fall zu Fall völlig unterschiedlich sein.

Ausgeschlossen ist das natürlich nicht. Der Richter ist letztendlich in seiner Entscheidung frei und unabhängig.

Nach der Rechtsprechung des BGH gibt es für jede Tat jedoch einen adäquaten Strafrahmen. Der Richter hat also einen gewissen Spielraum bei der Strafzumessung. Überschreitet der Richter diesen Spielraum, kann man gegen das Urteil mit Erfolg Rechtsmittel einlegen.

Wenn der Richter in deinem Fall die Höchststrafe verhängt, dürfte im Regelfall ein derartiger Rechtsfehler vorliegen, der das Urteil angreifbar macht.

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