Kann es sein das Menschen unrealistisch sind?

6 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Die solche Gedanken haben, sind Extremisten, die meinen, wenn alles mit rechten Dinge zuginge und die Menschen nicht manipuliert würden, müssten (fast) alle Menschen ihren Vorstellungen zustimmen. Gilt für alle politischen und religiösen Richtungen. Egal, ob links oder rechts, ob islamisch oder christlich.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Danke von "Hilfreichste Antwort".

0

Dies ereignet sich genau dann, sofern sich Menschen nicht an Immanuel Kant orientieren.

Immanuel Kant beantwortet im Jahre 1784 die Frage „Was ist Aufklärung?“ wie folgt:

„Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!, ist also der Wahlspruch der Aufklärung.

Faulheit und Feigheit sind die Ursachen, warum ein so großer Teil der Menschen, nachdem sie die Natur längst von fremder Leitung frei gesprochen, dennoch gerne zeitlebens unmündig bleiben; und warum es anderen so leicht wird, sich zu deren Vormündern aufzuwerfen. Es ist so bequem, unmündig zu sein […] Daß der bei weitem größte Teil der Menschen (…) den Schritt zur Mündigkeit, außer dem daß er beschwerlich ist, auch für sehr gefährlich halte: dafür sorgen schon jene Vormünder, die die Oberaufsicht über sie gütigst auf sich genommen haben. Nachdem sie ihr Hausvieh zuerst dumm gemacht haben und sorgfältig verhüteten, daß diese ruhigen Geschöpfe ja keinen Schritt außer dem Gängelwagen, darin sie sie einsperreten, wagen durften: so zeigen sie ihnen nachher die Gefahr, die ihnen drohet, wenn sie es versuchen, allein zu gehen. Nun ist diese Gefahr zwar ebenso groß nicht, denn sie würden durch einigemal Fallen wohl endlich gehen lernen; allein ein Beispiel von der Art macht doch schüchtern und schreckt doch gemeiniglich von allen ferneren Versuchen ab.

Es ist also für jeden einzelnen Menschen schwer, sich aus der ihm beinahe zur Natur gewordenen Unmündigkeit herauszuarbeiten. Er hat sie sogar lieb gewonnen und ist vor der Hand wirklich unfähig, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen, weil man ihn niemals den Versuch davon machen ließ […]

Zu dieser Aufklärung aber wird nichts erfordert als Freiheit; und zwar die unschädlichste unter allem, was nur Freiheit heißen mag, nämlich die: von seiner Vernunft in allen Stücken öffentlichen Gebrauch zu machen […]

Wenn denn nun gefragt wird: Leben wir jetzt in einem aufgeklärten Zeitalter? so ist die Antwort: Nein, aber wohl in einem Zeitalter der Aufklärung. Daß die Menschen, wie die Sachen jetzt stehen, im ganzen genommen, schon im Stande wären, oder darin auch nur gesetzt werden könnten, in Religionsdingen sich ihres eigenen Verstandes ohne Leitung eines anderen sicher und gut zu bedienen, daran fehlt noch sehr viel. Allein, daß ihnen jetzt doch das Feld geöffnet wird, sich darin frei zu bearbeiten, und die Hindernisse der allgemeinen Aufklärung, oder des Ausganges aus ihrer selbst verschuldeten Unmündigkeit, allmählich weniger werden zu lassen, davon haben wir doch deutliche Anzeichen […]

Königsberg in Preußen, den 30. Septemb. 1784.“

Ich würde sagen alle Menschen sind irgendwo in irgendeinem Punkt unrealistisch, sonst müsste sich ja auch jeder mit allem auskennen.

Das muss aber auch nicht unbedingt negativ sein, beispielsweise kann man sich unrealistische Ziele stecken um zu sehen wie weit man kommt.

"das unsere Gesellschaft genau so wählt wie sie wählt und das alles geil findet"

Ich würde doch stark bezweifeln, dass das was gemacht wird alle "geil" finden.
Zumal eine gesunde Meinungsvielfalt die Grundlage einer Demokratie bildet.

Ist das nicht gegeben kippt das Blatt leicht, an benutzter Rhetorik lässt sich da allerhand festmachen, wenn man beispielsweise mal schaut welche Rhetorik im 3. Reich verwendet wurde.

Ich würde auch behaupten, dass jeder der behauptet in der Politik geht alles mit rechten Mitteln zu, ziemlich naiv ist. Da sollte man sich vielleicht mal bei einer Partei regional einschreiben um mal in Regionalpolitik reinzuschnuppern, die ist meist schon dreckig genug. Das ist auch der Grund, warum ich nicht mehr in der Politik bin, es geht nicht darum, sinnvoll zu diskutieren welche Möglichkeit jetzt die beste ist, sondern wer mehr Macht hat, wer mehr Geld hat, wie man die meisten Vorteile rausholen kann usw. usw., man muss schon ein dickes Fell haben und sich anpassen um aufzusteigen.

Weil viele Menschen nicht damit klar kommen das ihre Meinung nunmal nur ihre Meinung ist und die Welt sich nicht um sie dreht und dadurch gar nicht erkennen das die Mehrheitsmeinung außerhalb ihrer Blase (entsprechender Freundeskreis mit ähnlichen Ansichten usw.) einfach nicht ihrer entspricht.

Viele gehen eben davon aus, dass der Mensch eine naturgegebene Vernunft besitzt.

Was möchtest Du wissen?