Kann es schlimm werden, wenn man sich mit jemandem in einer Beziehung befindet, welcher zwar die selbe psychische Erkrankung ,aber in einer leichteren Form hat?

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12 Antworten

An sich ist es kein Problem. Die Frage ist, wie ihr jeweils mit eurer eigenen Erkrankung umgeht und wie fortgeschritten sie bei dem anderen ist. Wichtig ist natürlich, dass ihr euch gegenseitig unterstützt und nicht runterzieht. Eine Beziehung ist also durchaus möglich, auch wenn man psychische Erkrankungen hat. Es gibt sogar sehr viele Menschen, die sich in einer Klinik kennengelernt haben und glücklich miteinander leben können. Manchmal kann es sogar von Vorteil sein, weil der Gegenüber versteht, was in deinem Kopf / Körper vor sich geht und wie du dich gerade fühlst. Ich würde es an deiner Stelle definitiv ausprobieren. Jede Beziehung kann scheitern - Egal ob eine Vorerkrankung vorliegt oder nicht. Warum also nicht probieren? :)

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Autismus ist z.B. keine psychische Erkrankung, sondern eine tiefgreifende Entwicklungsstörung! Man sollte Autismus dann auch nicht mit Borderline oder einer geistigen Behinderung auf eine Ebene stellen.

Generell kann Dir keiner auf diese Frage eine befriedigende Antwort geben! Man kann es nicht pauschalisieren! Es gibt nicht "den Autisten", "den Borderliner" und "den geistig behinderten" (auch hier gibt es unzählige Diagnosen und Ursachen und Ausprägungen! Es "Verlierernummer" zu nennen finde ich auch sehr daneben, denn es zeigt mir, was für ein schlechtes Bild Du von Deinen Mitmenschen hast!

Passen zwei übergewichtige Menschen besser zusammen als wenn einer von beiden schlank wäre? Passen zwei Deutsche besser zusammen als wenn ein Partner Türke wäre, Inder oder italienisch-polnischer Abstammung... übertrage das auf Haarfarben, Musikgeschmack, Religion, politische Einstellung, soziale Schicht, Bildungsstand, ... ist es vorteilhafter, wenn beide Asthma haben, die selbe Allergie- egal wie stark ausgeprägt und was beides auslöst?

Es gibt da keine für alle gültige Regel. Etwas ähnliches zu haben bedeutet nicht zwangsläufig, dass man besser oder schlechter für eine gemeinsame Beziehung geeignet ist. Zumal allein schon Autismus mehrere Diagnosen aufweist, die voneinander verschieden sind und selbst zwei Asperger-Autisten sich von der Symptomatik her teils massiv voneinander unterscheiden können...

Natürlich ist es eher unwahrscheinlich dass ein geistig behinderter Mensch mit einem IQ unter 60 eine gleichberechtigte Beziehung mit einem normal-intelligenten Menschen führt- unabhängig davon, ob dieser Mensch Autist ist, Borderline hat oder z.B. depressiv ist. Wenn man von der Sache her auf einer Ebene kommunizieren kann, sich versteht, all der andere individuelle Kram vorliegt, den man für sich so für eine Beziehung braucht, ist es nicht ausgeschlossen, dass sich zwei Menschen verlieben und eine Beziehung eingehen. Unabhängig davon, ob sie einander von den weniger-sichtbaren Diagnosen erzählt haben oder nicht (und es später folgt).

Ob es "komisch" rüberkommt interessiert keinen normalen Menschen. Zumindest ist es mir SCH...egal, was andere über meinen Partner denken (kein Autist). Ob er denen zu groß ist oder zu dünn, ob sie Probleme mit seinem Job haben oder was auch immer... Ihm im Bezug auf mich geht es nicht anders. Wer ernsthaft über solche Dinge nachdenkt, wie sein Partner auf andere wirkt weil er sich schämt oder so, hat es nicht verdient, geliebt zu werden! Egal ob der Partner jetzt eine Krankheit hat, eine Behinderung oder nur nicht ganz vollschlank ist ^^

Verallgemeinernd kann man nicht sagen, dass es beiden schadet oder hilft, wenn beide die gleiche Diagnose haben oder jeder eine oder mehrere- aber beide voneinander verschiedene Diagnosen haben. Finde aber mal Menschen, die völlig gesund sind...

Wenn beide einander aufrichtig lieben, kann es einem gut tun. Probleme kann man haben- muss man aber nicht. Ob man jetzt mehr oder weniger streitet liegt sicher weniger an den Diagnosen und wie stark sie ausgeprägt sind, sondern liegt es meiner Meinung doch eher daran, ob das Paar zusammen passt oder eher nicht... denn verliebt ist man schnell und für eine Beziehung entscheiden sich auch sehr viele sehr schnell- richtiges Kennenlernen folgt später über Wochen, Monate und Jahre. Und da können sich "solche" Paare ebenso wegen Kleinigkeiten trennen wie Paare, bei denen beide Partner keine Diagnose haben.

Borderline würde ich hier ausklammern, denn hier sehe ich massive Probleme- zumindest hatten/haben Bekannte Beziehungen zu Menschen mit dieser Diagnose und was sie mir berichten wäre für mich undenkbar. Allerdings sage ich das aus einer Distanz heraus, welche es mir erlaubt, das zu schreiben- ich habe keine entsprechenden Gefühle für jemanden mit so einer Diagnose. Aber wenn ich versuche, mir vorzustellen, einen solchen Partner zu haben, würde ich auf Therapie- und Paartherapie bestehen. Mich würde am Meisten das Klammern belasten- als Autistin bin ich gerne allein, genieße aber auch die Zeit mit Freunden- unabhängig davon, ob mein Freund dabei ist oder nicht, wenn ich meine Freunde sehe. Menschen mit Borderline haben teils massive Verlustängste und bestehen darauf, dass man fast ausschließlich Zeit mit ihnen verbringt, manche drohen gar mit Suizid, wenn man den Forderungen nicht nachkommt. Das wäre mir zu viel.

Aber- was psychische Störungen angeht, mit einem Psychopathen oder Soziopathen wollte ich jetzt auch nicht unbedingt eine Beziehung eingehen ^^

Ich denke, für Deine Frage wirst Du unzählige Beispiele finden, bei denen es klappt- egal ob Autist-Autist oder z.B. soziale Phobie-schizoide Persönlichkeitsstörung, soziale Phobie-Autist, Autist und Nicht-Autist (der normale Durchschnittsmensch ohne Diagnose aus diesen Bereichen)... aber Du findest auch viele, bei denen die Beziehung gescheitert ist. Aber man sollte nicht vorschnell die "Schuld" alleine bei der Diagnose und den Symptomen suchen.

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Wenn sie gut zueinander passen, kann die Beziehung sogar besser funktionieren, als zwischen einem Behinderten und einem "Normalen".

Zum Beispiel verstehen sich Autisten untereinander oft besser, als sie je ein Nicht-Autist verstehen könnte. Ein Autisten-Pärchen dürfte sich daher seltener streiten, als ein gemischtes Pärchen das einander nie ganz versteht.

Bei geistigen Behinderungen dürfte der Effekt noch krasser sein. Falls eine asymmetrische Beziehung zwischen einem Intelligenten und einem geistig Eingeschränkten überhaupt zustande käme, hätte der Klügere immer das Sagen. Nur zwei geistige behinderte Partner könnten eine Beziehung auf Augenhöhe führen.

Nur bei zwei Borderlinern stelle ich mir das schwierig vor. Da betrifft die Behinderung ja gerade die Fähigkeit, eine Beziehung zu führen...

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Das hängt von der Art der Störung ab - bei manchen stabilisieren sich die Erkrankten mit einem stabilen Partner, bei anderen hilft das nicht und bei wieder anderen kann es einen Dominoeffekt geben, also beide ziehen sich gegenseitig abwärts 

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Ich würde sagen, derjenige welcher deutlich weniger krank ist, kann dem anderen mehr kranken mehr an liebevoller Zuwendung zukommen lassen.

Aber umgekehrt kann der Krankere den Gesünderen durch seine negativen rüberbringenden Erfahrungen auch positiv vorbeugend so (be)schützen.

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Autismus und geistige Behinderungen sind keine psychischen Erkrankungen. Man kann ja nicht alles in einen Topf werfen, einmal umrühren und schon hat man eine Patentrezept für alle Menschen mit besagten Störungsbildern. Ob eine Beziehung funktioniert hat vorrangig mit keiner Erkrankung zu tun sondern wie man zwischenmenschlich harmoniert. Ein Mensch besteht nicht nur aus Erkrankung wo man sich anhand von Diagnosemerkmalen ausrechnen kann ob man zusammenpasst.

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Kommt denke ich mal auf die Krankheit/Störung an. Angst kann sehr ansteckend sein, gerade wenn der Gegenüber ebenfalls eine Angststörung hat. Zwei mit Depressionen können sich leichter gegenseitig antreiben, die nötigen Schritte zu gehen, können sich aber auch gegenseitig runterziehen.

Zwei starke Narzissten stelle ich mir etwas heftig vor. Narzissten und Bordberliner können aneinander sehr gut ihre Störung ausleben, weshalb sie sich auch sehr oft gegenseitig anziehen. Endet meist für beide Seiten sehr schmerzhaft!

Ich selbst Borderliner, hatte eine Beziehung mit einer Histrionikerin und habe mich viel mit ihrem Krankheitsbild beschäftigt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass solch eine Kombination einmal gut gegangen ist, bzw. ohne Psychiatrieaufenthalte nur ein Paar Wochen ohne Mord und Todschlag auszuhalten sei.

Neben BPS, habe ich soziale Ängste und Depressionen. Habe viele mit BPS kennengelernt und konnte mich ungewöhnlich schnell und gut mit ihnen verstehen. Mit Menschen die ebenfalls starke Ängste haben kann ich gar nicht, ich mache im Kontakt mit anderen Angsthasen^^, sehr schnell Rückschritte und lasse mich selbst wie auch umgekehrt mich schnell von der jeweiligen Angst anstecken.

Aber es kommt auch immer auf den Menschen an, finde man sollte es nur, wenn beide Parteien genügend Therapieerfahrung haben, stabil sind, oder sich in einer Therapie befinden, zulassen. 

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Ich kenne einen Mann, der seit einem frühkindlichen Unfall geistig leicht eingeschränkt ist und dessen Freundin Down Syndrom hat. Warum auch nicht? :)

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Man kann weder alle Störungen in einen Topf werfen, noch alle Menschen, die eine solche haben. Da kommt es immer auf den Einzelfall an.

Sicherlich haben Menschen mit ähnlichen Krankheitsbildern mehr Verständnis füreinander, andrerseits kann es passieren, dass sie sich in ihrer Verrücktheit von der Welt abkapseln und dann keinen Weg mehr hinaus finden.

Gewisse Subkulturen geben als leichteren Fälle ein Bespiel dafür ab.

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1. Hauptsache sie haben sich lieb...

2. geistige Behinderung und psychische Krankheit sind verschiedene Paar Schuhe

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Schlimm ist nur, wenn du ihn nicht als Mensch siehst..........fuer alles andere gibts Lösungen. 

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Ich seh das pragmatisch und habe auch Erfahrung darin.

Wenn zwei Kaputte sich treffen, wird nix heile.

Das betrifft auch normale Menschen, ohne anerkannte, psychische Störungen.


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